Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- Beiblatt / Beilage 1922 (1922)
- Issue
- Beilage zu April/Mai 1922 (4.1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- Seite 1 (sequence 1)
- Language
- German
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K-: Beilag e CU Der Orden Bne Br iss Mitteilungen der Großloge für Deutschland VIII U.O. B. B. April/Mai 1922. Inhalt: Zum Aedtnkcn an Br. Rabb. N. A. Nobel s. A. Zum Andenken an Br. Rabb. N. A. Nobel s. A. Zwei Reden, gehalten bei der Trauerfeier in der Frankfurt-Loge am 2 Februar 1922 von 0r. Präs. Willy W o 1 f f und Br. Dr. M a x M i c h a e I. Präsident Willy Wolff: Hochverehrte t Leidtragende! Liebe Brüder und liebe Schwestern! Als ich vor wenigen Wochen Bruder Nobel hier an dieser Stelle deti Dank aussprechen durfte für den Festvortrag, mit dem' er unser Stiftungsfest verschönte, knüpfte ich an diesen Dank Wunsch und Hoffnung, daß die »tiefen Blicke«, mit denen er begnadet, unsere Sitzungen und Feste noch oft und jlange weihen und adeln möchten. Es sollte ihm nicht beschieden, uns nicht vergönnt sein. Aus der Mitte seines Lebens heraus, von der Höhe seines gottgesegneten, reichen Wirkens, ist uns Bruder Nobel entrissen worden. Es kann nicht meine] Aufgabe sein, den großen Gelehrten, die universal-kulturelle Bedeutung des Verklärten zu schilderd; in schwachen Worten will ich versuchen, auszusprechen, was der Frankfurt-Loge der Bruder Nobel gewesen. »Du stehst mit unerforschtem Busen Geheimnisvoll-offenbar . Ueber der erstaunten Welt.« Dieses Goethewort, das einst Bruder Nobel in unserem Kreise einer Würdigung seines großen Freundes, unseres unvergeßlichen Bruders Hermann Cohen vAAsschickte, jpüf es nicht auch von ihm, dem Stand er nicht auch mit unerfor Welt, der Welt, einzigartigen, gläubigen, traditionellen Judentums, verbunden mit unerbittlich scharfem philosophischen Erfassen, verbunden und durchwoben mit einem erdennahen, triebhaft künstlerischen Natur- und Schönheitssinn! Geheimnisvoll — offenbar! — Das Oeheimnis dieser seelischen, geistigen und musischen Vielheit —, es offenbarte sich uns, es gipfelte in der Abgeklärtheit, in der durchgerungenen Ausgeglichenheit seines Wesens, in der dynamischen Ausbalanziertheit aller in ihm wirkenden Kräfte. Die Zweiheit im Menschen, von der wir ihn in seinem letzten Vorfrag erst sprechen hörten, sie vereinte sich bei ihrp harmonisch, ästhetisch in dem alles umfassenden, alles tragenden und beschützenden Kuppelgewölbe seiner Gottesliebe und seiner Menschenliebe, seiner Liebe zum Schaffenden -r- Seiner Liebe zum Geschaffenen. Seine Liebe und Güte, sie war die Dominante, die alle scheiifbär gegensätzlichen Seiten seines Wesens so wundervoll beherrschte, die ihn zu dem AllesvefSteher machte und die ihn deshalb auch zu dem wertvollen, vorbildlichen Bruder unseres Bundes gestempelt hat. — 4 »Wohltätigkeit, Bruderliebe und Eintracht«, die Aufgaben unseres Bundes,, er fiat sie wahrhaft gelebt und gelehrt. Wie er trotz seiner übergroßen Inanspruchnahme ^eit hatte für die Pflege Edelster Wohltätigkeit —t wie leuchtete in edelster Freude sein Auge, als i :h ihm noch bei unserem Stiftungsfeste sagen konnte, daß die Loge eine Bewilligung für einen dringlichen Fall, seiner Anregung gemäß, genehmigt habe — so umfaßte er auch, er, der Große in Israel, der Geistesriese, in warmer Bruderliebe jeden, auch den bescheidensten unserer Brüder, und so liebte und pflegte er von ganzem Herzen die Haupttugend unseres Ordens, die Eintracht. - Das Leben und das Wirken Bruder Nobel?, ~ es war der glänzendste Beweis dafür, daß man auch nicht ein Tipfelchen seiner Ueberzeügung auf* zugeben braucht und trotzdem die besedigende und beglückende Harmonie der Eintracht! in der engeren und der größeren Gemeinschaft vertreten und hochhalten kann.'