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Der Orden Bne Briss · 1923-09-01 · September (9.1923) · p. Seite 9

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
Beilage 1923 (1923)
Issue
September (9.1923)
Date
1923-09-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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nähme, wieder ein anderer in den Landheimen in Segeberg (Holstein) Eine Anzahl jödische ( und in Hofheim (Taunus): Familien auf dem Lande hatte sich ferner bereit erklärt, je ein Kind aufzunehmen. Diese letztere Art der Unterbringung hat sich ganz besonders bewährt Die (Pflegeeltern sorgten liebevoll für das leibliche und geistige Wohl der innen zugewiesenen Kmder. Gewichtszunahmen von 9—14 Pfund ws durchaus keine Selten iieit. Im Jahre 1922 waren Kinder an der Mosel, an der Ahr, im Siegkreis und in Ostfriesland untergebracht. Ihr Betragen ist überall als ein sehr gutes bezeichnet worden. Leider fanden sich im laufenden Jahre nur wenige Landfamilien zur Aufnahme eines Stadtkindes bereit Und doch könnte gerade hierdurch außerordentlich segensreich für das Judentum und das / Vaterland gewirkt werden, Doch gelang es uns, 56 Kinder in Bayern (ind 21 in Ostfriesland unterzubringen. Mit dem hiesigen israelitischen . Kindersparverein gemeinsam gründeten wir in der Not des Krieges den »Kleinkinderhort«, dessen vorbildliche Leitüng in den Händen der Damen des Vefeins liegt Vom Schulunterricht zurückgesetzte und schulunfähige kränkliche Kinder finden hier ebenfalls durch Ernährungs-, ’ Soolbade- und Liegekuren Heilung und Oesundung. Dieser Kleinkinderhört befindet sich Schrebergarten des Vereins in'Köln- Sülz. Auch diese Einrichtung, bewahrt sich nach jeder Richtung hin außerordentlich,' wie alle unsere Wohlfahrtsbestrebungen, die uns viele Gönner und Freunde verschafft habet). Ihnen allen danken wir von Herzen für die tatkräftige Unterstützung unseres' sozialen Liebes- Werkes. Wenn die jüdische Oeffentlichkeit unsere Bestrebungen anerkennt und vor allen Dingen fördert, dann ist das de/ ‘schönste Lohn für unsere Arbeit und Mühe. . mit den römischen selbst geweilt und I Einst und jetzt. Von Ejxpräsident Br. Rabbiner Dr. Die jüdische Gemeinde in Köln, die bereits Legionen der Kaiserzeit daschon vor den Kreuzzügen einen Mittelpunkt für die putsche Judenheit abgegeben hatte, ist im Jähre 1425 auf »ewige Zeiten« aus den heiligen Mauern der Stadt gewiesen worden und hat sich in alle Winde zerstreut. Wenn überhaupt ein Zusammenhang vorhanden, dann sind es hur unsichtbare Fäden, die die Vergangenheit rrjit den jüdischen Ansiedlern verknüpften, diej in der Franzosenzeit — seit 1798 — sich in Kö}n niederlassen. Diese Gemeinde war anfangs (echt klein und unbedeutend: Mit ihren 124j Seelen im Jahre 1806 unterschied sie sicii nur wenig von den ebenso unbedeutenden Landgemeinden Jülich (95 Seelen), Frechen (92 Seelenjl Bergheim (91 Seelen), Brühl (78 Seelen). Hemmend rjvirkte auch das Napoleonische Dekret vom 17. März 1808, idas*die bürgerlichen Rech» der Juden in Empfindlicher Weise einschränktp Fertier wurde die Gemeinde bei der gleichzeitigen Organisation der jüdische^ Kultusverhältnisse erst lern isr. Konsistorium K o b e r, Mentor der Moriahloge, > Krefeld, dann Bonn unterstellt und entbehrte, bis 1857 eines eigenen Rabbiners. 'Von den jüdischen Familien Kölns fagten in -’jenen Anfängen nur die Oppenheims über „das Mittelmaß hinaus. Sie waren Hoffaktoren der letzten Kölner Kurfürsten gewesen, wohnten seit-dem Anfang des 19. Jahrhunderts in Köln, — Salomon Oppenheim (geb. 1775), war mit seiner Familie aus Bonn dahin übergesiedeltwurden eins der bedeutendsten Geldhäuser ijnd stiegen alln^hlich zu freiherrlicher Wurde empor.1 Auch dem Judentum haben sie in zwei Generationen wertvolle Dienste geleistet, als ersteh Salomon Oppenheim, der als Vertreter der ’ Juden des Roerdepartements an der von Napoleon einberufenen Notabeinversammlung irf Paris im Jahre 1806 teilnahm. .... Aber bald wuchsen der jungen Gemeinde die Flügel, obwohl ihre Seelenzahl auch* in preußischer Zeit nur langsam voranschrpitet. Sie tritt an die Spitze der rheinischen Gemeinden, die nach dem Regierungsantritt Friedrich Wilhelms IV. die Gleichberechtigung der Juden er- - 9 - i -I

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