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Der Orden Bne Briss · 1921-05-01 · Nr. 5/6 - Mai/Juni (5.1921) · p. Seite 38

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1921
Issue
Nr. 5/6 - Mai/Juni (5.1921)
Date
1921-05-01
Page
Seite 38 (sequence 6)
Language
German
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; t Palästina-Auf bau, Korreferat von Br. L e s z Durch die sogenannte Balfour - Deklaration vom 2.- November 1917, die Beschlösse von San Remo vom 24. April 1920 und den am 6. Dezember 1020 dem Völkerbunde vorgelegten Mandatsentwurf für Palästina hat die englische Regierung .die Verpflichtung übernommen, die Errichtung eines nationalen Heimes für die Juden in Palästina mit a len Mitteln zu ferderri. Daraufhin hat unter den Juden Osteuropas eine starke Bewegung eingesetzt, um die seit Jahrziehnten — wenn nicht seit Jahrhunderten — bestehende Sehnsucht nach .Palästina zu verwirklichen. In den letzten Monaten landeten Zeitungsnächrichten zufolge monatlich ca. 1000 jüdische Einwanderer m den Häfen Palästinas, viele zehntausende warten nur auf das Signal zum Aufbruch und lasser. sich nur mit Mü^he durch die fortgesetzten Warnungen der zionistischen Behörden, die von der überstürzten Einwanderung eine ungeheuere Katastrophe befürchten^ zurückhalten. Auch unter den Juden der Länder, in denen bessere wirtschaftliche Zustände das Verlangen nach Auswanderung nicht hervorrufen, hat eine starke Palästina-Bewegung eingesetzt, die nicht von national-jüdischen Momenten beeinflußt ist. Während man früher der Ansicht war, die Lösung der Judenfrage innerhalb der einzelnen Länder zu versuchen, hat sieh nunmehr die Ueberzeugung Bahn gebrochen, daß alle derartige Versuche fehlschlagen müssen, weil die Politik der regierenden Klassen in Verbindung mit der Rückständigkeit der Völker von vornherein alle diese Versuche im Keim ersticken und vereiteln. Als Beispiel sei angeführt, daß Schulen, die errichtet waren, unter nichtigen Vorwänden geschlossen wurden — so noch jüngst in Czenstochau — und als Kasernen requiriert wurden, i daß die Kleider, die zur Verteilung an die jüdische Bevölkerung gesandt waren, gestohlen i wurden, daß Geld, das vom Joint tlommittee verleilt war, der mordenden ukrainischen Soldateska; von den Juden selbst vergeblich als Lösegeld) geboten wurde. Was mühselig in Amerika gesammelt wurde, vernichtet ein Pogrom. Die diplomatischen Aktionen haben greifbare Resultate nicht erzielt, so wenjg w'e die Verträge, in denen den Juden Gleichberechtigung zugesichert war. Als einziges — 38 n s k y - Berlin. Retlungsr^ittel bleibt daher die Auswanderung übrig ie drohende Uesersdiweinmuug mit hunderttausenden vöiPg mittelloser Juden hat die den Katastrophengei)ieten angrenzenden Länder zu einer fast.hermetisc len Schließung ihrer Grenzen lAber da; uch die Schwierigkeiten und des Seetran?por»es immer noch geführt. Kostspieligkeit eini hö< seiti gewissen A >fluß aus den Ländern des isten Drucks er antisemitische Schikanierungen u Vereinigten Staaten noch nicht Gesetz langt man von dem 250 .Dollars, d. h mit nöglichten, so setzten einer- B^wegungen in Deutschland und Deirtschöslerruicli ein mit fortwährenden d drohenden Ausweisungsbefehlen für dieOs juden, andrerseits ist in den von Nordamerika, das immer nocp als Haupfzufl ichtsort für die Ostjuden in Betracht kam, ein: Agitation gegen' sie im Schwange. Das G:setz, das die Einwanderung fast ganz verbietet, ist mehrfach bereits vom Senat und Repräsentantenhaus angenommen, bisher wegen des Vetos des Präsidenten aber geworden. In Kanada ver¬ Einwanderer pro Kopf M. 15 000 nach deutschem Gelde, d. h. man dacht in Verbindung mit den hohen Beförderungskosten die Einwanderung unmöglich. Der bewußte Kampf gegen die Ostjuden wirkt ungünstig auch auf die Stellung der einheimischen Juden ein. Palästina ist das einzige der Einwanderung völlig offen stehende Land. Die Widerstände, die von der arabischen Bevölkerung ausgehen, sind nicht unüberwindlich, die Möglichkeit einer jüdischen Majorität ist binnen weniger Jahre gegeben. Dadurch ist die Hilfstätigkeit doit produktiver als in anderen Ländern. Gelingt <s uns beispielsweise unter hohen Kosten die in Deutschland zurzeit sich aufhaltenden Ostjucen ansässig zu machen und den Wirtschaftsleben einzugliedern, so ist damit diesen Juden geholf geschehen. Denn en, für die Zukunft ist nichts diese neudeutschen Juden habjen nicht die Möglichkeit, in fortschreitender Zahl ihre Verwand en und Freunde aus dem Osten hierher komnen zu lassen, weil Deutschland sich gegen eine so starke Einwanderung, menschen hungrigen Amerika war und erfolgte, immer wie sie in dem lanj;e erwünscht t

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