Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1921
- Issue
- Nr. 7/8 - Juli/August (7.1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 64 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Kurt Eisners in München,dafür, „daß ihre Ehemänner dieser Loge angehört haben, und daß die Deutschfeindlichkeit dieser drei genannten Persönlichkeiten in der Oeffentlichkeit bekannt ist", sowie durch den Publizisten Professor Wilhelm Georgi in Jena, der sich als Professor Dr. Gustav Siebert in Offenbach entpuppte, über folgende Behauptung: „im November 1916 haben die jüdischen Bne Briss Logen Deutsch - lands in Köln in einem für ihre Zwecke gc - mieteten Saal bei fest verschlossenen Türen eine Versammlung der angesehensten führende Bne Briss Logen abgehalten: Dieser Vei Sammlung haben Redakteure der „Frankfurter Zettung" und des „Berliner Tageblatts' die größtenteils Mitglieder der Bne Briss Loge sind, beigewohnt, ferner die Abgeordneten Baase, Cohn, Kautsky, Bernstein und -die Ausländer Trotzki und- Lenin. In der Versammlung; wurde erklärt, das Judentum könne seine Ziele in Deutschland nur erreichen durch die rücksichtsloseste Unterstützung der internationalen Sozialdemokratie." Das klägliche Fiasko der Beweiserhebung über diesen blühenden, an die „Geheimnisse der Weisen von Zion" gemahnenden Unsinn kann man sich vorstellen. In zweiter Instanz vollzog der Privatbeklagte einen überraschenden, in der Kampfesweise des deutschen Antisemitismus allerdings nicht mehr ungewohnten Frontwechsel. Er hätte die deutsche GroBloge und die deutschen Einzellogen des Ordens Bne Briss ja gar nicht gemeint, „sondern die GroBlogen in Amerika, England, Frankreich usw.". . Selbstverständlich verfing dieser schlecht verhüllte und etwas verspätete Rückzug in zweiter Instanz nicht mehr. Die Revision zum Bayerischen Obersten Landesgericht verfiel dem Mißgeschick, dal sie ohne mündliche Verhandlung durch Beschluß als unzulässig verworfen wurde, weil eine Gesetzesverletzung nur zum Scheine behauptet, in Wahrheit ^ber die BeweisWürdägung der Tatrichter angegriffen worden sei. Besonders wertvoll für unseren Orden ist nicht sowohl der leicht! vorauszusehende Ausgang dieses Preß-Prozesses, als vielmehr der auf Grund eines umfangreichen Schriftenmaterials und auf Grund der Vernehmung von dem Orden angehörenden! Zeugen in vollster Oeffentlichkeit von dem Privatkläger geführte Gegenbeweis, den der Erstrichter in die Worte zusammen aßte: „Die verbreiteten Tatsachen sind nicht erweislich wahr} die für den Nachweis des nationalen Verhaltens der deutschen Logen geführten Zeugen Else Eisner und Dr. Gustav Siebert konnten Angaben, daß die deutschen Logen sich unnational verhalten haben, unvornicht machen. Nach dem satzungsgemäßen Zweck der Logen und nach dem bekannt gewordenen Verhalten der Logen im Weltkrieg müssen die Behauptungen als unwahr be zeichnet werden." An anderer Stelle konstatiert das Urteil: „Die Großloge hat während des Krieges einen Lazarettzug ausgerüstet, sie hat weiter sich Mühe gegeben, in Amerika, solange es sich noch nicht am Kriege beteiligt hat, und im neutralen Auslande den Lügennachrichten der Feinde entgegenzutreten und für das deutsche Reich Freunde zu werben." München, den 18. Mai 1921. Justizrat Dr. Dreifuß, Exprasident der München-Loge. Seh Aus dem Gedächtnisbuch der GroBloge. letzten Angaben hatten wir den Tod folgender Brüder zu beklagen. Es starben: 17. Am 23. März 1921 Br. Willy Schwabacber, Mitglied der Frankfurt-Loge, Erankfurta.M.seit dem28.März1Q01,geb. den 10. Oktober 1866 in Frankfurt a.Mj 18. Am 12. Januar 1921 Br. Moritz Herzog, Mitbegründer der Niederrhein-Loge, Crefeld — 10. April 1910 —, geb. den 7. März 1850 in Crefeld. 19. Am 20. März 1921 Br. Joseph Klein, Mitglied der Ostpreußischen Loge, AI lenstein seit dem 10. Dezember 191p, geb. den 24. Januar 1883. 20. Am 2. April 1921 Br. Bruno Landsberk, Mitglied der Allemania-Loge, Stert n seit dem 25. November 1903, geb. den 30. April 1849. Beiblatt« Neugründungen von Logen und Neuaufnahmen von Brüdern. Venuitwortiieh für den Inhalt: Dr. E. Finkel, Berlin, WefeUtraSe 12, - Druck: Max Cohn, Berlin SW. 68, Hollmanilstr. 1(