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Der Orden Bne Briss · 1923-09-01 · Nr. 9/10 - September (9.1923) · p. Seite 94

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1923
Issue
Nr. 9/10 - September (9.1923)
Date
1923-09-01
Page
Seite 94 (sequence 28)
Language
German
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Verhandlungen mit der englischen und ägyptischen Regierung um die Hergabe des Sinaigebiets. Diese Lösung scheiterte an der Frage des zur Bewässerung nötigen Nilwassers. — In die schwierigsten Fragen arbeitete sich Herzl mit einer ganz außerordentlichen Genialität ein, immer wieder von dem Gedanken beseelt, den Sieg seiner Sache doch noch zu erleben.' — Aber der größte Triumph ' seines Lebens bildete doch die Reise nach Rußland, wo es ihm gelang, von dem allmächtigen Plewe empfangen "zu werden, wo die Massen ihn in Wilna begrüßten wie einen neuen Messias. — Hier kam er mit dem jüdischen Volke in der Kompaktheit seiner Siedlung zusammen und hier empfand er die Judennot aufs tiefste.-'— Erschütternd' ist es auch in diesem dritten Band — uorauf wir schon früher wiederholt hingewiesen —, daß er, der große Führer, mit dem die Oroßen dieser Erde und seiner Zeit wie ihresgleichen, wie Macht zu Macht verhandelten, weiter abhängig von den kleinen Tyrannen, der Wiener Neuen Presse war. Es ist die sich immer wiederholende Tragödie, daß der große Mann seine Seele verkaufen muß, um des Broterwerbes willen. Was hätte er in diesen letzten Jahren seines Lebens, in denen sein Herz unter 'der ungeheuren Anstrengung zusammenzubrechen drohte, darum gegeben, wenn er diese lästige Gebundenheit hätte von sich werfen dürfen! — Aber er durfte es nicht tun, denn als jüdischer Mensch, als Oatte und -Familienvater durfte er seine Existenz nicht aufs Spiel setzen, denn der Gedanke, sich von der zionistischen Bewegung ernähren zu lassen, war für ihn unmöglich. Wir notieren noch einige Lesefrüchte. Wir glauben ihn zu verstehen, wenn er einmal iri sein Tagebuch {schreibt: »Der Zionismus war der- Sabbat meines' Lebens«, ein Wort, das auch der begreifen kann, der nicht seiner Fahne folgt.. Was muß er auch für ein-guter Sohn gewesen sein, davon erzählt sein Tagebuch, als er die Nachricht von der tötlichen Erkrankung seines Vaters erhält. 1 Er sagt da ein Wort, das manchem von uns vielleicht auch ein Wegweiser sein kamrr »Ich habe mich immer beeilt, meinen Eltern brühwarm alles Angenehme mitzuteilen.«j — Was er für die Welt bedeutete, wußte erj Darum ärgerte es ihn, wenn ihn irgend einkleiner;Diploinat übersehen wollte. So schreibt er: »Für die vaterländischen Diplomaten existiere ich nicht. Sie behandeln mich| als Luft, die Idioten, von deren Existenz kein Mensch mehr eine Ahnung haben wird, wenn mein Name noch durch die Zeiten glänzen .wird wie ein Stern.« — Etwas Kometenhaftes hat in der Tat die Gestalt Herzls, er fuhr über {den jüdischen Himmel — einen gewaltigen Olanz verbreitend. Wir haben hier nicht zu entscheiden, ob er nur ein Komet sein soll, der rasch vorübergeht oder nicht vielmehr ein. Fixstern, dessen Licht aus einer anderen Welt 'mild und ständig zu uns herableuchtet! — Aber jeder JudeJ ob Zionist oder Antizionist, muß zugeben, daß er ein war, ein leuchtender Stern, wie er uns nur selten aufgehL — Bteslau. Dr. Willy Coh n. Zur MeBsondersitzung der Leipzig-Loge. Montag, den 27. August 1923 wird auf Wunsch der w. Leipzig * Loge Br. Dr. Alfred s ch m i d trüber das Thema, „Aktuelles aut der GroBloge“ sprechen. Logenlokal: Amd-Straße .1. Gold- Aufseherposten: Repzin. Die jüdische Erziehungsanstalt Repein möchte 3—4 anhanglose Henen, die ca. 15 - 45 Jahre sind, als anstellen. Diese müssen im Handwerk (Schuhmacherei, Tischlerei, Schneiderei, Garten- und Landwirtscha't vorgebildet sein, daß sie imstande sind, die Zöglinge zur selbständigen Arbeit anzuleiten. Sollten den-w. Brüdern geeignete Kräfte bekannt sein, bitten wir, diese zur Meldung im Deutsch-fsrpelitis|chen Gemeindebund, Steglitzer Straße 9, veranlassen zu wollen. Aufsr ) sc her gut Aus dem Gedftchtnisbuch der GroBloge. Seit unseren letzten Angaben hatten wir den Tod folgender Brüder zu beklagen. I Es starbeJ: 62. Im Januar 1922 Br. Salo Katschinsky, Mitv glied der Hardenberg-Loge, Frankfurt a. O. seit 16. Januar 1921, geb. 6. März 1886 in Tarnowitz., 63. Am 3. April 1922 Br. Gabriel. Scheuer, Mitbegründer ‘ der Saar-Loge, Saarbrücken — 7. Dezember 1902 — geb. 7. März 1844 in , Bemkastel.' 64. Am 13. April 1922 Br. Dr.Karl Enoch, Mitglied der Steinthal-Loge, Hamburg seit 19. März 1914, geb. 3. Mai 1865 in Hamburg. ' 65. - Am 22. März 1922 Br. Einanue! Morgenthau, Mitbegründer der Salomon Munk-Loge — 30. Januar 1910 — geb. 28. März 1856 in Krura stadt 66. Am 23. März 1922 Br. Max Hansen, Mitglied der Berthold Auerbach-Loge seit 7. November . 1887, geb. 13. Mai 1846 in Berlin. 67« Im März 1922 Br. Robert Waller, Mitglied ' der Libanon-Loge, Insterburg seit 14 Februar 1918, geb. 24. Februar 1874 in Pietazzen. 66. Im März 1922 Br. Adolf Friedlin der, Mitbegründer der Libanon-Loge, Insterburg- — 14. Januar 1909 — geb. 3. Juli 1869 in Insterburg. 69. Am 16. Mai 1922 Br. Emil Stern, Mitglied der Frankfurt-Loge Frankfurt a M. seit 17. Mai 1906, geb. 29. September 1860 in Geldern. 70, Am 17. Mai 1922 Br. David Basch, i Mitbegründer'der S uttgart-Loge — 17. Dezember 1899 — geb. 29. Juni 1837 in MühringenJ 71 Mit 7. Fef Am 16. April 1922 Br. Heinrich Weyl, begründer der Jul. Bien-Loge, Eschwege — bruar 1897 — geb. 29. Oktober 1845in Frank^nthal 7Z Am 14. Mai 1922 Br. Julius Michaels I. Mitglied der Mendelssohn-Loge, Magdeburg seit 15. Februar 1919, geb. 22. April 1875 in Magdeburg. — 94 —

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