Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1923
- Issue
- Nr. 7/8 - Juli/August (7.1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- Seite 73 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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' i. Der Freitag gaii den {Resolutionen, die nach ' erschöpfenden Beratungen in der Kommission überreicht wurden. Ohne jedes kommentierende Wort wurden die beiden ersten verlesen und angenommen. Die Bereitschaft der internationalen jüdischen Frauenwelt zur Friedensidee, und diev Verpflichtung derselben, mitzuarbeiten am Aufbau von Palästina. Die Resolutionen gehen insgesamt mit den Referaten demnächst den Teilnehmern des Kongresses vom Büro zu. Es wird ein unseren Gedankenkreis, ujtser Streben und unser Wollen befruchtendes Nadhleben in diesen weltumfassenden Hilfsaktionen sich daraus entwickeln, dessen Resultate. Köpfe und Herzen erheben werden zu unermüdendem Ausbau. An den Nachmittagen schlossen sich gemeinsame, schön und gemütlich arrangierte Fahrten zujden Institutionen und sehenswerten Heimen und Wohlfahrtseinrichtungen an. Und wir konnten mit Bewunderung erkennen, was hier Großes und Schönes geleistet wird in der harmonischen Verschmelzung des guten jüdischen Herzens mit dem lieben Wiener Herzen. Groß ist die Fürsorge ur d bewundernswert die exakte Auswirkung der Hitenden Gedanken zu segenspendenden Taten. Einen überaus schönen Abschluß brachte der Sonnabend Abend. Da versammelte der hochw. Großpräs dent, Herr Professor Ehrmann, den Logcnkreisj nachdem er schon früher durch Besuch der Delegierten der deutschen Schwesternschaft sein brüderlich herzliches Empfinden für die deutschen Logen ausgesprochen. Es war mir vergönnt, über unsere Schwestemarbeit im Kreis der Brüder zu sprechen. Nach dieser Rede sprach eine Schwester der Henrich Graetz-Loge-Breslau und .dann eine liebe Wien«- Schwester. Sie erzählte von der Hingabe, mit der die Schwestern arbeiten, von den schönen Erfolgen dieser Arbeit, die Fürsorge der Jugend vor allem bedeutet Und die sich dem ganzen j Entwicklungsgang und Erziehungskreis helfend fcnpaßt. Die organisierte Arbeit, die wir als Schwestern lieben, und dieses geschlossene Gefühl dei| Gemeinsamkeit mit den Brüdern, ist im österreichischen Distrikt noch ‘ nicht erreicht. , Die Schwestern und auch ein Teil der Brüder streben danach, und?es - ist zu hoffen, daß es sich verwirklichen läßt Bei der alten großen Tradition, cfie der Wiener jüdischen Welt leuchtend vorangeljt, bei den reichen vielgestaltigen Notwendigkeiten, die ein stets flutendes, von Notstandsgebieten kommendes, der Liebe, der Einsicht iund der Fürsorge be- 4 dürftiges jüdisches Menschentum verlangt wird es den Rieben Wiener Schwestern nicht schwer sein, Arbeitsgebiete zu fikideij, die dem- Logengedanken edle Auswirkung, der Schwesterüchkeif schöne Erfüllung bedeuten. , Der zweite Teil des Abends (brächte schöne Aufführungen, köstlichen Oesang, Vorträge/Ansprachen, und wie der hochw. -Bruder Großpräsident in schönen, liebenswürdigen Werten begonnen, vorSchluß die anwesende Präsidentin - des Kongresses, Frau Kohut, noch eine, die Herzen, erfüllende kluge, liebe, Vpn unserer lieben Breslauer Schwester, Frau Öllendorff, Ins Deutsche übertragene Ansprache gehalten, so schloß Bruder Großpräsident mit innigen Freundes- und Bruderworten. Daß wir hier in unsren lieben, Logen zu Hause sind, daß wir j 'zusammengehören »grenzenlose, allumfassend, das war eine sichere, stolze Empfindung. Mit herzlichen Bruder- und Schwestergrüfen an den ganzen lieben deutschen Distrikt schieden wir voneinander. Wir werden vieles noch von den Eindrücken und von den •' taterzeugenden Wirkungen dieses Kongresses zu berichten haben. Berlin, 23. Mai 1923. . Ernestine Eschelbacher. Die jVlitarlneit der Frau in der jüdischen Gemeinde. Von Schw. Flora Out-Frankfurt a. M. ' Der Novembe: 1918 hat den Frauen Deutschlands plötzlich und unerwartet das gegeben, was seit Jahrzehnten das Ziel ihrer heißen Kämpfe war: ^las aktive und passive Wahlrecht. Die jüdischen Oemem len Deutschlands haben von diesem Fortschritt betrübend wenig Notiz genommen. Nur in ganz wenigen Gemeindeverwaltungen ist bis jetzt, 4 Jahre nach der Revolution, die Frau zur Mitarbeit herangezogen worden, nachdem sich ihre Tätigkeit im Reichs- — 73 — ■-I«