Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1921
- Issue
- Nr. 11 - Oktober = Festnummer zum Ordenstag (10.1921)
- Date
- 1921-10-01
- Page
- Seite 87 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Aufruf! Von Br. L e o B a e (1 k. Demi inneren Leben der deutschen Judenheit droht efne Gefahr. Die HeimatshäUser ihres religiöseh Eigentums drohen zu verfallen. Alles] geistige Besitztum kann nie bloß überliefert, nje bloß vererbt sein, es will immer neu geschaffen,; immer neu verwirklicht sein. In der wissenschaftlichen Arbeit, in der wissenschaftlichen Erziehung wird es so gegeben. Durch sje wird immer wieder ein neues Geschlecht in die tyelt der Gedanken hineingestellt, um in ihnen zu wachsen und sie aus sich hervorwachsen zu lassen, damit ein neues Geschlecht der Gedanken sein Leben begründe. Es ist der Stolz der deutschen Juden, daß sie in dieser geistigen Welt des Judentums immer gestanden haben, gebend und führend. Führende Gedanken sind seit mehr denn einem Jahrhundert von ihnen ausgegangen, Gedanken, welche die Juden a ler Länder in ihre Richtung zogen. Das Judentum in Deutschland ist das Judentum für die Welt geworden. Es ist so geworden, weil die Wissenschaft des Judentums in Deutschland immer ihren Platz gehabt hat, weil sie hier ihre Lehrer’ und Jünger, Jünger für •alle*' Länder, gefundep hat, j, i. Aber die Wissenschaft will leben. Ein Spruch der Väter sagt: Wenn keine Nahrung ist, kann die Thora nicht leben«. Und diese Möglichkeiten des Lebens drohen zu versiegen. Unsere wissenschaftlichen Anstalten, sehen ihr Dasein immer mehr eingeengt, die Mittel, die eine frühere Generation ihnen gewährt hat, haben ihre Bedeutung verloren, der geminderte Wert des Geldes hat sie einschrumpfen lassen. Will die deutsche Judenheit es ansehen, daß ihre W issenschaft, <ftie Quelle ihrer eigenen religiösen Kultur, verarme, aus äußerer Armut innerlich verarme? Will das deutsche Judentum die Stellung verlieren, die es in der Welt einnimmt, und die es der Wissenschaft wesentlich verdanlct, die in seiner Mitte arbeiten ünc schaffen kann? Mit den Häusern der Wissenschaft leiden heute alle die Bildungsstätten, dtireb welche das, was die Wissenschaft erarbeitet hat/gelehrt und verbreitet werden soll, und ebenso die Mänher, die dss Wissen vom Judentum im die Jugend pflanzen wollen. Sie, die die‘geistigen Führer sein sollen, stehen heute unter dem Drucke des Tages. Die Sorge um das tägliche Brot'ist bei > vielen dieser Männer eingekehrt, und’ damit zugleich die Sorge auch, daß der.Nachwuchs ausble ben werde, der bereit ist, ir\ diesen Beruf, ** der se ne Männer verlangt, einzutreten Aus den kleinen Gemeinden besonders kommt unser« Kraft. Wollen wir es untätig ansehert* daß sie geistig verkümmern, daß dort die Jugend ohne den L:hrer der Religion heranwachse? An unseren Logen ist es, vorerst und voi allen anderen die Antwort zu geben- Wir geloben an jedem unserer Abende, die Wissenschaft zii pfiegeu. Wir können dieses Gelöbnis erfüllen nur, indem wir mitbauen an den Häusern* ir denen die Wissenschaft leben kann, und an dei Stätte, wo sie wohnen soll. Bauhütten wurdet einst die Logen genannt. Bauleute unseres eigensten, kulturellen, geistigen Lebens.“ \Cpller wir sein. Darum’helft! Begeisterte Zustimmung ha es aul unserem letzen Ördenstag gefunden, dat unsere deutschen Logen einen großen Kultur fond, sollen erlegt ein großes Werk im Geistigen, schaffet Nicht als eine Steuer sollte dies auf sein, sondern als eine Gabe der Freiwillig keit soll es gegeben werden aus ,jedert.Logo hervor, Loge mit Loge wetteifernd. * Ihr habt die Frage vernommen. Wir’^rwarter die Antwort. . j . l .. — 87