Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1922
- Issue
- Nr. 2 - Februar (2.1922)
- Date
- 1922-02-01
- Page
- Seite 25 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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ist. — Ca. 30 Logen haben geantwortetdie Ergebnisse waren im allgemeinen befriedigend. Der Charakter der Neutralität wurde — soweit Antworten Vorlagen — von fast allen Vereinen gewahrt. Nur bei drei Vereinen machten sich Bewegungen bemerkbar, die als ein Abweichen von den erforderlichen Grundsätzen zu bezeichnen wären. Keinesfalls aber könne man sagen, daß die Wirkung des Verbandes eine solche sei, daß durch sie die neutrale Grundlage verletzt werde. Man spüre das Bestreben, daß die Jugend sich zu höheren sittlichen Anschauungen heranzubilden den Wunsch habe. Der Referent schließt .sich dem eingehenden und sehr interessanten Bericht, den Br. Expräs. Cahen-Köln über die letzte Tagung des Hauptvorstandes in Köln gegeben hat, an. Wie Br. Cahen tritt auch er für eine Zusatz,bewilligung zu den bereits übermittelten Mk. 5 000,— in Höhe von Mk. 10 000,— ein, zu denen aus der amerikanischen Institutenspende eine weitere Zuwendung von Mk. 10 000,— angebracht sei. Der Vollständigkeit halber erwähne er die schriftlich niedergelegte Anschauung von Br. Finkei, der eine vertiefte Belehrung der Jugend mit reinem Lehrmaterial jüdischen Inhalts verlange. Br. Gross-Breslau empfiehlt eine bedingungslose Unterstützung. Der gesunde Sinn der Jugend würde uns zu richtigen Zielen führen. Br. Oinsbeig-Berlin wünscht, nähere Aufklärung über idie finanzielle Lage des Verbandes, über die Häufigkeit der Zusammenkünfte, über die Fragen des Belehrungsmaterials, die Behandlung von Tagesfragen, die Beschäftigung mit Eugenik. Der Einfluß der Großloge müßte größer auf den Verband bezw. die Vereine sein. Der Großloge müßte öfter berichtet werden. Die Fühlung unserer Vertreter mit dem Verbände müßte eine viel engere und stärkere sein. Die strikteste Neutralität müßte innegehalten werden. Jugendvereine, die die Neutralität brächen, sollten aus dem Verbände entfernt werden. Unter der Voraussetzung stärkerer innerlicherer Verwachsung trete er für die Bewilligung ein. Br. Stein-Berlin empfiehlt wärmstens die Bewilligung und <hebt hervor, daß sich vor allem die Logen viel mehr als geschehen um die Jugendvereine und die Jugendbewegung bekümmern müßten. I Br. Walter-Berlin stellt ähnliche Fragen', wie Br. Ginsberg. Br. C a t z e n s t e i n - H a n n o v e r formuliert' folgende drei Fragen: 1. Welches ist der Einfluß des Vetbaipdes<,auf die einzelnen Vereine bezügl. der Frage'der Neutralität? 2. Wünschen die Vereine konform ,dert allgemein deutschen Jugendbewegung von den Alten in ihrer Tätigkeit verschont 'zu bleiben; beanspruchen sievollständige Selbständigkeit? , 3. Kennt der Vorstand die Verhältnisse in den einzelnen Vereinen und-auch ihre Beziehung zur Neutralität und den Logeh,? . " Nach diesen Ausführungen und Anfragen ergreift der als Referent zugelassene Delegierte des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Herr Kurt .Neu das Wort. Er übermittelt zunächst Grüße des Vorsitzenden, Bf. Df. Apfel, und schickt voraus, daß er gewillt sei, eine grundehrliche Antwort auf die gestellten Fragen zu erteilen. 1 f Die ' Jugendvereinigungen seien gewissermaßen weniger Vereine als bloße Örgänisations-’ formen, die in ihrer Art alle den gegenwärtigen deutschen Jugendbewegungen ähneln. Es bestünde auch mit der allgemeinen deutschen Jugendbewegung ein Zusammenhang'; in deren Ausschuß seien jüdische Jugendyereirie vertreten. Bei fast allen deutschen Jugend vereinen sei aber ein intimerer Anschluß nicht möglich, weil der Eintritt von Juden abgelehnt v werde. Bei den Turnvereinen jüdische Riegen , zu bilden, sei von jüdischer Seite abgelehnt worden. Man sage den Jugend vereinen nach,. daß'sie sich zu viel mit Politik beschäftigen.* Öer Referent müsse im Gegenteil betonen, daß d>e Mitglieder den Fragen der Politik zu wenig Interesse entgegenbrächten. Junge Leute zwischen. 20 bis 27 Jahren fehnen es ab, in politische Vereine einzutretea Gewisse Gegensätze zwischen dem, Centralverein und den Jiigendvergnen1 seien nicht wegzuleugnen. Man habe den Vereinen! vorgehalten, daß sie die „deutsch-vaterlärjdjsche Einstellung" verlassen hätten. Aber man solle sich einmal in die Empfindungswelt junger ringender Menschen versetzen, die mit Erstaunen ihrer Seele wahrnähmen, ,daß prösemitische Ar- ' tikel im „Berliner Tageblatt" Ablehnung und - 25 —