Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1919
- Issue
- Nr. 9/10 - August/September
- Date
- 1919-08-01
- Page
- Seite 100 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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rühren, der speziell die deutschen Logen betrifft. Vielfach wurde mir gegenüber inj letzterer Zeit die Meinung vertreten, daß angesichts! des verlor enen-Krieges mit seinen gewaltigen Schäden für das Reich und die deutsche Judenheit die Logen hinfort ihre Tätigkeit weitmehr auf die heimatlichen Bedürfnisse einstellen müßten. Allein gerade von diesem Gesichtspunkt aus gilt bezüglich der Auswanderuagsfrage die Mahnung: tua res agiiur! Nicht nur, daß, beim Einsetzen einer ungezügelten osijüdischen Auswanderung, Deutschland infolge seiner geographischen Lage, vor allem eine ungeheure, in den Auswirkungen kaum zu übersehende Ueberftutung zu erdulden haben würde; wie die Dinge jetzt liegen, ist auch innerhalb der deutschen Judenheit selbst mit eirrar Auswanderung zu rechnen,' insofern als zahlreiche in den Ost- und Grenzmarken wohnende Glaubensgenossen diese Gebiete, sobald sie polnisch geworden sind, zu verlassen sich bewogen fühlen werden. Das geographisch verkleinerte und wirtschaftlich geschwächte (zudem noch politisch verhetzte) Deutschland wird vielleicht einem Teil dieser Flüchtlinge eise neue Heimat zu bieten, breit, sein, der Rest wird, vermutlich zum Wanderstab greifen müssan. Diesen Entwurzelten hilfreich zur Seite zu stehen, wird Pflicht der Logen sein. Sie werden dies indessen nur tun können, wennsie dem Problem dauernd ihre Aufmerksamkeit widmlen und bei seiner Losung systematisch mitwirken Aber auch noch etwas anderes dürfte das kooperative Vorgehen auf dem Gebiete der Wanderfrage zuwege bringen: die Keimlegung zu neuer gemeinschaftlicher Arbeit und dani zur Wiedergew Ziehungen zwis gelassen werden -Unser Ordeu will m und möglichst alle J bergen." Wo aber gäbe würden auf diesem Juden aller Richtungeh samen philantropischeii Innung innerer u e eben den Juden dei einzelnen Länder der Welt. Br. Justiz» Blau weist, wie von uis bereits erwähnt, darauf hin daß mehr als jede andere Organisation der Order dafür geschaffen sei, dkl Fäden des zwischenstaatlicher Verkehrs der Juden, die im Kriege naturgemäß faller ißten, wieder aufzunehmen ui id soll ein Weltbund u d e n umfassen und in es in der Tat ein Feld, das zur Erfüllung dieser Mission besser eignen würde als die Wanderfrage, die unser aller Sorge verdient? So neutralen Boden sich di: und Länder zum gemein Werke zusammenfinden | und damit die Voraussetzungen schaffen, daß durch den Krieg gelösten Gemeinscbaltsbande 'Verden — zum Heile seu sieb sicli neuem angeknüpft Judenheit und nicht Menschheit aletzt zum Heile der Qesatnl die von der Aus dem Büro der Großloge. Br. Ordens Sekretär Seelenfreund im VIII. Distrikt. Am 19. Juli d. J., am Tage, an welchem die amerikanische Regierung bekannt gab, daß Handel und Verkehr mit Deutschland wieder erlaubt ist, beeilte sich unser hochv. Br. Ordenspräsident Adolf Kraus, an uns ela überaus herzliches Schreiben zu richten, das uns am 19. August zugegangen ist Die Brüderlichkeit, die jede Zeile dieses Schreibens jatmet, bat uns überaus wohl getan; wir ersahen daraus, daß das brüderliche Verhältnis zwischen dem Execu[iv-Komitee und uns durch die'politischen Ereignisse in keiner Weise gelitten hat. In seinem Briefe bittet Br. Ordenspiäsident um einen ausführlichen Bericht üoer die Verhältnisse in unserem Distrikt sowii darüber, wievel» B3-Mitglieder durch den Kn'eg geii|tea hätten. Er ersucht uns ferner, allen „betrübten Brödern" seine innigste Sympal hie auszudrücken. In diesem Schreib» teilt uns auch Br. Kraus mit, daß Br. Ordenssekreär Seelenfreund am 26. Juli nach Europa reise, um sich über die Logen um Brüder persönlich unterrichten zu können. Inzwischen ist Br. Seelenfreund in Berlin Angetroffen, und seine AiiWesenheit ist für uns von ungemein großem Weite. Gerade in dieser schwerei Zeit, in der uns das Schicksal unserer Logen und Brüder ia den östlichen, von unserem Vaterland e abzutrennenden Gebieten andauernd beschäftigt, habe i wir uns nach eineti Bruder aus Amerika, gesehnt, dem wir unsere Nöt: und Sorgen vor-ragen-ikönneit. Die Konferenzen dts Gescbätsausscbusses mit Br. — 100 —