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Bericht der Großloge für Deutschland · 1919-10-01 · Nr. 11/12 - Oktober · p. Seite 139

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1919
Issue
Nr. 11/12 - Oktober
Date
1919-10-01
Page
Seite 139 (sequence 21)
Language
German
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haften, konnten sich nicht an die Kleinarbeit der Einzelpflege gewöhnen und gingen daher dem Berufe verloren. Auch hatte das Gefühl der notwendigen Unterordnung gelitten, so daß wegen mangelnder Disziplin Entlassungen erfolgen mußten. Die Abnahme der Schwesternschaft ist vorhanden, trotzdem der Rahmen unserer Organisation gewachsen ist. Während des Krieges sind mehrere Stationen neu gegründet worden (Halle, Beuthen, Chemnitz, Kattowitz) gegenüber dem Verlust der Wiesbadener Station, die sich von unserer Organisation getrennt hat. Erwähnenswert ist, daß in jeden Sommer Schwestern für Ferienkolonien zur Verfügung stehen (zum Beispiel im vorigen Sommer für Jastrzemb, für Kolberg und für Begleitung von Ferienkolonien in das Ausland). I ] Um einen Begriff der Leistungen unserer Krankenschwestern zu geben, sei die Arbeitsleistung von 20 Schwestern, die den verschiedenen Stationen angehören, während des Jahres 1918 erwähnt: 1721 Vollpflegen, 1378 Nachtpflegen, 1643 Tagespflegen, 115 Assistenzen bei Operationen, 10316 Ambulantenbesuche. Die Leistungen sind demnach beträchtliche und im Verhältnis zu der Jugend unserer Organisation erfreuliche. Wenn nicht die Ungunst der Verhältnisse und die Hemmungen der Kriegsjahre gewesen wären (ich möchte betonen: während der Entwickelungsjahre unserer Krankenschwesternorganisation), so wäre anzunehmen, daß noch größere Erfolge erzielt und eine weitere schnellere Entwickelung gezeitigt worden wäre. In welchem Verhältnis stehen nunmehr die Leistungen der Organisation zu den notwendigen Kosten? Welches sind die finanziellen Grundlagen unserer Schwesternorganisation? . Der Etat der Schwesternorganisation ist seit Jahren ziemlich unverändert geblieben. Bereits im Gründungsbericht 1908/09 werden die Ausgaben für die Krankenschwestern mit M. 17256,— angegeben, zur Zeit beträgt der Etat für das Rechnungsjahr 1919/20 M. 20000,—. Von diesen M. 20 000,— zahlt die Großloge insgesamt M 16 000,— und zwar M. 12 000,— für allgemeine Zwecke der Krankenpflege und M. 4000,— für das Berliner Mutterhaus. Weitere M. 4000,— stehen den Mutterhaus aus der Metzfenberg-, und Wagnersti tung im Betrage von M. 100 000,— als 4% ige Zinsen zur Verfügung. An sonstigen Fonds stehen unserer Organisation zur Verfügung: Die'Julius und Jenny Tie tz - Stiftung mit M. 25 000, deren . Zinsen in Höhe von zugeführt M.500,— dem Schwesternpensionsfond werden, ferner die Sally Heymann- Stiftung iii Höhe von M. 5000,—, deren "Zinsen in Höhe von M. 200,— dem gleichen Fond zuflieäen. Außerdem ist uns im Laufe des letzten Jahres das Heymann-Vermächtnis in Höhe von M. 60000, — zugefallen. Der Schwesternpensionsforjd hat cur Zeit'eine Höhe von M. 81 196,18. Außer den eben [erwähnten Fonds besitzt die Krankenschwestern - Organisation einen Dispositionsfond, der 'zur Zeit M. 17 706,— beträgt. Welche Gründe sind nun für das General- '•' r r j , komitee bei den beiden letzten Tagungen maßgebend gewesen, eine finanzielle Neuordnung der Krankenschwestern-Organisation anzuregen? Einerseits darf nicht verkannt werden, daß die Aufgaben, die in allernächster Zeit an dje Großloge herantreten werden, es unbedingt notwendig machen, die Großloge in einer Weise zu entlasten, daß nicht eine einzelne Organisation eine Hauptbelastung des ganzen Etats der GroßJoge darstellen muß. Andererseits zeigt die einfache Ueberlegung, daß unsere Krankenschwesternorganisation nur dann ausgebaut werden kann, wenn künftighin größere Mittel zur Verfügung stehen, um mehr Schwestern auszubilden und diese den Krankenschwesternstationen zu überweisen. Die Aufbringung größerer Mittei lst aber auch deshalb notwendig, weil beim Steigen der Lebensmittelpreise und bei dem notwendigen Steigen der Schwesterngehälter ein gleichbleibender Etat sich als unzureichend erwejsen würde. In den letzten Jahren war es nur .bei größter Sparsamkeit möglich, einigermaßen mit den vorhandenen Beträgen auszukommen, und nur-dadurch, weil wir durch besondere Fonds für die im Felde stehenden Schwestern sorgen konnten. Wie groß das Bedürfnis nach Gründung jüdischer Schwesternstationen und nach Er- — 139

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