Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1924
- Issue
- Nr. 3/4 - April-Mai (4.1924)
- Date
- 1924-04-01
- Page
- Seite 36 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Alle diese bedeutsamen Fortschritte berechtigen noch nicht zu der Behauptung, daß Esperanto sich endgültig durchgesetzt habe. Davon wird man erst reden können, wenn die Handels- und Gelehrtenwelt allgemein die Völkersprache verwendet, dies wiederum ist davon abhängig, daß Esperanto durchwegs in den Schulen gelehrt wird. Bei der gegenwärtigen politischen Lage ist dieser Enderfolg in allernächster Zeit nicht zu erwarten. Er kann und muß aber dadurch vorbereitet werden, daß die Oeffentlichkeit über die Bedeutung des Weltsprachenproblems und seine endgültige Lösung durch das Esperanto aufgeklärt wird. Kann auch nicht jedem, insbesondere im Berufsleben Stehenden 'zugemutet werden, daß er sich zum gründlichen Studium einer neuen Sprache entschließt, so erwartejt werdfci Frage jsein dadurch bek für diejsen gi Dis Judii gehabt, den großep Geb verkütiden. ge radle ein heitssprachle ist, Ungeat Versöhnung rechtfertigt Brüder unseres große! Werk Franz Schupert Von Br. DY. Alfred Ooldschmid t.*) Franz Schubert — das ist das Lied des aufjubelnden und des zu Tode betrübten Menschenherzens, ist Frühling und Hoffnung, Herbst und Entsagung, Freude und Wehmut, Liebe und Verzweiflung, Sehnsucht und Trost, Natur und Musik. Der Oenius muß seinen Leidensweg gehen, und nur aus dem tiefsten Seelenieid erblüht — wie’s scheint — jener Schmerz, der zugleich höchste Kunst wird und die Menschenseele ergreift Sehnsucht nach Freude wird Freude— für die Menschheit Das Jahr 1819 war das schmerzfreieste Jahr und zugleich das unproduktivste. Armut war sein Los und Liebe ohne Worte. Er liebte, aber niemals gestand er seine Liebe ein. Das Durchschnittsglück lag nicht auf seinem Wege. Er lebte seine eigne Welt. Die wirkliche betrog ihn, brachte ihn um Frauenliebe, Anstellung, nutzte seine Kunst aus. Arm — wie er gelebt — starb er.H . _ Sein Nachlaß war so geringfügig, daß nicht einmal die Kosten für Krankheit und Tod völlig davon bestritten werden konnten. ln 31 Jahren vollendete er sein Lebeft und seine Kunst Sein ganzes Leben — fast von der darf doch von jedem Gebildeten n, daß er einer solch bedeutsamen Irteresse zu wendet und seinerseits uidet, daß er wenigstens moralisch ewaltigen Kulturgedanken eijr tritt. :ntum hat von je die Sendung Völkern die Einheit urd die etze der Menschlichkeit zu So ist es denn kein Zufall, daß Jude der Menschheit die Eingegeben hat, die JjesitinTmt ntes zur Verständigung und der Völker beizutrageft. So ch auch die Aufforderung j an die Ordens, sich einzusetzen für das des .Leo Lazarus Zamenhof. Wiege an - war Pracht der Töne. Mit Harmoniein und Rhythmen im Kopf ist 4r entschlummert. Mit einem Lorbeerkranz lim die Schläfe lag cer Leichnam auf der Bahre. Jetzt leb er! Denn die Jugend ströji in seinen Rhythmen aus, ihr Weh lieder Liebe Ausdruck in Itt seinen Tönen und seine Frfl *)...Wissenschaft'und Kunst zu unterstützen In der Juninummer kurze Beethoven-Skizze. Schubert-Skizze hinzu. (5) 1916 veröffentlichte ich eine Ich füge heute eine Franz - Der Verfasser. blühen./ , setnen Liedern jubelt es und schluchzt es, und die Winde säuseln in den Blättern. Verschwenderisch lagen auf seinem Wege die Ij.ieder. Waser ansah, wurde ihpn zum Lied i ein w ihrer König Midas der Töne. per kleine wohlbeleibte Künstler mit der Philisterbrille der »Schwammerl%\ und »Bert'l« seinef Freunde — auf dem Gebiete der Kunst war fcr »der junge Tonachill«. Da »leuchteten seine Augen, seine Sprache, war seltsam bewegt, sein ganzjes innere in wundersamem Aufruhr.« i Kein Geringerer als Beethoven spraci über, ihn gie Worte: »Wahrlich — in dem Schubert woh^t ein göttlicher Funke.«; j Er erlebte den Triumph seiner Lieder, die Nachwelt erkannte auch seine Symphon en an. In Wien erstand sein DenkmäL ..; Er war ein Fürst des Liedes, und durch ihn wurde Deutschland das liederreichste uiüjer den Völkern. 36