Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1922
- Issue
- Nr. 4/5 - April/Mai (4.1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- Seite 63 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit Eröffnung des Entbindungsheims hat auch der Frauenarzt Br. Dr. Picard, gleich den anderen beiden Aerzten, in uneigennütziger Weise seine Dienste dem Frauen-Verein voll zur; Verfügung gestellt. Der Gesundheitszustand! von Müttern und Kindern war ein recht zufriedenstellender. Durch Subventionen unterstützt wurde der Verein von: dem Magistrat vdn Berlin, ' der Jüdischen Gemeinde, den Berliner Logen U. O. B. B., dem Wohlfahrtsausschuß der Berliner Logen U.O.BvB. und dem Verein zur Unterstützung armer, jüdischer Wöchnerinhen. Unsere Kraft ist gewachsen mit den Anforderungen, s die an uns gestellt worden. Wenn wir bisher die zu leistenden Ausgaben bestreiten konnten, .so haben wir das zum großen Teil der Großzügigkeit einiger 'hochherziger Menschenfreunde, der unermüdlichen Werbetätigkeit unserer Mitglieder und der Oebefreudigkeit unserer Glaubensgenossen für unser Arbeitsgebiet zu danken. Die Fürsorge für Mutter und Kind soll Lebenszweck unseres Vereins weiter wie bisher bleiben. Wie schwer die Aufgaben sind, die wir uns im Interesse unserer bedürftigen Mitschwestem in dieser schweren Zeit gestellt haben, sind wir uns voll bewußt. Dem großen Zustrom ostjüdischer Frauen, die ihrefr Niederkunft entgegensahen, und nicht wußten, wo sie Unterkunft finden sollten, konnten wir ein schützend Dach und die nötige Hilfefür ihre schwere Stunde bieten.. Die eiserne Notwendigkeit, die uns zwang, nachdem die jüdische Gemeintie ihre geburtshilfliche Abteilung ihres Kran* kenhauses geschlossen, am 1. Mai vorigen Jahres ein Entbindungsheim unserer bestehenden Institution i anzugliedem,hat uns erneute schwere Pflichten auferlegt Das menschliche Mitgefühl mit den bedürftigen Glaubensschwestem hat uns auch zu dieser neuen Einrichtung den Mut gegeben, auf die Hjjfe unserer Mitglieder und Gönnerauch fernerhoffend; Die uns selbst auferlegten Lasten haben die Grenzen des bisher Möglichen überschritten. Wir sehen mit Besorgnis der kommenden Zeit entgegen; die erhöhten Regiekosten, der verteuerte Oebrauch syi Kohlen, Neuanschaffungen von Wasche für beider Heime und sonstiger Gebrauchsgegenstände er« fordern erheblichere Mehrausgaben als im Vorjahre. Der Rückblick auf das abgelaufene- Jahr, berechtigt uns, trotz aller Nöte, zu hoffen, daß auch in Zukunft Interesse und Mittel mit-den. größeren Ausgaben Schritt halten werden. ••■« Einen warmen Appell richte ich daher von dieser Stelle aus an alle lieben Brüder und: Schwestern um gütige Unterstützung für unsere *• jüdischen Mütter und Kinder, die in Not sind. Bitte der Schriftleitung. Die Schriftleitung bittet alle Schwesternvereine, trag durch schreibgewandte Schwestern erbeten, sich ihrer Verpflichtung einer regen Mitarbeit an Tätigkeitsberichte sind nicht erwünscht Einder »Frauenbeilage« zu erinnern. Von größeren Sendungen sind an Schw. Anna Lewy, Stettin, Vereinen werden jährlich mindestens zwei bis Elisabethstr. 10 1, zu richten, drei, von kleineren Vereinen mindestens ein Bei- Austausch von Söhnen und Töchtern aus Logen kreisen. Centralstelle: Frau M. Schlesinger, Frankfurt a. M., Brentanostr. 6. 1. f^Qr 16jährige Tochter eines Bruders wird zur Besichtigung von Museen und dergleichen vierwöchiger Aufenthalt in München evt. Benin gesucht; dagegen Austausch für August oder September nach Braunschweig (Ausflüge in den Harz) oder für Juli Aufenthalt in kleinem Landstädtchen bei Magdeburg. Z Bruder aus Stargard i. Pomm. sucht für seine 19jährige -Tochter Familie inQroß- oder Mittelstadt zur häuslichen Ausbildung oder wissenschaftlichen Vervollkommnung. Wäre zum Austausch für dieselbe Zeit bereit 3. Arzt in Leipzig sucht für 17jährige Tochter Familie (nicht rituell), wo sie den Haushalt gründlich erlernen kann, sich aber auch wissenschaftlich weiterbilden kann. Klavier erwünscht. Im Austausch wird gleichaltrige Tochter angenommen. 4. Bruder aus Darmstadt sucht für 17jährige Tochter Unterkunft in guter, gebildeter Familie, wo sich dieselbe ' j wirtschaftlich find wissenschaftlich weiter .ausbilden kann. ' Süd- oder Mitteldeutschland, Hannover, Cassel, - Dresden bevorzugt. Nähere Angaben betreffs Pensions« preis durch die Zentral- und Auskunftsstelle. 5. Für 18jähriges Mädchen wird Aufenthalt ih Berlin oder Großstadt gesucht; dieselbe wünscht AusÜitduhg im Haushalt, würde sich auch kaufmännisch betätigen, spricht fließend englisch und französisch. Termin möglichst bald. Pension wird gezahlt. Die junge Dame würde gern mit Haustöchter ein Zimmer (eilen. Auskunftstelle für Berlin: Frau Else Schwabe,. Charlottenburg, Mommsenitr. 52. 63