Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1922
- Issue
- Nr. 3 - März (3.1922)
- Date
- 1922-03-01
- Page
- Seite 36 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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geschrieben wäre, was ein jeder von uns gibt, so rasch-,' so. gern, so bereitwillig für die sogenannten Genüsse des Taiges, für die Aeußerlichkeiten der Stunde, für Flitter und Flimmer, und in das andere Buch eingeschrieben wäre, was mit zagender, immer wieder zurückgezogener Hand für das-Gute, für das Hohe, für das, was der. jüdische Geist von uns fordert, gegeben wird, werden wir dann von Opfern noch sprechen, die wir bringen? Wäre unser Opfer nur ein geringer Teil von dem, was wir für Nichtigkeiten hergeben, dann würde die jüdische Kultur in Deutschland leben können. Wir Juden lassen' uns vielleicht gern und leicht begeistern. Wo Geist ist, kommt auch die. Begeisterung. Wir lassen uns von der Stunde des Tempels oft’ begeistern, .aber, wenn die Pforten des Tempels geschlossen sind, ist auch die Begeisterung geschlossen und eingeschlossen. " Wahren* echten Geist, den Geist des Leberts und nicht der Stunde nur hat der allein, der Opfer bringt. Und noch eins Wir Menschen, wir handeln gern eigenen Entschlüssen, •vieles ab.. Der. erste Moment hat - etwas Geniales, Großes, er ist der Monfent des .Willens, des Vorsatzes; aber dann beginnt das Abhandeln, bis oft nichts mehr übrig bleibt, bis aus dem Goldstück ein kärglicher Groschen geworden ist Wer wahren; echten Geist hat, handelt seinem Geiste nichts ab. Ein Ktriturforid, ein' Fond der Kraft für der deutschen .Geist soll von uns Bne Briss ge schaffen werden. Wir sprechen mit Stolz vor unserem Orden,. Aber nicht mit Worten, sc tönend und edel sie sind, können wir ander! und können wir uns-überzeugen. Wessen Werl und Opfertat Beweis und Zeuge für ihn seir wird, (1er erst wird, bewiesen und bezeug: haben, was unser Orden, was seine Loge ihn bedeutet Die Logen, die darin vorangehen, werden die Führenden heißen dürfen. Wir sind deutsche Juden im stolzen Sinne des Wortes, von uns hängt es ab,, ob wir bleiben wollen, ob in Deutschland jüdi Wissenschaft, jüdische Kultur, jüdischer wird leben dürfen. Gei es s|che ist erren Br. Präsident Paul Goldschmidt sprich^ (fern Vortragenden den herzlichsten Dank all liner Logen für seine ausgezeichneten Ausführungen aus und sagt namens der Präsiderten der 6 Berliner Logen die bereitwilligste Fö de rung des bedeutsamen Werkes zu. - Sodann teilt er dem Vertreter der Großlo^ef das Wort 'zu folgenden abschließenden Bemerkungen: „Liebe Schwestern und Brüder! Sie spt alle, daß das, was wir soeben empfunden hallen, Geist uhd noch mehr — in defh schönen Sinne desj genannten Rolland’schen Wortes: Beseelung war. Das sollen sie hinaustra; jen, daß es wirke. Insbesondere sollen Sie, 1 ebe Schwestern, die Männer anspornen in unserem Kampfe, $owie früher die Frauen von ihren Wagenburgen den Kämpfern die Waffen reichten. Auch bei uns handelt es sich um enen Kampf, um einen Kulturkampf, enen jüdischen Kulturkampf, der siegreich sein mußj damit — nach den Schlußworten unseres Verehrten Redners — jüdische Wissenschaft, jüdische Kulturbund jüdischer Oeis: in Deutschlahd leben kann.“ * Der gediegene Vortrag des Df. Baeck, sc wie die eindrucksvollen Ansprachen des Vertreters der Großloge und des Br. Präsidenten farden lebhaften Widerhall. Die Zuhörer dankten durch reichen Beifall. — Wir möchten die Hoffnung aussprechen, daß die entfachte Stimmung zu der vom Br. Großsekretär betonten Tat für den Kulturfond führen und die Logen und Brüde* im ganzen Reiche zu energischem Tun anregen wird. Aus dem Bflro Das jüdische Landjugendhelm bei Halbe. Einem Aufsatz von Br. Robert Hirschfeld Spinoza-Loge,. entnehmen wir folgende. Notia: Vor etwa.zwei Jahren wurde von Brude- Salli K i rschsjein und anderen jüdischen Per der öroBloge. sönlichk^iten im Südosten von Berlin hart an der Grenze des Spreewaldes bei Halbe ein größeres Stüde Land von etwa 90 Morger angekauft. 'Von diesen 90 Morgen wurden ÖL zur Verwendung für Landwirtschaft sofort verpachtet 36