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Der Orden Bne Briss · 1924-01-01 · Nr. 1/2 - Januar-März (1.1924) · p. Seite 15

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1924
Issue
Nr. 1/2 - Januar-März (1.1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 15 (sequence 17)
Language
German
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Es darf nicht vergessen, werden, daß die Großloge nicht etwa nur ein Verwaltungskörper ist, sondern auch eine Kulturstätte, von der Anregungen mannigfacher Art nicht zum wenigsten auf dem geistigen Gebiet ausgehen. Es handelt sich somit nicht bloß um Regieerhaltung, sondern auch um Kulturart »eit im besten Sinne des Wortes. Als wir nach der etzten Großlogentagung den Kulturfonds geschaffen, um die Stätten der Wissenschaft vor Verfal zu retten, dachten wir nicht daran, daß unsere! Großloge selbst in eine verzweifelte Lage geraten könnte. Die allgemeine Nol: hat auch die Lebensbedingungen der Großlcge ungünstig beeinflußt. Ich halte es daher für meine Pflicht, die Logen und Brüder auf die mißliche Entwicklung der Finanzverhältnisse der Großloge aufmerksam zu machen. Vor neun Jahren jum diese Zeit befanden wir uns in einer ähnlichen seelischen Depression bezüglich der Fortexistenz unseres Distriktes Damals kam die pessimistische Stimmung nicht von der Großloge, sondern von außen her. Einige Logen faßten bei Ausbruch des Krieges Entschließungen, die darauf abzielten, die Logenfonds aufzulösen und j sie dem Vateriande zur Verfügung zu stellen. jSo edel die Motive auch waren, Laben wir damals die Logen gebeten, diese Entschließungen nicht auszuführen,» um nicht den Bestand des Ordens in Deutschland zu erschüttern. Diesem brüderlichen Rate wurde Folge gegeben, und unser Orden war dann in der j Lage, für das Vaterland, für Brüder und Außenstehende erhebliches zu leisten. Er hat 'denj Krieg glücklich überstanden: die Zahl der Loden nahm zu und mit ihr wuchs auch die Zahl der Brüder. Wie damals, hoffen wir auch jetzt, diese schwere Zeit glücklich zu überwinden.. Allerdings müssen die Logen und Brüder ihre Leistungen erhöhen und ihre Pflichten gegenübtr def Großloge erfüllen. Befreien Sie die Gr< ßloge von den materiellen Sorgen, damit sie u sich um so intensiver der ideellen Arbeit widhien kann! * , Bezüglich der ideellen Arbeit möchte' ich no( h eine besondere Bitte an die jüngeren Brüder rieften, sich mehr als bisher dem Orden zur Veifügung zu stellen und mit regem Eifer und Hirgabe an die Erfüllung unserer Aufgaben her uizutreten. Dann wird unser Distrikt wie nat h dem Kriege auch diesmal aus sehr schweren Zeiten gestärkt hervorgehen und hoffnungsvoll und hoffnungsfreudig der Zukunft entgegenseKen dürfen. , Timendorfer, Dr. Emil S piegel . Oroß-Sekretir des X. Distriktes, geboren 17. Den tiefen Schmerz unseres befreundeten Nachbardistriktes um däs Ableben des lieben vor- trefflichen Br. Groß-Sekretär Dr. Emil Spiegel fühlen wir wieeigenes Leid. Auchunswardie edle Menschlichkeit des teuren Dahihgeschiedenen nahe. ' Aus dem Nachruf des Br. Oscar Stein mögen folgende Worte zu uns sprechen: Emil Spiegel trug ^fie feste unerschütterliche Ueberzeugulngr in sich, daß das Judentum, das er zutiefst karinte, daß i das jüdische Wesen, das er in seltener Reinheit j besaß, daß der jüdische Glaube, dem er nicht nachbetete, sondern der ihn erfüllte^ daß das jüdische das Menschliche ist Solche Lehre war i nicht jedem heilig. Aber weil sein Judentum zugleich sein. Menschtum Februar 1S69, gestorben 15. August 1923. > war, weil Herz und Verstand den gleichen Rhythmus hatten, die gleiche Melodie, den gleichen Wohlklang, weil in djesem Menschen Emil Spiegel nicht nur der Verstand, nicht nur dai Wissen, nicht nur die Erkenntnis gewachsen unk geworden waren, sondern auch das Herz niemals stillestand, und dieses Herz sein Wissen und seinen Verstand erwärmte, belebte, fruchtbar machte, deshalb konnte er uns allen das werden, was er uns war und durch alle Jahre unseres Leidens bleiben wird, wozu'Wissen und Verstand, Rednergabe und Witz niemals ausreichen: unser erster, unser aller wahrster Bruder. Er starb am Herzen. Aber er lebt in uns durch sein Herz. I - 15 i \

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