Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- Beilage 1923 (1923)
- Issue
- September (9.1923)
- Date
- 1923-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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r i ■Oedanken aus ihr sich zu eigfen gemacht, ist :a*cr trotzdem sich und seinem Deutschtum treu fpblieben. Das £eigt die Gegenwart in besonders eindringliche^ Weise. Sie zeigt einen Rheinlinder hochgemuten Sinns und innerster Treue. Wer sich selbst so treu bleibt im besten Sinne, der ist auch andern treu, die zu einä* Gemeinschaft mit ihm verwachsen sind. Treue stützt sich auf Wertung und Anerkennung, sie kann im Rheinland auch nicht abgewandten Hauptes an den Juden vorübergehen. Wo liegt nun die antisemitische Gefahr, im Rheinland? In demselben einfach Menschlichen des rheinischen . Menschen. Eine Seele, $lie nicht argt und mißtraut, ist gar leicht üblen Einflüssen zugänglich; rheinische Ehrlichkeit und Offenherzigkeit lassen gar leicht ein Türlein offen, da hinein Bosheit und Verleumdung den Weg finden und Mehltau streuen. Das rheinische Volk hat an der Niederlage Deutschlands am schlimmsten zu tragen, es trägt die Last als eine Pflicht, manchmal mit einem Scherzwort, aber den- Weg zum Antisemitismus hat es nicht selbst gefunden. Dieses Gift kani von auften. Da liegt die Gefahr! Unsere rheinischen Brüder und uns zu schützen vor dem Haß, der *- l •4- [ 1 Vcnatvortikh für de* Inkatt: Dr E. Flak et, Berlin, Kleiststr. 12, } von außen her eingepflanzt wird, das ist ein ernste Aufgabe, die wir zu erfüllen Auch die rheinische Seele scheint angekränkelt. Auch bei uns steigen an verschiedenen Stellen Blasen aus dem Sumpf und zeigen uns giftig! Gase. Die Wahrheit lehren heißt hier für die rheinische Seele! und somit auch für uns das Seelenlose kämpfen; denn der Antisemitismus hat keine Seele. In unserm Logengedarken aber liegt der Wille, den Menschen z|i sit - licher Höhe emporzuführen. Auch das i^t Abwehr gegen die Fluten des Judenhasses. Denken und Tun rein zu halten und zugleich auch sein Wollen zu stärken, sich selbst und seinem Heimatlande die Treue zu wahren, das ist ein Wall,, der sich gegen all die trübe Schlanmflut antisemitischer Wühlarbeit stark und fest erhält. E^_ gibt eine jüdische Seele, sie heißi: Arbeit, Not, Wollen, Zuversicht, Hoffen. Eis gibt eine rheinische Seele, sie heißt: Schönheit, Lebenfreude, Duldsamkeit und Verstehen. Und wenn ihr’s zusammenwürfelt, dann habt ihr’s, den Kem alles Lebens: die menschliche Seele. Um sie geht heute der wahre Kampf. S<i auch du tapfer, du rheinische Seele! Dn|ck: Buchdruckern Vilbels*, Berlin SV. 68, 10.*