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Der Orden Bne Briss · 1923-05-01 · Nr. 5/6 - Mai/Juni (5.1923) · p. Seite 41

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1923
Issue
Nr. 5/6 - Mai/Juni (5.1923)
Date
1923-05-01
Page
Seite 41 (sequence 3)
Language
German
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(Eingetragener ©etein. €igenrr JJtriag Der 6!o|lngt. gnrtau: 62, |lfl(I!traüf 12. top^on: imt £B$b 4619. yoMIfMinrto: £rrtfa 16383. Badlbrtuft lanttlidtex Brtiftel au* toteren Kütetlunßm to erboten. In halt 1 Soziale Erkenntnis. — 139. Omerzlkomitee-Sltzurg, 25. Febniar 1923. — Otaeratkaatte« and Einzelloeen. — Am den Loren dct VIII. Distrikts. — Am dem Osbiete der a^erdeutscben Logen (Tagung des Verbandet der UraeUUachen HaataalUKzvereine B’aai B'ritk ifir Oesterreich. Dtairilrt XII; pistrikt'X; Distrikt III). — Bücbermchan. — Am dem Verbände der Frananrnrlnlgiinira (Erweiterte Vontandaaitznng dea Verbandes der Franenaerdnignngen der U. O. B. B.-Loge» aa 29. Januar 1903 in Berlin; Van der $dutflleitang). — Mittellangen. . . Soziale Erkenntnis. Von Br. Dr. Alfred Es will mich bedänken, als ob die Völker sich verhalten wie Menschen, die, — gezwungen aus einem finsteren Ausgang ins Freie zu gelangen — sich gegenseitig im die Gurgel fassen, anstatt sich hilfreich beizustehen. So ungefähr charakterisierte Walther Rathenau in seiner geistvollen Weise das Seelenproblem der Zeit, als er j auf der historischen Konferenz zu Genua,, seine vier ungeschriebenen Thesen vertrat, die nadij seinem eignen Wort unsichtbar sichtbar— über den-Verhandlungen geschwebt hätten, ohne zur Behandlung zu kommen. I Er hatte zu allen ^Hoffenden, Erwartenden — nicht nur von ganz Europa — gesprochen, denen das Glück der.Menschheit mehr bedeutete als Politik. Die von Rathenau formulierte Erkenntnis ist nicht e i n e i der Probleme unserer Zeit, sie ist das Problem derj Zeit. Sie zu begreifen, alsj Theorie zu erfassen, ist gewiß nicht gar zu schwierig, ihr nachzuleben — durch die Tat -tunendlich schwer. Es gehört dazu nicht nur persönliche Ueberwindung Opfer, sondern ein Hinweg- Ooldschtnidt. , ’ _ räumen i von Mißtrauen von Mensch zu Mensch,; eines Mißtrauens, das bergehoch aus dein Ruinen einer gegenseitigen Zerfleischung zurückgeblieben ist Nur der mühselige \freg dieser Erkenntnis ist imstande, langsamj sehr langsam — einen schnellen'Weg gibt 'es ] nicht aus der Tiefe des menschlichen Elends herauszuführen. , . Die|se Erkenntnis ist zunächst nur in wenigen Personen und Gemeinschaften vorhanden. Noch hat sie die Bedeutung nicht die Ihr zukommt In einer Zeit, in der »Politik« schlimmster Art die Qeschicke der Oesamtmenschheit be-‘ stimmt.! Wir sehen Völker nach -vier Kriegsjahren sich gegenseitig weiter zerfleischen, um äußere Vorteile, Werte, Geld und Zinszu erpressen, wir sehen Klassen und Parteien um die Herrschaft ringen, Oruppeh sich bekämpfest — mit dem ausgesprochenen Ziel gegenseitiger Vernichtung, Ausmerzung, wir sehen j Stände und Personen die Not der Zeit ausnutken, um ihre »Erträgnisse« auf das! höchstmögliche, für andere unerträgliche Maß zu steigern. Dazwischen verkümmern Hilflose, die sich nicht wehren können, an Seele und Körper.

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