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Bericht der Großloge für Deutschland · 1918-03-01 · Nr. 3 - März · p. Seite 47

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1918
Issue
Nr. 3 - März
Date
1918-03-01
Page
Seite 47 (sequence 15)
Language
German
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füll trat aus dem Arbeitsgebiet für den einzelnen heraus und wandte sich der Gemeinsarnkeitsarbeit zu, die uns Frauen als ein erster Schritt in eine neue Phase der Kultur der Ordensarbeit erscheint Und so müssen naturgemäß auch fest gefügte ideale Forderungen sich beugen unter den herrschenden Willen einer neuschaffenden, strebenden Gegenwart. Diese Gegenwartsforderung war für die Logen die Mitarbeit der Frauen. Alle die großen Werke der Wohlfahrt und der Wohltätigkeit, die heute Ruhmesblätter am Baume des Logenlebens bedeuten, verdanken mit ihre Blüte der hingebenden Arbeit unserer Frauen. Aber das verbindende Glied dieser gemeinsamen Arbeit ist immer noch nicht in den Logensatzungen anerkannt. Immer noch steht die Frauenarbeit abseits, immer noch sind Frauen als Helferinnen offiziell nicht anerkannt. Und da wir aus den Erfahrungen des Lebens wissen, daß es auf allen Gebieten, auch bei den" gefestigsten Instituten möglich ist, dem Geist der Zeit entsprechende Verbesserungen einzuführen, so hegen wir den Wunsch, daß die Frauenarbeit auf Gebieten, die ihrer Eigenart besonders anstehen, der Männerarbeit gleichberechtigt werden möchte, daß die Frauen dabei mit im Rate der Männer sitzen mögen. Das Gebiet der gemeinsamen Arbeit ist groß. Es umfaßt vor allem die Fürsorge, die innerhalb der Logenkreise vom Kriegsausschuß gepflegt wird. Weiter können auch Frauen für die Witwen und Waisen der dahingeschiedenen Brüder wirken. Wir können es nicht gelten lassen, daß man unserer Verschwiegenheit, unserem \ sicheren j Taktgefühl Zweifel entgegensetzt. Fertier gäbe es im Vergnügungs- und Geselligkeitskomitee ein gemeinsames Arbeitsgebiet. Hier könnten Frauen mit dem geschulten Blick für das Scfiöne, Edle und Praktische belebend und den Geist de* Veranstaltungen hebend, wirken. Der Grundgedanke des Logendie Vorsitzende Mitteilung von dem anfangs erwähnten, am Vormittag angenommenen Antrag, den as und welcher mit eine Grundlage für die sie ver Diskussion bilden sollte. Es lag in der Natur der Sache, daß sich die Aussprache, an der sich', die Herren stark beteiligten, hauptsächlich mit dem Antrag beschäftigten. Es war sehr interessam zu hören, dal! alle Herren die Mitarbeit der Frauen.außerordentlich schätzten, ihren Rat für die Komite es auch sehr wünschten. Nur dafür, daß die Frau auch beschließende Stimme darin haben sollte;, könnten sich nicht alle einverstanden erklären. Einer der Herren legte ir den Antrag viel mehr hinein, als er eigentlich be weckte und befürchtete, daß die Zulassung der Frauen in die Logen wie Sprengstoff wirken würde: Wenn besonnene, Herren,. wie Herr Dr. Seligmann und Herr Direktor Adler auf dem Standpunkt stehen, daß Gesetze abgeändert werden können und daß auch die Logen sich, den Zeitverhältnissen, anzupassen hätten, so kann das für den Frauenverband nur ermutigend wirken. Ajen der Präsidejnt der Frankfurt - Loge, Herr S i m oh j Frauen-Verbandes ist, seinen [sieht in der Arbeit, Förderung und Anregung zu geben. Das wird weit besser geschehen können und mit noch stärkerem Erfolg, wenn die Brüder selbst diesen Zusammenschluß fördern; Und daß dieser Geist der Frauenarbeit, verbunden, anerkannt und gehoben durch den Geist der Brüder, zum Segen werde für die ganze jüdische Welt, das ist die Hoffnung urid das Streben aller Frauen innerhalb der Logen. Starker Beifall dankte den Referentinnen und bevor noch die Aussprache eröffnet wurde, machte stand dem Antrag sympathisch gegenüber. Erwürde keinen Hinderungsgrund sehen, Damen in die gewünschten drei Komitees aufzunehmen und hoffte, daß bei dem feinen Verständnis der Frau manche Lücken, die sich heute zeigten, durch ihre Mitarbeit ausgefüllt werden könnten. So könnte Frau Schlesinger, bevor sie die arbeitsreiche Tagung mit Dank an die Fra nkfurter Loge f ir die Hergabe ihrer schönen Räume, mit Dank an die auswärtigen Vertreterinnen und für das' Interesse der Frankfurter Herren und Damen schloß, mit Gtnugtuung darauf hinweisen, daß die Aussprache wesentliche Gründe gegen die Petition nicht gezeitigt habe Es wäre nach dem ausgezeichneten Erfolg der Frankfurter Tagung nur zu wünschen; daß auch in Vereinen Kraft, Zuverandere^ Teilen des Reiches, derartige Distrik|ktagunwerden J . S. - gen m t gleich gutem- Erfolg abgehalten könnten. i des Es hier derer arbeit müdlich beige 47 Geheimer Sanitätsrai Dr. Maretzki ist uns eine schmerzliche, aber teure Pflicht, Mannes zu gedenken, der wie kein anklebend und befruchtend auf die Frauennnerhalb der Logen eingewirkt hat.- Uner- und mit bestem Gelingen hat er mit dazu trkgen, das soziale Gewissen der Frauen zu

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