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Der Orden Bne Briss · 1922-08-01 · Nr. 7 - August (8.1922) · p. Seite 89

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1922
Issue
Nr. 7 - August (8.1922)
Date
1922-08-01
Page
Seite 89 (sequence 9)
Language
German
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Israeliten in ihrer Auffassung auseinandergehen, miteinander streiten sollten, daß jetzt nicht die Zeit ist, daß Männer, die als Hebräer nicht übereinstimmen, auch als Menschen einander feindlich gegenüber stehen dürfen. Die Stürme unserer Tage müssen in alle jüdischen Herzen die Empfindung bringen, daf die Zeit nicht zum Auseinandergehen, sondern zum festen Sammeln, zur Einigung anruft, alle Israeliten.« Passen nicht diese goldenen Worte für die heutige Zeit, als wären sie erst vor kurzem niedergeschrieben? Deshalb ist uns atich der dritte Absatz des Priestersegens: »Und er gebe Dir Frieden« das Höchste. Ohne den Frieden in unserem Orden, ohne die echte Eintracht, gestützt auf die Neutralität, kann unser Orden nicht fortbestehen. Noch wertvoller als diese äußere Eintracht ist der stille Frieden im Oemüte. Ein solch’ innerer Frieden wird uns auch dann nicht verlassen, wo unser Hetz zu stürmischer Empfindung berechtigt wäre. Ein solcher Frieden wird selbst da seine besänftigende Kraft bewahren, wo man schmerzhaften Erinnerungen begegnet, an denen ja die heutige Zeit leider so unendlich reich ist. Zum Schluß bemerkt Br. Oroßpräs ident, daß er in der kurzen Zeit,'' die ihm zur Verfügung stehe, nicht all die Lehren ausschöpfen könne, die in den Arbeiten von Horovitz aufgespeichert seien. Das bleibe der Horovitz-Loge selbst Vorbehalten. Er schließt seine Rede mit den Worten, mit denen der verstorbene Präsident Isidor Dreifuß die Trauerloge für Horovitz geschlossen hat: »Das Leben verlangt von uns die Erfüllung unserer Pflichten, wenn wir diese im Sinne unseres herrlichen Lehrers Horovitz vollbringen; wenn dabei sein Vorbild uns voranleuchten wird,. so erfüllen wir damit eine Pflicht der Treue, die wir ihm schulden für alle Zeiten. In Deinem Oedenken, Du edler Mann Oottes, nach Deinen Lehren uhd an Deinen Werket) wollen wir weiter arbeiten und Dir dabei setzen ein Denkmal der Unsterblichkeit.« Dieses Gelöbnis geben Sie, meine lieben Brüder, die Sie heute die Marcus' Horovitz-Loge gegründet haben, feierlichst ab und in der sicheren Hoffnung, daß Sie dieses Oelöbnis allezeit beherzigen werden, heiße ich Sie bei Ihrer Aufnahme in unseren Bund auf das herzlichste willkommen. —- ln seiner bekannten klassischen Form erklärte hierauf Br. Hugo Schlesinger die Zeictun und endete mit der Mahnung, daß nicht äußee Form, sondern das innige, sinnige Erfassen d s Kernes Logenideal sei. Es erfolgte sodann die Wahl der Beamtin der neuen Loge, die einstimmig/folgendes Ergebnis zeitigte: - Präsident: ' Br. Abraham Horovitz, Rechfsanwalt, , Max Epstein, Direktor, Dr, phil. David W(armbrui|n,\ Chemiker, . . , Dr. med. Eugen Kaufmann, Arzt, .. > Max Mainz, Bankier, Hugo Fränkej, Kaufmann, Sanitätsrat Dr. Fulda, Arzt Dr. Otto Friesen, Studien direktor. ■ >, Nunmehr übernahm der hochw. Br. Vifeegroßpräsident L i s s e r das Präsidium, um lie Beamten zu installieren. In erster Linie verpflichtete er den Präsidenten und mit ihm Ile Vizepräsident: Mentor: Prot. Sekretär: Finanzsekretär: Schatzmeister: Merschall: Wächter: übrigen .Beamten, die alle gleichberechtigt pm Beamtenrate und gleichverantwortlich für Wohlergehen der Lo^e seien. Eine neue sei das, was der erste Präsident au» ihr mache. Getreu der Ueberlieferung der beiden ande en Frankfurter Logen und eingedenk der e irwürdigen Tradition des Hauses Horovitz möge auch diese Loge eine vorbildliche Pflanzstätte < les Ordensgedankens werden und vom Zauber ier Persönlichkeit an der Spitze müsse das ausgef en, was aus den Mitgliedern der Loge Brüder i nd Freunde mache. Qjberste Pflicht aber eiies jeden Beamten sei, für steten innigen Kon akt mit der Oroßloge Sorge zu tragen. Der hochw. Oroßpräsident Übergab sodinn dem w. Präsidenten der neuen Loge Freitrief und Hammer und unterstrich hierbei den voll Br. Vizegroßpräsidenten ausgesprochenen Oedan een von der Verantwortung des ersten Präsiderten für die ganze Zukunft der Loge. »Gute Mensc len befragen auch ihre Toten« und so w< rde Br. Präsident Horovitz nur seinen geliebten V der zu befragen haben, um aus dem Logenhi use ein Ootteshaus zu schaffen,' in dem n cht Rührung für den Augenblick erweckt we rde, sondern wo die flüchtige Stunde bleibende W;rte - 89 —

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