Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1919
- Issue
- Nr. 13 - Dezember
- Date
- 1919-12-01
- Page
- Seite 158 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4864325-6029096-6074430--2495-4866579- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Anschauung in der Forderung der unbedingten Reinheit des Geschlechtslebens. Es ist eine Perlenschnur goldener Worte, dje er — selbst ein junger Mann — an die Jugend richtet, frei von allem salbungsvollen Predigtton, von Prüderie und Moralisieren. Eine selbstsichere, kampffrohe Stimmung weht durch das Büchlein. Er hält einem Teil der jüdischen Jugend unserer Tage mit .ihrer seelischen Verrohung, ihrem Zynismus, ihrer Jdeallosigkeit und Blasiertheit den Spiegel vor und vergleicht sie mit den Forderungen, wie sie in früherer Zeit praktisch gelebt wurden. „Zwischen der Auffassung des Judentums, die den Geschlechtstrieb harmonisch in das dem Dienste der Allgemeinheit geweihte Leben einfügen will, und der, die das Recht auf unbeschränkte voreheliche und etwa auch außereheliche Betätigung toleriert, wenn nicht für selbstverständlich hält, klafft ein Unterschied, der so groß ist, wie er eben nur zwischen zwei von völlig entgegengesetzten Polen ausgehenden Lebensanschauungen, einer im tiefsten Grunde sozialen und einer individualistischen entstehen kann." Auf der ■ einen Seite entsteht mit dem Kampf um die Keuschheit ein edler Charakter, ein großer Wille, eine Persönlichkeit die sich der Verantwortung für die' Volksgemeinschaft bewußt ist, auf der anderen Seite ist moralischer, Verfall und Niedergang mit .allen dazu gehörigen häßlichen Erscheinungen. Daß die medizinische Wissenschaft die absolute Enthaltsamkeit als schädlich verbietet, j ist ein bequemer Vorwand, der im allgemeinen nicht stichhaltig ist „Darauf kommt es an, daß der Wille zur Reinheit und zur Heiligung des gesamten Lebens geweckt und gefestigt werde, daß unsere Jugend sich zur Anschauung durchkämpft, daß Vojljudentum ohne den Willen zur Sittlichkeit, ohne Eingliederung des Privatlebens; in die Lebensanschauung' des Judentums nicht denkbar ist." „Wir sehen in der Frau nicht etwas, das geschaffen ist, um uns Genüsse zu vermitteln, um zierlich und mit Pelzen und Juwelen behangen,' ohne einen ernsten Gedanken fassen zu dürfen, durch das Leben tänzelt Wir achten nicht die Dame, das Luxustierchen, sondern das Weib, den Kameraden im Lebenskampf, deren Einfluß tinsagbar beglückend und vertiefend sein Mann". Deshalb die Frühehe, deren Voraussetzung nicht eine absolut gesicherte Position sein muß. Die Mitarbeit der jüdischen Frau fn der Ehe ist heute wie in früheren Zeiten nicht eine Schänder sondern ein Glück und eine Notwendigkeit. Iii Mutter, raten, d Broschüre geben, geltlich Max Zum Schutze des jüdischen Mittelstandes müssen große Aktionen einsetzen, aber di s wichtigste ist und bleibt die Neubelebung des idealen jü iischen Sinnes unserer Jugend. Trot;: ihres ausgesproche 1 nationaljüdischen Charakters kann man nur jedem jüdischen Vater und jeder jüdischen auch denen, die auf anderem Standpunkt stehen, e edel und mit ecl ter Begeisterung geschriebene erwachsenen Kindern in die Hand zu en und Jugendvereinen unentihren Sie müßte in Schu in Massen verbreit« t werden. Dr. Rudolf Les VVolff: „Lernet I. Das psychogenetische und Kulturpyramiden. III praktisches Programm. V. z y n s k y, Montefiore-Loge. werden!" Gedanken über Kulturentwickelung und Kulturoolitik. — Verlag: Der Neue Üjeist—Leipzig. 12( Seiten. ' . Inhaltsübersicht. Grundgesetz. II. Kulturstufen Politische Kultur. IV. Un- Der Staat bin ich 1 VI. Revolution. "VII. Grundsätze ur d Forderungen einer deutschen Entwickjfelungspartei. — Ein geistvoll, warmherzig und anregend geschriebenes Buch. Die Feststellung h ndert nicht zu sagen, daß die Forderungen, die der Verfasser durch die Ausdehnung der Vorbildung an die Geistigen stellt, alles Maß überschreiten, und daß seine Grundsätze und Forderungen einer Deutschen Entwich ilungspartei sich vielfach in ideologische Höhen verlieren. Aber was er sagt, ist interessant, und wie ers sagt, ist so geformt und gibt so viel Atisblicke auf Recht Geschichte und allgemeine Geisteswissenschaft, daß die Übertreibung sicherlich kein Grund gegen die Lektüre ist. Es ist schwer im einzelnen auf den Inhalt des Buche i hinzuweisen. Hier hilft nur, es selbst zu lesen. Mit besonders warmer-Empfindung sind im Kapitel „Politische Kultur" die Ausführungen behandelt, die dem mittelalterlichen Judenhaß von sechs Jahrhunderten gewidmet sind. Genugtuung werden die Leser unseres Blattes empfinden, wenn sie erfahren, daß dem Verfasser bei dem jedankenbilde seiner „Kulturkolonne" der Orden vor ichwebte. Wer aber noch so hoch Gestiegene wird dem Verfasser die Forderung: „Lernet werden!" bestreitsn? Die Lektüre des Buches sei den Logen und Brüdern wärmstens empfohlen. Dr Alfred Goldschmidt. Berufsberatung und Arbeitsnachweis. Für Knaben und Mädchen, die die Schule bereits verlassen haben und einem Berufe zugeführt werden sollen, werden Lehrstellen gesucht. Diesbezügl. Meldungen sowie Neuanmeldungen von Lehrlingen und Lehrmädchen sind an uns zu richten. Ferner wird gebeten, alle bekanntwerdenden offenen Stellen für Ii ndwirtschaftliche Arbeiter und Lehrstellen für Eleven uns fortlaufend mitzuteilen. Verband der Arbeitsnachweise der Groß löge U. O.B.B., Berlin W. 62, Kleiststr. 12. -1-:-;-,-1 ..... [-1- Neu erschienen. Neu erschienen. Nachtrag zum Logenadreßbuch 1918/19 enthaltend die bei den einzelnen Logen neu aufgenommenen Mitglieder, sowie Veränderungen von Wohnungen, Fernsprecher usw. der bisherigen Mitglieder. Umfang 137 Seiten. Preis M. 1,50 ausschließlich Porto. Zu beziehen durch Gebr. Gotthelft, Cassel, Cölnischestr. 10. flr dem büudti Dr. C Fintel, Berlin, Kleiiumse IS. — Druckt Mas Coh i. Bertin SW. 6«, Hollmmnra. 10. -rnrv . Fi H