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Der Orden Bne Briss · 1923-03-01 · Nr. 3/4 - März/April (3.1923) · p. Seite 25

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1923
Issue
Nr. 3/4 - März/April (3.1923)
Date
1923-03-01
Page
Seite 25 (sequence 10)
Language
German
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der Großloge haben wir nicht nur eine Notstandsaktion zu erblicken wie andere mehr, sondern ein Bekenntnis des Ordens zu den heiligsten und höchsten Gütern des Judentums, die Erkenntnis, daß alle materiellen Besitztümer vor ihnen zerstieben und sich verflochten wie Spreu im Winde. Der Wille, die jüdische Kultur in ihrer Eigenart lebendig zu erhalten, schließt das Bestreben in sich, sie mit dem Wesen deutscher Geisteswissenschaft zu i verknüpfen. t ]Die Schaffung des Kulturfonds bildet einen Höhepunkt und ein besonderes Ruhmesblatt in der' Tätigkeit des Großpräsidenten. Auf den'Schultern seiner Vorgänger stehend, baute Timendorfer 'den Orden in die Höhe, ein Gebäude, das himmelwärts rsfgt in die Idealwelt unserer Väter, und in dem sich doch auch alle Brüder wohnlich und behaglich zusammenfinden. Seit dem Augenblick, da Br. Timendorfer an die Spitze der Großloge trat, war der Orden. Inhalt seines Lebens. All sein Sinnen und Trachten, sein Denken und Fühlen war auf das Wohl des Ordens gerichtet. Seine ganze Lebens¬ und Weltanschauung blieb auf den Orden eingestellt. Er betrachtete alle Menschen, Ding6 und Zeitereignisse vom Gesichtswinkel des Ordens. Unter Hintansetzung seiner materiellen, seiner Berufs- und : Familieninteressen gibt er sich selbstlos und opferfreudig dem Dienste des Ordens hin. Diese Nimmermüde, unerschöpfliche, keine Grenzen (kennende Ordenstätigkeit ward ihm selbst eini Quelle der Freude, ein Born der Verjüngung, | das Mittel der Erhaltung seiner Kräfte. Er überwindet leicht die Strapazen seiner zahlreichen, anstrengenden Logenreisen, weil seine Besuche nicht nuif für die Logen ein Fest sind, sondern für ihn selbst Labsal und Erquickung. In unserem Orden sind die Symbole zu Hause. Br. Timenddrfer selbst ist ein allen Brüdern geläufiges Symbol, um nicht zu sagen das Modell, das Prototyp einer weisen, verbindenden, au'sgleichenden Ordensleitung und eines vollkommenen Logenbruders. Aufrecht und aufrichtig; von kristallklarem, lautersten Charakter paaren sich bei ihm Festigkeit mit Herzlichkeit, delbewußte Schaffensfreude mit einsichtsvoller To eranz; " ' Einst fragte ein (jüdischer Weiser den anderen: »Woher stammt die Erleuchtung der erkorenen Führer im Judentum?« Und er erhielt die Antwort: fVom: Herrschergewande Gottes, das erstrahlt > ön e inem .Weltenende zqm * anderen und seinen Abglanz wirft auf die Männer, die mutig einst^hen fjür das, was recht und wahr und gut ist.« Etwas von diesem leuchtenden Gottesglanz und Gottesgnailentum ist der sonnigen^ tatenfrohen, strahlenden Persönlichkeit unseres lieben Br. Großpräsidenten Ein Liebling der wohnt, streute! ihm beigegeben. Götter, vom Schicksal verdas Leben Rosen« Ehren, Freuden. In uhverWüstlichem Optimismus, geneigt in allem nur das Schöne und Angenehme zu erblicken, in aen engsten und weitesten Kreisen verehrt und geschätzt, geliebt von allen, die ihm nähe Steher durften, hat zwar auch Br. Timendorfer in sc iwerem Seelenschmerz> die verheerenden Wirkungen der Kriegs- und Nachkriegszeit empfinden müssen und auch ihm,wird manche Enttäuschung auf sfeinem. sonst so ebenmässig verlaufe len Lebensweg nicht erspart geblieben sein. Es gibt kein vollkommenes Glück auf Erden. Aber cas eben ist das Charakteristische an Bi . Timendorfer als wahrem und echtem Ordensbruder, daß er am ehesten im Schoße des Ordern; und im Kreise der Brüder das Gleichgewicht < 1er Seele wiederfindet. Die Bruderschaft ist für ihn nicht~ein Milieu, das ihn der Familie entzieht, sondern ihre. Fortsetzung und Ergänzung. Aus den Gefühlen seines eigenen glücklichen Familienlebens heraus, an der Sfite seiner verehrungswürdigen Gattin, betrachtet er patriarchalisch den Orden als eine große Familie und sich selbst als das Familjenoberhaupt unseres Bundes. Auf diese Betrachtungsweise ist auch der Lieblingsgedankje 3r. Timendorfers : zurückzu- - führen, die Söhne von Brüdern beim Eintritt in die Loge vor anderen Kandidaten zu bevorzugen, weil man als $ohn eines Bruders gewissermaßen in die Loge hinejngeboren wird und hineinwächst. Das Judentum hat stets den Frauen Ehrenkränze gewunden. I Wir Bne Briss haben allen Anlaß in unsere V/ertschätzung für den Großpräsidenten einen für die Gefährtin Wir wissen, daß Welt von Liebe, 1 Kranz4 inniger Erkenntlichkeit seines Lebens einzuflechten, das Frauenherz! 'eineeigene on Sorge und Fürsorge umfaßt, mit allem Wachen und Bangen um das Wohl des Gatten, der sjch dem aufreibenden Dienste 25

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