Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1922
- Issue
- Nr. 7 - August (8.1922)
- Date
- 1922-08-01
- Page
- Seite 82 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Krankenschwesternstation , Toynbeehalle, Erziehungsheim für geistig zurückgebliebene Künder in Beelitz, jüdische Ferienkolonien, ferner aber auf geistigem und ethischem Oebiete Oesamtarchiv der deutschen:Juden, die Aufgaiben des Kulturfonds, vor allem aber die, Sorge für unsere Witwen mnd Waisen. Ich bin mir dabei völlig bewußt, daß diese Sorge für Witwen und Waisen unserer Brüder nicht etwa ein vQn uns besonders zu pflegender Zweig ist; wir sind keine Unterstützungsgesellschaft und sin4 aus diesem Grunde bemüht, tunlichst gesicherte Existenzen unserem Orden zuzuführen, um nach dem Grundsätze »nichts.für uns, alles für die A11 g e m e i n h e i t * die pekuniäre Bäsis für Hebung des-großen Ganzen -zu sichern. Geraten aber einrtial Brüder- oder ihre Witwen und Waisen in Not, so folgt aus den Grundsätzen der W. B. und E. die unabwendbare Pflicht, den Brüdern und deren* Hinterbliebenen ihre Lage zu erleichtern. Dazu reichen aber in der Gegenwart die Mittel der Logen trotz aller Spenden und Fonds nicht annähernd aus. Die Beiträge sind zwar allenthalben etwa um das Dreifache erhöht, die Regiekosten aber* urid vor allem der Bedarf der Notleidenden, wohl durchweg bis auf das Vierzigfache gestiegen. Danach kann also die Not w e n d i g k e i t, die Opfer für die Loge einigermaßen in Einklang zu bringen mit den notwendigen Ausgaben der Loge und mit der Geldentwertung überhaupt, gutgläubig-nicht jn Abrede gestellt werden. * . * \ III. Nun ist es zwar richtig, daß die Öruder- $chaft sich nicht nur. im Geben von Geld, sondern in sozialer Betätigung überhaupt! auswirkt; aber ohne Mittel kann sozial] nicht gearbeitet werden, können auch ethische Plichten nicht erfüllt werden, und die Verdoppelung des letzten Beitrages in allen Logen ' auf ein Jahr jwürde nur gestatten, ein Minimum unserer Aufgaben zu erfüJlep. Benötigt wird wahrscheinlich bis auf weiteres das Vielfache der jetzigen beiträge. Der angedeutete, sicherlich hie und da geimachte Vorschlag, den Beitrag regelmäßi g etwa zu verdoppeln, hat den Vorzug, daß er (heraus einfach Ist und in manchen Logen sogar die Finanzncjt zunächst glatt beseitigen mag. Gegen ihn spri:ht aber, daß manche Brüder mögen es viel cder wenig sein, nicht in der Lage sind (Beamte, Angestellte, Rentiers, freie Berufe), wegen ihres Ein kommens oder wegen sonstiger Verpflichtungen ohne Schädigung anderer Interessen dert erhöhten Beitrag zu zahlen; sie blejpen also wohl oder übel im Rückstände und dei gradieren sich.vmi} oder ohne Grund, gefühlsmäßig selbst; sie empfinden, nur Brüder zweiter Klasse zu sein. Derselbe Uebelstand, den ich persönlich als solchen nicht anerkenne, bestände gefühlsmäßig auch bei Staffelung des Mitgliedsbeitrages. Als Uebelstand könnte die radikale Vervielfältigung des Mitgiiedsbeitrages auch insofern betrachtet werden, als nach Auffassung einiger! iBrüder die plötzliche Verdoppelung der Geldzäljuhf, und zwardie regelmäßige, einen Anreiz für datsj Ersinnen neuer Aufgaben in d :n Logen bilden! könnte. Ein Mittel hiergegen wäre etwa die jährliche Normierung des Mitgli» tdsgrUndbeitra^es für das laufende Jahr. (So die Montefiore-Ijbge.) i! IV] Lehnt man es aus den angegebenen Bedenken ab, ein Vielfaches des jetzigen Mitgliedsbeitra^s zu nehmen, ein Weg, der bei kleineren Logerj,] die eine Uebersicht über die Verhältnisse aller $jüder gestatten, vielleicht gangbir ist, so bleibt ] pur übrig, eine Umlage, sei es einmal^ für däs laufende Jahr, sei es für eine längere Zeit, sei esj mit, sei es ohne Staffelung, anzuordnen. D^ß eine Umlage in gewissen Grenzen, etwa Mk. 300 pro Jahr im Durchschnitt mil Leichtigkeit aufgebracht werden kann, darüber dürften Bedenken nicht obwalten. Dieser Betr ig.ist vielmehr I— bisauf einen geringen Prozentsatz — für unsere Brüder eine lächerliche Summe, die als Opfer [überhaupt nicht empfunden wü de. Und wenn |es gar einer Anzahl von z.B. 10*% unserer Brüdeii schwer fallen sollte, diese Ml:. 300 besondere Umläge aufzubringen, so kan i dies als ein Hinderungsgrund gegen diese Umlage nicht angesehen werden, so bestechend es auch sein mag, Her mit dem Begriffe der »Brüderlichkeit« zu ope rieren. Denn die Rücksicht auf dieElrüderlichkeit findet ja eine Grenze, wo durch Uebersp inSung des Prinzips der Brüderlichkeit die unumgänglich notwendigen - 82-