Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1920
- Issue
- Nr. 3/4 - Mai/Juni
- Date
- 1920-05-01
- Page
- Seite 40 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Aber writ über den Rahmen unseres Ordens hinaus nahmen weite Kreise an dem seltenen Feste Anteil. Aas der Falle der Telegramme und Briefe sei nur des Schreibens der Synagogen gemeinde zu Breslau, des literarischen Vereins „Der Osten" und des Dichters Paul Barsch, sowie eines Gedichtes von Tb. Nötbig Erwähnung getan, die dtr Brüder Protokollierende verlas. Sodann ergriff der gleichaltrige Jugendgenosse unseres Jubilars, Br. Kieczewski - OleiwHx, das Wort, auf dessen (Veranlassung Br. Peiser die Oründung der Lesslng-Loge ins Werk setzte, und sprach seine und der w. Humanitas - Loge herzliche Glückwünsche aus. In interessanten Ausführungen schilderte Br. Kleczewski die erste Zeit der Lessing-Loge. Ia sonnigen, humorvollen Worten dankte sod»nn Br. Expräs. Peiser für alle Ehrungen, die ihn, gemäß aller Relativität; von Höhe und Tiefe, hoch erfreut und tief gerührt hätten. Treu aber halte er an seinem Jugendgedanken fest, den er Im Orden verwirklicht sehe, an dem Ideal des Friedens und der Freude für die gesamte Menschheit. So blicke er trotz alter Nacht, die uns umgebe, hoffnungsvoll In den anbrechenden Tag einer schöneren Zeit . Der Schlußgesang: „Die Himmel rühmen" gab dieser Festloge ihren feierlichen Ausklang. Aber noch lange hielt ein gemütliches Zusammensein In unseren Qetdlscbaftsräumen die lieben Schwestern, Brüder und Oiste vereint und manch frohe» Lied und heitres Wort gab der Freude über dieses schöne Fest Ausdruck, dem unser Jubilar bis zum Schluß beiwohnte. Möge ihm Im Kreise seiner Lieben, im Kreise seiner Familie, aus deren Milte vielfach bewährte Brüder unserer Lessirg-Loge hervorgegangen sind, im Kreise unseres Ordens und seiner Freunde noch recht lange ein gesegnetes Leben beschieden sein! Dr. Albert Lewkowjitz, Prot-Sekr. ■ Rhenus-Loge, Mainz (Bericht für das Jahr 1919). Im abgelaufenen Jahre hatten wir ein recht lebhaftes Logenleben zu verzeichnen. Wir hielten 25 Sitzungen ab, die von durchschnittlich 50 Brüdern besucht waren. Drei .Sitzungen waren offene Logen, darunter .eine zur Abhaltung des Ordenstages. Der Mitgliederbestand ist von 163 auf 200 Brüder gestiegen, indem wir 40 neue Brüder aufgenommeaj haben, darunter eine große Anzahl Söhne unserer Brüder. Durch den Tod verloren wir drei liebe Brüden. Leider war es unseren zahlreichen auswärtigen Brüdern Infolge der schlechten Verkehrsverhältnisse nur selten möglich, unsere Sitzungen zu besuchen. Doch haben wir nach Möglichkeit die Verbindung mit ihnen gepflegt Aach mit unseren Nachbar-Logen ließ aich aus gleichem Grunde da lebhafter Verkehr nicht unterhalten. An i Spenden sind eingegangen M. 12 387,05. Unser Vermögensbesland betragt M. 48 922,11 nach erforderlichen Abschreibungen. Außer den regelmäßigen Unterstützungen uad kleineren Spenden haben wir zugewiesen: Der Akademie für die Wissenschaft des Judentums M. 1500.— dem jüdischen Schwesternheim, hier I n 2500.— der Schwesiernorganlsation der Oroßloge „ 1000.— der Sammlung zu Gunsten der Opfer der Judenverfolgung In Galizien „ 1000 — der Siegmund u. Zippora Salfeld-Stiftung . „ 1000.— Zu Cnanukkah habe« wir eine Feier für Kinder veranstaltet und sie mit guten jüdischen Büchern beschenkf. An dem Plane, am hiesigen Platze ein Vereinjhaus zu gründen, haben unsere Brüder lebhaftes Interesse genommen, es sind für diesen Zweck M. 100 000.— autgebracht worden. Es steht zu hoffen, daß dieser Plan bald seiner Verwirklichung entgegen geht. Dem von uns ins Leben gerufenen „Bund jüdischer Frauen' haben wir weiterhin unsere Förderung an gedeihen lassen, ebenso haben wir uns bemüht, den „Jugend verein" zur Wlederaufnabrre seiner Tätigkeit zu ver anlassen. Dieses Bemühen war von schönem Erfolge begleitet Der Verein bat eine stattliche Anzahl neuer Mitglieder bekommen und arbeilet jetzt regelmäßig. Weller sind wir im Begriff am hiesigen Platze ein jüdisches Schwesternheim zu gründen. Für diesen Zweck ist unter starker Beteiligung der Brüder die erhebliche Summe von M. 80 000.— gesammeil Endlich haben wir die Vorarbeiten zur Unterbringung jüdischer österreichischer Kinder geboffen mit dem erfreulichen Resultat, f ü r zirka achtzig Kinder geeignete Familien — zumeist auf dem Lande — gefunden zu haben. . So dürfen wir mtt Befriedigung auf unsere Tätigkeit im abgelaufenem Jahre zurückblicken and der Hoffnung Ausdruck geben, durch rühriges Streben Im Sinne unseres geliebten Ordens an der Verwirklichung seiner Ziele mitzuarbeiten. - 40 -