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Bericht der Großloge für Deutschland · 1919-10-01 · Nr. 11/12 - Oktober · p. Seite 142

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1919
Issue
Nr. 11/12 - Oktober
Date
1919-10-01
Page
Seite 142 (sequence 24)
Language
German
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zu verdanken. Wir sind gewachsen an den Aufgaben und Zielen, die wir im gleichen Schritt mit den Brüdern uns stellen und glücklich weiterführen konnten. Was in uns schlummert an Arbeitsfreudigkeit und an wachsender Fülle der Gaben, dankbar erkennen wir es an, es wurde geweckt zu lebendigem Leben, an diesem edelsten aller Wettbewerbe. An den Strahlen einer warmherzigen Nächstenliebe, an den erhebenden Verwirklichungen der idealen Forderungen unserer heiligen' ■ Lehre empfanden wir die Schönheit umfassenden zielbewußten Arbeitens. Mehr und mehr schlössen wir Frauen uns den Logengedanken an, i immer natürlicher und selbstverständlicher, wurde das Band, das uns mit dem Orden verbindet.j Aus der Enge persönlicher. Gebundenheit wurden wir herausgeführt in eine Welt der gejistigen Freiheit und Erhebung, aus1 der Gewohnheit bequemen Almosengebens traten wir ein in den großen Bau der sozialen Wohlfahrtsbestrebungen. Mehr und mehr stimmten wir uns auf den Geist, der die Arbeiten der Brüder durchzieht; Wir bringen ihn zum Ausdruck in den Arbeiten * *" I. - I unserer Frauenvereine. Fern lagen uris Forderungen, irgendwelcher Art, fern die Erirtnerung an den Gedanken, daß wir in der Struktur des Ordensaufbaues eigentlich nur Gäste sind. Freundlich und dankbar aufgenommen, '■■ jedoch ohne den Untergrund einer gleichen Berechtigung. Die neue Zeit aber mit der Anerkennung der Rechte, die sie der Frauenarbeit verleiht, läßt auch in uns mehr und mehr den Wunsch aufkommen, daß uns in den Logenkreisen eine festere Basis geschaffen werde. Es ist kein plötzlich uns übernommenes Verlangen.; Es ist hervorgegangen aus den Bestrebungen, ftie hervorragende Frauen schon seit bald einem halben Jahrhundert ihren Schwestern erkämpft: haben. Es hat sich nicht sprunghaft entwickelt es ist langsam, aber sicher gewachsen. Und es ist der Ausdruck einer hohen sittlichen Moral. Den Pflichten entsprechend sollen die Rechte sich gruppieren. Bringt die Mitarbeit der Frauen neues Leben, neue Impulse und neue Bewegungen in Massen, die dadurch stets in gedeihlichem Fluß gehalten werden, so geziemt dieser Arbeit auch" jenes Maß von gefestigter berechtigter Grundlage, ohne die es leicht Schwankungen und Umstimmungen ausgesetzt ist. Unsere Wünsche in diesen Beziehunge gipfeln vor allem darin, d<iß uns eine bestimmt und klare Rechtsposition gegeben werde. Dal wir in einzelnen Kommissionen, die unserer weiblichen Eigenart entsprechen. Sitz und Stimm«: einnehmen. , Daß wir nicht bloß.einen Auftrag haben, sondern auch unsere Meinung dabe äußern können. Wir wünschen und erbitter mehr Gemeinsamkeit mt den Brüdern, mehr offene, auch uns zugäng Ziehungen zum Rat,;:ur Besprechung, größere intensive Arbeit Brüdern. Wir werden ge Logen, mehr Hinzueme 'den Gemeinschaft mit ernen und wir werden dadurch immer mehr nützen können. Wir haben in der Welt der Politik das Reifezeugnis. erhaltet. Sollte uns nun die Welt des Gemütes, die We) t, in der wir uns mit unserer ganzen Seele wol I fühlen, in. der wir tat g sind als ergänzende Kräfte, dieses Reifezeugnis verweigern wollen? Wir können das kaum annehmen. Wir sind der hochw. Großloge, zi herzlichem Danke: verpflichtet, daß sie unseren Standpunkt einer gerechten Würdigung unterzieht, daß sie sich dem Zug der Zeit nicht verschließt und. die Besprechung desselben vor das Forum der Großlogentagung bringt. Wir haben auch de Genugtuung, bei ernam großen Teil unser :r Brüder Verständnis für unsere Anschauungen zu finden. Viele der bestehenden und der n jüngster Zeit gegründeten Frauenvereine haben schon in sich die Erfüllung von Wünschen, die wir aussprechen. Aber diese Erfüllungen entstammen zumeist den großzügigen verstehenden Intentionen der w. Herren Präsidenten. Sie können uns erhalten sie wieder verlieren, bleiben e nach und wir können der Anschauung des herrschenden Willens. Wir aber'hoff und erwarten, daß f;rn von Güte und Wohlwollen, fern von Sympathie und Antipatt ie unsere Frauenfrage geregelt werde, nach einem klaren und weisen Flechte, das unveränderlich ist und unveräußerlich Verantwortlich für den Inhalt: Dr. E. Fin kel, Berlin, Kleiststraße 12. — Druck: Mjax Cohh, Berlin SW.68, Hollmannstr 10.

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