Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1922
- Issue
- Nr. 10/11 - November-Dezember (11.1922)
- Date
- 1922-11-01
- Page
- Seite 130 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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I :; Tagung der Z. im Jahre 1921 erstattet wurden. Durch die intensive Arbeit des Arbeitsausschusses, des Geschäftführers, der Gemeinden und zahlreicher Organisationen gelang es in den vergangenen drei.Jahren, wie der 1. Vors., der hochw. Großpräsident Br. T i m eoi d o r f e r her: vorhob, die Zals Vertreter in der jüdischen Wohl* fahrtspflege; in Deutschland auszugestalten und damit eine neue jüdische Einheitsfront zu schaffen. Der Name „Zedakah“ den die Zeitschrift führt, deutet das Programm an: auf Gerechtigkeit, Menschenliebe. und Pflichttreue soll sich die Arbeit aufbauen. Bei ihrer Oründung fand die Z., wie Bn Eugen Caspary ausführte, neben zahlreichen Wohifahrtsinstitutionen auch viele überflüssig^ Vereine und Gründungen vor. Hier organisatorisch einzugreifen durch Gründung einer Auskunft- und Beratungsstelle, Schaffung eines Archivs, war die erste Aufgabe. Daneben gab die Zt zahlreiche Anregungen und wurde allmählich, was der Charitasverband für die Katholiken, die evangelische Mission für die Protestanten bedeutet, die Spitzenorganisation der jüdischen Wohlfahrtspflege; die in allen behördlichen und-anderen Wohlfahrtsaktionen, wie dem Reichsaussthuß für Kriegsbeschädigtenfürsorge, der Auslands-, Kinder- und Altershilfe gleichberechtigt vertreten ist (Dr. Segall). Om die Arbeit der Z. zu erleichtern ist, wie Frau Clara Samuel hervorhebt, die Zusammenfassung aller Kräfte innerhalb der Gemeinden, die örtliche Zentralisierung, die Zusammenfassung dieser Zentralen zu Provinzial- und Landesverbänden notwendig. Am. Beispiel des Wohlfahrtsverbandes von Elberfeld-Barinen zeigt Frau S., wie solche; Arbeit praktischzu leisten ist. Die Förderungen der Gegenwart an die jüdische Wohlfahrtspflege behandelt in einem auch stilistisch glänzend geschriebenen Aufsatz - Frau S. Wronsky. Auch sie betont, daß mit dem whiichaftlichen Aufstieg der Juden und der Entwicklung des Klassentums zwar ein großes System der Wohlfahrtspflege für den Augenblick der Not geschaffen sei, das aber nicht vorbeugend und verhütend für die Zukunft ist, schnelle und vor allem konstruktive Hilfe sei erforderlich.! Auf dem Gebiete derWohnüngsreform sind Wohngeiegenheiten unter Zuziehung der Gemeinden zu schaffen, der Herabminderung des Bevölkerungszuwachses ist zu steuern durch Beiträge iur Wochenhilfe, Frühehekassen usw,. Notwendig sind ferner der Ausbau de - Berufsberatungsstellen, die Jugendfürsorge, vor allem aber eine planmäßige, pflegerische Füriorge im Einzelfall. Zur Helferschaft an dieser Arbeit der Gegenwart sollen neben den sozial geschulten Beamten alle geeigneten Glaubensgenossen herangezc gen werden. - Ueber die Aufgaben der jüdischen Jugendfürsorge spricht ausführlich R. A. Dr. Lamm. Auf Grund seiner langjährigen Erfahrungen in der Berliner jüdischen Gemeinde entwirft er ein umfassendes Bild dieser Frage, erörtertauch die gesetzlicher Bestimmungen und macht Vorschläge zur Aends-ung der bestehenden Verhältnisse insbesonder sauf dem Gebiete" des Pflegersystems. Es würds zu weit führen auf alle Einzelheiten einzugeh sn, aber all denen, die sich praktisch und theoretisch für die Jugendfürsorge interessieren, sei die Lektüre gerade dieses Artikels warm empfohlen. In das Gebiet der Jugendfürsorge fällt aucl i ein Referat von Emil' Wal i s f e i n- Breslau, der die Not unserer Waisen- und Erziehung! anstalten durch die Steigerung der Unkosten schildert. Frage, ob eine jüdische Sozialpolitik und nötig sei, bejaht R.'A. Dr. Baum. Juden in Deutschland eine besondere rtiit besonderen wirtschaftlicher und somiehungen bilden, muß auf die jüdische die aus Kaufleuten, Akademikern und Die möglich Da die Schicht zialen Bi; Familie, Rentnen i| besteht, die jetzige wirtschaftliche Umwälzung anders wirken, als auf Landwirte, Beamte, Offizier« J jüdische Sozialpolitik ist nötig gegenüber d«r Zurückdrängung auf wirtschaftlichem Gebiete durch den Antisemitismus, sie ist aber nur möglich innerhalb der deutschen Wirtsc haft. Die wichtig; le Aufgabe ist die Berufsberatung, die bei der; augenblicklichen Unsicherheit der Verhältnis!| zwar nur vereinzelt eine lierufsumschichti mg vollbringen kann, aber durch Erteilung von Auskünften in vielen Fällen den richtigen Rat get en wird. Im Zusammenhang damit steht die Arb :jtsvermittlung und eine moderne jüdische Angesti Ilten-, Mittelstands- und Bevölkerungspolitik.; Ein« 4 sehr wichtigen Teil der Verhandlungen bilden die sozialhygienischen Aufgabe!: der jüdischen Wohlfahrtspflege. Eingeleitet werden dieselben durch ein Referat des 130 1