Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1924
- Issue
- Nr. 3/4 - April-Mai (4.1924)
- Date
- 1924-04-01
- Page
- Seite 24 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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! spräche des Ordens ist dem Baugewerk ent- ■ nommen und so hoch bewertet man die erziehi liehe Wirkung dieser handwerklichen Formen, i daß die Brüder bei ihrer , geistigen Arbeit sich; durch Schurz und Werkzeug daran erinnern, daß es ihre Aufgabe ist, Ideale durch Arbeit zu; verwirklichen! nicht nür zu erträumen. ' Die auffallende Erscheinung, daß sich eine geistige Gemeinschaft Name und Form einer Handwerkergilde beilegt, erklärt sich nicht zum geringsten aus der geschichtlichen Entwicklung. Die um große kirchliche Bauten des Mittelalters gruppierten Bauhütten pflegten neben handwerkliche!' Tüchtigkeit einen Schatz geistig- " künstlerische’r Interessen. Die Kirche stellte zu Anfang nicht nur die Bauherren, sondern auch geistliche Architekten. Daher war eine solche Bauhütte ein Gebilde mit zwei, Seelen, eine geistlich-handwerkliche Bruderschaft Die kirchlichen Bauleiter sorgten für Frömmigkeit und sittliches Verhalten der Werkgenossen. Um unzünftige, .ungelernte Arbeiter fernzuhalten, bildete sich von selbst ein Aufnahme- Ritual mit fest bestimmten Frage- und Antwortformen und geheimen Gruß- und Erkennungszeichen. Der .von einer fernen Bauhütte zuwandernde Geselle mußte Rede und Antwort stehen, Gruß und. Zeichen kennen, um als ge-! rechter Gewerkbruder in einer Bauhütte, englisch lodge Loge, Aufnahme zu finden. Emen weiteren Beitrag zu dem Gebrauchtum lieferte das hochentwickelte Zunftwesen. Für die Entstehung neuer Geistesbünde war die Reformationszeit ein ungemein fruchtbarer Boden. Die Entwicklung der Naturwissenschaften und der Humanismus hatten die dogmatischkirchlichen Fesseln gesprengt und der Vernunft das Recht gegeben, die Glaubenssätze zu prüfen, die man bisher als offenbarte Wahrheiten hin» nahm. Die furchtbaren Religionskriege, die blutigen Verfolgungen der Albigenser, Hugenotten und Loljharden hatten zur Genüge gelehrt, wohin Konfe: sionshaß die Menschen führen mußte. Sekten, die sich ■ dem Dogma der Staatskirchen widersetzten, freie Geistesgemeinschaften, ähnlich den antiken Philosophenschulen und den Akademien der Renaissance, waren die gegebenen Formen für den religiösen Geist dieser Zeit. Man suchte nach einem Ersatz für die kirchliche Gemeinschaft und ihr zum“ Gefühl sprechendes Ritual. Da lag es nicht fern, das altherkömmliche, feierliche Fprmenwesen der Bauhütten dem neuen Geist anzupassen und symbolisch für den Oedanken des Aufbauens einer vom ReÜgioishaß befreiten Welt zu verwerten. Die Sehnsucht nach Frieden und der' Abbau des Hasses sind die Grundtriebe, aus denen der Freimaurerged anke erwachsen ist, Im Jahre 1717 vereinigten sich in Löndon vier aus alten Steinmetzverbindungen hjervorgegangene Logen zur ersten Freimaurer-GroBloge. .Sie gaben sich ein Grundgesetz, »Alte Pflichten« genannt, das seither die geistige Grundlage aller gerechten Freimaurerlogen der ganzen Erde bildet. Dies Konstitutionsbuch, welches be Neuaufnahmen verlesen wird, zerfällt^in j eine geschichtliche Darstellung und in dtp eigentlichen Grundgesetze der Loge, Pflichten genannt. Der geschichtliche Teil ist eine legend irischsymbolische Darstellung der Menschjheitser twicklüng im Bilde einer ßaugeschichte. > Es wird erzählt, wie Gott der erste Steinmetz gewesen, der in die 10 Tafeln die Gesetze einge graben häbe. Damit ist symbolisch gemeint^ mosaischen Gesetze Anfang und Gruridla menschlichen Gesittung bilden. Israel Volk von Maurern genannt, dessen Ober Moses in der Wüste das ganze Volk oft zL gerechten und vollkommenen Loge berufe^ Es ist ferner gesagt, daß Nimrod beitnJ nischen Turmbau die Grundgesetze aller Maurerei gegeben habe. 1 Der Höhepunkt ist Silomos .Tempelbau, der zum Symbol jenes I eiligen Werkes des Menschheitsbundes wird, an dem die Maurer arbeiten. König Salomon selbst und sein Baumeister1 Hiram sind iiji Besitz! aller Geheimnisse von Kunst und Handwerk!. Hirams sagenhafte Tötung durch drei Geselleh pst das Sinnbild für die! den Tempelbau störenden feindlichen Kräfte. |lm gleichen Legendenstjl wird die Baugeschichje bis auf historische Zeiten fortgeführt. 1 Dann folgt! das erste Grundgesetz f Von Gott und Fjeligion. Der Maumr wird verpflichtet, an j den Baumeister der Welten zu glauben und_repJrilich-sittlich Zu leben, ligion verlangt das Gesetz wörtlich >a rel i An Rei g io n in which all man agree|<, einen Ölauben,