Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1919
- Issue
- Nr. 11/12 - Oktober
- Date
- 1919-10-01
- Page
- Seite 135 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine neue Ordensstiftung. Von Br. Dr. O. 011 e n d o rf f-Barmen/ Der Ordenstag, das hochverdienstliche Werk des Br. Großsekretär, darf kein Opfer des Krieges werden. Er wird seine Auferstehung um so sicherer und schöner feiern dürfen, als er den Brüdern keinerlei Verpflichtung auferlegt, welche alle nicht freudig erfüllen könnten, andererseits sie besonders eindrucksvoll und nachhaltig mit den leitenden Oedanken unserer Arbeit in Beziehung bringt. Die Einrichtung des Ordenstages übernehmen die Logen wohl, unbeschadet etwaiger durch örtliche Wünsche .und Verhältnisse bestimmten Aenderungen, getreu nach den von Br. Ooldschmidt gegebener) Richtlinien. Es ist nicht im mindesten zweifelhaft, daß jener dann seinen festlich erhebenden, ideellen; und materiellen Zweck voll erfüllen wird. - Für die bevorstehende erste Feier nach -beendetem Völkerringen möchte ich eine Verwendung des geldlichen Opfers zum Besten der von mir angeregten Stiftung den Brüdern in Vorschlag bringen. Ich darf die Kenntnis des Wesens dieser Stiftung nach dem Bericht über die jüngste Generalkomitee - Sitzung voraussetzen und beschränke mich auf die Hervorhebung des. Wichtigsten. Den Ausgangspunkt meiner Ergänzungen bildete die Tatsache, daß der Orden trotz einer vorbildlichen, vielverzweigten, unermüdlichen Wohlfahrtstätigkeit keine Einrichtung besitzt, welche als eine ureigene anzusehen ist und lediglich aus unserem Anschauungskreise ihren Ursprung nimmt. Alle unsere Stiftungen sozialer, bildender, veredelnder Natur heben sich nicht eigenartig und für uns werbend aus einer unendlichen Fülle heraus, und es erscheint deshalb zu erwarten, daß die Brüder dem Plane, diese Lücke zu schließen, wohlwollend begegnen. Eine Stiftung, deren Erträgnis in bestimmten Zeiträumen, als Preis zur Verteilung gelangt, ist nun an sich durchaus nichts Neues oder Eigenartiges oder gar nur unserem Orden allein Eigentümliches. Wie werden wir ihr diese Eigenschaften sichern? Zunächst dadurch, daß wir nicht nur einen geldlichen, sondern auch einen moralischen, einen idealen Preis zuerkennen und zu diesem Zwecke jedesmal, zwei Preisträger erwählen. Der ideale Preis kann nur einem Bruder zuerkannt werden; er genießt die hohe Auszeichnung, nach freiem Ermessen den Oeldpreis an eine Einzelperson oder eine Einrichtung, die ihm würdig erscheinen, zu vergeben. Als würdig in diesem Sinne bezeichnen wir eine Tat, ein Werk, einen Lebenswandel, eine Einrichtung wissenschaftlichen, moralischen oder sozialen Charakters, welche dem Judentum und der Menschheit; einen besonders hervorragenden Dienst geleistet haben, sei es für die Gesamtheit, die Festigung und die Eintracht unserer engeren Gemeinschaft, sei es für die auf Liebe, Gerechtigkeit, Duldung ruhende Stärkung, des Menschheitsgedankens. Möglichst groß kann demnach der Kreis gezogen werden, in welchem sich das" unseres Preises Würdige findet Nicht etwa nur Namen von weithallendem Ruf und land- und weltbekanntes Werk sollen der Ehrung feilhaft werden: indem wir alle unsere Brüder im ganzen Vaferlande zur Teilnahme heranziehen, wird es uns gelingen, auch manch stilles unaufdring-