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Der Orden Bne Briss · 1923-09-01 · Nr. 9/10 - September (9.1923) · p. Seite 89

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1923
Issue
Nr. 9/10 - September (9.1923)
Date
1923-09-01
Page
Seite 89 (sequence 9)
Language
German
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If eine regelmäßige Auffrischung der Bücherei nicht möglich ist. Die finanzielle Misere verlangt eine fortgesetzte Steigerung des Beitrags, während andererseits Rücksicht auf «finanziell schwächere Brüder geboten istj. Wir gingen dazu über, in vier Stufen von 200 — 2000 M. den Beitrag zu erheben (Einreihung durch Selbsteinschätzjung mit ev. Korrektur durch den Beamtenrat). .Wir machten dabei die besten Erfahrungen. Von Vierteljahr zu Vierteljahr werden diese Qrjindbeträge unter Schonung der niedrigsten Klasse gesteigert. Daß diese Einnahme wenig mehr als die Regiekosten! brachten, liegt auf der Hand. Alle andern Bedürfnisse der Loge wurden durch freiwillige Spendenj aufgebracht. Als besonderes Verdienst glauben wir für uns die Organisation der örtlichen jüdischen Nbthilfe buchen zu dürfen. Die Loge beschloß, zur Unterstützung der hiesigen notleidenden Olaubensbrüder. eine Sammlung unter den hier wohnenden Brüdern zu veranstalten und führte sie derart durch, daß neben einmaligen Spenden von fast allen regelmäßige monatlich^ Beiträge für diesen Zweck gezeichnet wurdeij. Veranlaßt durch dieses Beispiel beschlossen ' die anderen hiesigen Wohltätigkeitsorganisationen ähnlich vorzugehen. Alle vereinigten 'sich Schließlich mit dem Ärrrjenrat der Israel. Gemeinde zu einem jüdischen! Fürsorgeamt, wo in1 gemeinsamer Beratung funter Wahrung aller Selbständigkeit der einzelne^ die Mittel verteilt werden, wodurch .eine Doppelversorgung einzelner und eine Vernachlässigung anderer vermieden wird. In der ersten Verteilung konnte so durch unseren immerhin kleinen Kreis hiesiger Brüder fest 3/< Millionen Mark zur Verfügung gestellt wjerden. , Mit den Schweizer Logen verband uifs vor dem Kriege eine Innige Freundschaft mit regem .gegenseitigen Verkehr.. In den Jahren nach dem . Kriege konnten diese Beziehungen nicht wieder aufgenommen werden. Wohl kamen bei besonderen Veranlassungen die Schweizer zu] uns, aber wir nicht zu ihnen. Im letzten Termin haben wir (auch damit wieder den Anfang gemacht und gelegentlich Delegationen dorthin entsandt. - I , Wesentliche j Fortschritte machte i die Schwestemvereiniigung der Loge, die im abgelaufenen Termin ihre [Organisation* festigte und eifrig sich tetätigte.; Die Schwestern sind durch Delegierte in geeigneten Ausschüssen der Loge vertreten. . * * r *; Rhenus-Loge, Mainz. Bericht über das Jahr 1922-23. Die fortschreitende rapide Geldentwertung verlangte eine intensivste Arbeit auf dem Oebiete der Wohlfahrtspflege. Die bisher von uns unterstütztet? Vereine und Institute erhielten in diesem Jahre durchweg weit erhöhte Beiträge. Mit der im vorigen Jahre in unserer-Gemeinde und mit unserer Mitwirkung errichteten Zentralwohlfahrtsstelle haben w.ir Oft und erfolgreich zusammen gearbeitet. So haben-wir z. B. mit diesem Institut gemeinsam 15 erholungsbedürftige Kinder in das jüd,. Kinderheim in Kreuznach gesandt. Eine weitere Anzahl Kinder sollen der gleichen Wohltat teilhaftig werden. Die beiden! Patenstellen bei der Gartenbauschule in Ahlem verlangten naturgemäß ein .Vielfaches der im. Vorjahre ausgegebehen. Summe und auch in ' diesem Falle habefr freiwillige Spenden es uns ermöglicht; den: Anforderungen zu genügen. Der Kulturfönd hat nach Abführung der Beträge an den Kulturfond der Großloge recht erhebliche Unterstützungen in unserem Bezirke ausgegeben. Auch hier müssen wir erneut der hochherzigen freiwilligen Gaben unserer‘Brüder gedenken, die es uns ermöglicht haben,v erfolgreich zu wirken. . . : Die Lebensfähigkeit der Kultur- und Wohltätigkeits-Institutionen. in unserer Gemeinde zu erhalten, war eine unserer ernstesfen. Sorgen. Im Verein mit der Gemeinde unternahmen wir eine große Hilfsaktion und es gelang uns anfangs Winter 5 Millionen und Ende Winter weitere 16 Millionen aufzubringen. Größere Spenden stehen noch aus, und wir hoffen,, daß sich die bereits vorhandenen 21 Millionen auf 23 erhöhen werden. , ' Was die Zusammenarbeit mit den übrigen Logen betrifft, so war dieselbe durch die herrschenden Verhältnisse ungemein erschwert. Der Eisenbahnstreik und die seit Monaten dauernde Postsperre am hiesigen Platze haben die Verbindungen zeitweise vollständig unterbrochen. Von Mitte Februar bis Anfang Mai hatten •; wir keine Briefpost mehr und manches wichtige 83

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