Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1920
- Issue
- Nr. 2 - März
- Date
- 1920-03-01
- Page
- Seite 31 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Diese Referate gaben reichlich Anlaß zu Besprechungen, an denen die Schwestern allmählich immer mehr sich beteiligten. Ab nächster Punkt folgt dann der Bericht des Beirats der Loge (z. Zt. Br. Expr. Landsberg und Expr. Feldberg) Aber die in der Loge besprochenen Dinge, soweit sie für den Schwesternbund von Interesse und ihm zugängig sind, mit anschließenden Anfragen und Antworten und endlich Anregungen aus dem Kreise der Mitglieder. Oeschlossen wird die Sitzung durch die Ansprache der stellverlr. Vorsitzenden, die folgenden Wortlaut hat: Schwestern, wir gedachten zu Beginn unserer Arbeit der Grundsätze, welche wir zu betätigen, der Ziele, welche wir zu erreichen suchen. Erinnern wir um jetzt, da wir auseinander geben, erneut daran, daS unsere Arbeit nicht auf diese kurze Spanne Zeit; die wir beisammen sind, beschränkt bleibt! Unsere Aufgaben sollen wir im Herzen mit uns nehmen, nicht damit sie dort vergraben sind, sondern damit sie Form und Oestalt gewinnen zu gedeihlichem Wirken. Auch im Leben des Alltags soll unser Denken und Fühlen davon erfüllt sein, daß wir bestimmt sind, alles Gute zu fördern und Leid in jeder Form, In der es an uns herantritt, zu lindern. Wenn solche Oesinnung uns voll durchdrungen hat, dann werden wir jederzeit die Grundgedanken des Ordens zu erfüllen im stände sein, IoblläUgkeit, Nächstenliebe und Eintracht zu pflegen. Aefanlich diesem Bilde wickelt sich die gemeinlaftiicbe Sitzung mit den Brüdern ab. Die Eröffnungsansprache, die der Präsident der Loge spricht, hat folgenden Wortlaut : Meine Schwestern und Brüder. Zu gemeinsamer Arbeit haben wir uns zusammengefunden; was seit Jahrzehnten Ideal der Ordensbrüder war] die Juden der ganzen Welt hinzuführen zu dem höchsten Menschheitsgedanken, daa soll fortan Gemeingut von uns allen, ob Mann oder Frau, sein. Den geistigen und sittlichen Gehalt der. gesamten Judenheit wollen wir zu starken suchen, arbeiten wollen wir im Sinne des Ofdens Grundgedankens : Wohltätigkeit, Bruderliebe und Eintracht Wohltätigkeit wollen wir üben In unserem Kreise von Schwestern und Brüdern, aber auch über deren Kreis hinaus zu Gunsten der gesamten Judenheit und der gesamten Menschheit. Nächstenliebe wollen wir spenden innerhalb, und außerhalb unserer Gemeinschaft jedem, der ihrer bedarf von den frühesten Kindheitstagen an bis zum Greisenalter und' über daa Grab himusr. Eintracht ollen war wahren, Eintracht In uns selbst, damit " wir mit uns zum Frieden kommen, Eintracht in unserer Gemeinschaft. Mitwirken wollen wir auch zur Wahrung der Eintracht innerhalb der ganzen Judenheit und der ganzen Menschheit. Damm wissen wir, daß unsere Arbeit sich nicht beschränkt auf die wenigen Stunden unseres Zusammenseins, sondern Wirksamkeit gewinnt über diesen engen Raum hinaus zum Heil des Judentums und zum Heil des Menschentums. Den Schluß bildet die Ansprache der Vorsitzenden des Schwesternbundes: Meine Schwestern und Brüder. Wir gedachten zu Beginn unserer Arbeit der Pflichten, die uns obliegen. Erinnern wir uns jetzt, da wir auseinander gehen, erneut daran, daß unsere Arbeit nicht auf diese kurze Spanne Zelt, die wir beisammen aind, beschränkt bleibt. . . . (usw. wie in dem Schwesternbund selbst) Neben den bereits aufgeführten Referaten und neben geselligen Veranstaltungen, die der zuständige Ausschuß zusammen mit dem der Loge selbst und nicht zum Nachteil der Ausführung geleitet bat, kann ich von der neuen Einrichtung berichten, die die Ferienkolonien-Ausschüsse auf Anregung der Schwestern getroffen haben. Von Mai bis September versammelten sich 5 mal in der Woche, nachmittags von 3—7 Uhr, bis 33 Kinder der ärmeren Bevölkerung auf einem freien, uns überlassenem Terrain unter Aufsicht einer geprüften Kinderpflegerin, die selbst einer der Komitee-Damen unterstand und von jüngeren Schwestern unterstützt wurde. Dort hieben sie Blumen- und Gemüsebau, spielten und wurden durch Suppen, die von den Komitee-Damen abwechselnd zubereitet waren, durch Marmelade (Butter gab's nicht) -Stullen erfrischt, so daß sie den ganzen Sommer und Frühherbst hindurch aus den dumpfen Stuben herauskamen und prächtig gediehen. Oft brachten die Schwestern ihre eigenen Kinder mit, die so von jung auf an Wohltun gewöhnt wurden. Mehrfache Sonder-. Veranstaltungen gaben den beglückten Kindern Gelegenheit Ihrer Freude und Dankbarkeit Ausdruck zu geben. Einer Anregung in unserer Festnummer zum Ordenstage folgend sind die Schwestern dem Gedanken „Dautenheim'' näher getreten, indem; sie. zunächst einen Fond von etwa 600 M. hierzu gestiftet haben. Die Vermögensverhältnisse des Schwesternbundes bei 3. M. Vierteljahrsbeitrag sind glänzende. In jüngster Zeit ist ein Extnbeitrag von $0 Pf. zu Gunsten der Krankenschweslera-OrganlsationdaOroßiogeblnzugekomaen. So kanh der Schwesternbund der Allemania- Loge mit Stolz auf sein erstes, unter Leitung von Schw. Anna Lewy verflossenes Jahr zurückblicken! - 31 -