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Der Orden Bne Briss · 1922-01-01 · Nr. 1 - Januar (1.1922) · p. Seite 11

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1922
Issue
Nr. 1 - Januar (1.1922)
Date
1922-01-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Orab dauernd in unsere Obhut zu nehmen, denn er ist nicht tot, sondern er lebt weiter in uns. Zwei markante Stichworte will ich der neuen Loge, welche die Entwicklung des Ordens in Deutschland Oberhaupt kennzeichnen, mit auf den^Weg geben: „Aus der Enge in die Weite“ önd „Vom Wort zur Tat“. Alle großen Fragen des Judentums, welche die Logengemeinschaft bewegen, wollen wir hier im engen Kreise behandeln, um Oeist und Hetz vor Verknöcherung Zu bewahren und uns auf eine immer höhere Stufe zu ffiüreif. Man soll in der Loge wohl das Wort ergreifen, aber nicht nur reden, sondern auch arbeiten und handeln. „Aus der Enge rief ich zu Oott, er erhörte mich in der Weite“. Jakob Herz soll uns ein würdiges Vorbild sein. Er war ein Mann der Tat, der aus der Enge des eigenen Schicksals hinausstrebte' in. die .Weite, aus der Not und Enge des Elternhauses zum Helfer und Wohltäter der Menschheit, aus dem engen Bayerland zum geeinigten deutschen Vater-' land. Ein bewußter, aufrechter Jude, der für sein Judentum gekämpft und gelitten hat.“ Br. Dr. Freudenthal schloß unter begeistertem Beifall aller Brüder mit einem vortrefflichen, Jakob Herz angepaßten Worte, das Aügu$t^ von« Platen einst Ooethe gewidmet, hat: ) „Dein Name steht zu jeder Frist, Statt eines heiligen Symboles Auf allem, was uns eigen ist, ' Weil Du uns Stern des „Logen“-Poles, Weil Du.uns Schacht des Lebens bist!“ Aus den Logen des VIII. Distrikt?, Märkische Loge, Dortmund (Silberjubiläum und Weihe eines neuen Heims). Unter den Tagen, die in der Oeschichte der Märkischen Loge .für alle Zeiten eine besondere Bedeutung beanspruchen dürfen, wird der 13. November 1921 gewiß stets mit an hervorragender Stelle stehen als der Tag, an dem wir mit der — allerdings um mehr als ein halbes Jahr hinausgeschobenen — Feier unseres 25jährigen Bestehens die Weihe unseres neuen prachtvollen und gemütlichen eigenen Heimes verbanden. Zu diesem Doppelteste, das durch die Anwesenheit des hochw. Oroßpräsidenten noch ein erhöhtes Oepräge erhielt, hatte sich eine zahlreiche Oästeschar eingefunden. Freudige und erwartungsvolle Stimmung lag auf aller Mienen, als gegen 4S/« Uhr nachmittags Br. Mansbacher mit feierlichen Harmoniumsklängen den Festakt einleitete und im Anschluß daran Br. Hans Wolff Hümmels „Halleluja“ ertönen ließ. Dann nahm unser w. Präsident Br. Doernberger das Wort, um zunächst allen Erschienenen herzlichsten Willkommensgruß zu entbieten, in erster Reihe dem Vertreter der hochw. Oroßloge, unserem allverehrten hochw. Oroßpräsidenten, ferner den Delegierten der verschiedensten Schwesteriogen, den hiesigen Krankenschwestern wie allen anwesenden Brüdern und deren Damen. Und von den Lebenden wandte sich sein Blick in stiller Wehmut und dankbarer Erinnerung zu den ver-* klärten Brüdern, deren Verlust uns seit dem Vierteljahrhundert unseres Bestehens ' getroffen hat. Nach einem kurzen geschichtlichen Rückblick auf unsere Märkische Loge, idie am 22. März 1896 mit 37 Brüdern installiert worden * ist und heute 147 Mitglieder zählt, zeigte unser w. Präsident, mit welchen unsäglichen Mühen * es gelungen ist, uns unser eigenes Heim zu ‘ schaffen. Wie wir bisher bestrebt waren, unseren, idealen Zielen nachzukommen, so geloben wir, auph weiterhin unser Ordensdreigestim zu immer ..größerer Wahrheit auszugestalten, unsere Devise:" Wohltätigkeit, Bruderliebe und Eintracht. Nun folgte die eigentliche Festrede, zu der. der hochw. Oroßpräsident sich liebenswürdigst bereit erklärt hatte. Sie knüpfte — die Zeit der Dante-Feiern benutzend — an dessen Wort an:' „Scherz, Sterblicher, mit dem Gelöbnis, 'nicht:. Sei treu!“ . ' ,/ . . Diese Treue verlangt der hoch’gesch. Redner in erster Reihe gegen unser Judentum, ( sodann gegen das Vaterland. Die Begründung dieser beiden Forderungen scheine den Satzungen unseres Ordens zu widersprechen, nach denen religiöse und politische Erörterungen äus^ unseren Verhandlungen auszuscheiden hätten. Aber gerade in unseren. Tagen wilder Verhetzungen und wüster, mit vergifteten Waffen * geführter " . j' ' * . - — 11

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