Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1921
- Issue
- Nr. 9/10 - September (9.1921)
- Date
- 1921-09-01
- Page
- Seite 69 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Vorgänge in Jaffa und in einer Reihe kleinerer Ortschaften Palästinas abgespielt. Die Araber sind beunruhigt durch die Aussicht, daß Zehntausende und Zehntausende von Juden inj Palästina einwandern, und dem einheimischen mohammedanischen Arabertum alsdann die Lebensmöglichkeiten beschränkt werden. Bevor sich nicht die Beziehungen zwischen Arabertum und Judentum wesentlich gebessert haben, wird es ein Akt äußerster Unklugheit sein, neue jüdfsche Scharen vpn Tausenden und Tausenden nach Palästina hineinzuführen. Damit würde ".die Antipathie der Araber gegen jede wirtschaftliche Betätigung der Juden in Palästina weiter verstärkt werden, und das friedliche Nebeneinanderleben beider Nationen würde in immer weitere Ferne hinausgerückt, g?nz abgesehen I davon, wie nebenbei bemerkt werden muß, dlaß die wirtschaftlich nützliche Beschäftigung von Tausenden und Tausenden von Einwanqerern in diesem engbegrenzten und wirtschaftlich wenig entwicklungsfähigen Lande einfach ein Ding der Unmöglichkeit wäre. ■ Endlich möchte ich noch einige Bemerkungen .zu den gewiß sehr wohlmeinenden, greifbar e n|. Vorschlägen von Br. Jesaias Preß, mit dem ich Jahrzehnte lang zusammengearbeitet habe, machen. Seine Vorschläge, die sehr hübsch klingen, sind, solange die heutigen Geldverhältnisse andauern, durchaus nicht zu befürworten. Von der Verwirklichung dieser Vörschläge muß auf das energischste abgeraten werden. f Br. Preß macht den Vorschlag: Es soll von den" deutschen Logen Geld gespendet werden, Jerusalem erwerben. Auf die Nützlichkeit dieser Vorschläge im einzelnejn einzugehen, liegt ncch kein Anlaß vor. Die Vorschläge erledigen sich durch eine einzige Erwägung. hoher Geldes um Grundstücke in der Nähe von zur Errichtung einer Gartenstadt zu Palästina ist zurzeit ein Land ganz besonders La. Valuta. Jede Ueberweisung deutschen nach Palästina ist mithin mit ganz außerordentlichen Verlusten verbunden. Ohne auf die va|lutarischen Schwankungen einzugehen, man sagen können, daß eine Mark in Palästina etwa zehn Pfennig, eher weniger, Kaufkraft hat, und wenn in Deutschland Hunderttausend Mark gesammelt werden, so würden unsere Glaubensgenossen in Palästina schließlich an Ort und Stelle mit diesem . Oelde einen Nutzeffekt von weniger als zehntausend Mark erzielen können. Per „Hiffsverein .der deutschen Juden", der bis^ in die neueste Zeit hinein Zahlungen nach Palästina leisten mußte, hat diese Schwierigkeiten und die riesigen Verluste infolge der Valuta als ein nicht Izu vermeidendes Uebel zwar hingenommen, aber schwer genug ertragen. . Daß die deutschen Logen nünmehr für Palästina Geld sammein, wäre durchaus zu begrüßen; daß sie aber dieses Geld nach Palästina überweisen, damit dort Ankäufe getätigt werden, würde' eine finanziell absolut nicht zu rechtfertigende Handlung sein. Die unter schweren Mühen in Deutschland zusammengebrachten Gelder würden in Palästina nur den allerminimalsten Nutzeffekt erzielen. Können wir in, Deutschland unter diesen Umständen uns überhaupt nicht fördernd in Palästina beteiligen? Das will ich durchaus nicht behaupten; das soll män aus ' meinen Worten nicht herauslesen. Nur muß die Hilfe heute, und solange die jetzigen vatutorfschen Verhältnisse bestehen, in anderer Weise ms Vtferk gesetzt werden. »' Deutsche Hilfe kann sich zurzeit, in~Palästina, nur wirkungsvoll dadurch betätigen, daß wir in Deutschland oder in anderen Ländern mit niedriger Valuta Waren einkaufen,, die man in Palästina braucht, und daß wir diese Waren alsdann nach Palästina hinübersenden. Also aus Gründen der Valuta keine Geldsendungen solidem Waten* Sendungen nach Palästina. Das allein empfiehlt sich, und das allein ist rationell. Geldsendungen, die natürlich in Palästina dringend gebraucht werden, müssen .jene.Länder vornehmen, deren Valuta hoch steht, also in erster Reihe die Vereinigten Staaten von Amerika, dann aber auch England; sie sindin der Lage, die Paiäs'.ina - Arbeit und die Logen * Arbeitin Palfistina durch Barsendungen zu unterstützen. 'Eine zweckmäßige Arbeitsteilung bei der Hilfstätigkeit in Palästina zwischen den Ländern mit hoher Valuta und den Ländern mit niedriger Vjaluta ist absolut notwendig. .Natürlich bedarf es noch einer Verständigung darüber, welche Warengattungen*, wir aus — 60 —