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Bericht der Großloge für Deutschland · 1918-03-01 · Nr. 3 - März · p. Seite 34

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1918
Issue
Nr. 3 - März
Date
1918-03-01
Page
Seite 34 (sequence 2)
Language
German
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Unsere Gedenktafel, ihre Bedeutung und ihre Mahnung. Von Br. Einem Beschluß des Geschäftsausschusses zufolge sollen die Brüder, Söhne und Seh wiege i söhne von Brüdern, die in diesem furchtbaren Kriege die bedrohten Grenzen unseres Vaterlandes imit blewehrter Hand zu schützen und zu verteidigen hatten und in Erfüllung dieser heiligen! Pflicht auf dem Schlachtfelde gefallen öder ihren fVunden erlegen sind, durch eine besondere Gedenktafel in unseren Monatsberichten geehrt werdent — An die Ausführung dieses Beschlusses ging die Redaktion nicht ohne Zagen und Bangen. j Mußten wir doch befürchten, daß bei diesem pietätvollen Gedenken so manche Wunde, die schon geheilt zu sein schien, von neuem zu bluten und zu seimerzen beginnen werde. — Und dennoch glauben wir dem erwähnten Beschluß Rechnung tragen zu sollen. Demi die in unserer Mitte zu pflegende Brüderlichkeit erheischt es, das Andenken an unsere teuren1 Heimgegangenen von Zeit zü Zeit zu erneuern u<id es in Treue festzuhalten. Die Gedenktafel soll uni an unsere Pflicht mahnen, der feierlichen Versich :rungen eingedenk zu bleiben, die wir. unseren Helden, als sie in den Kampf zogen, gegeben haben, uns E. Finkel. und Pflichttreue gegen ihrer Hinterbliebenen liebevoll durch Trost und Zuspruch denen, in deren Haus Kummer und Sorge gezogen sind, brüderlichen Beistand zu leihin. anzunehmen, sie I i aufzurichten und ein- Die Eltern unserer gefallenen Helden sollen ir. ihreiji unsäglichen Schmerze sich nicht selbst überlassen sein, vielmehr wollen wir durch innige upd aufrichtige Teilnahme" die ihnen auferlegte ichweije Prüfung mittragen helfen und ihnen Linderung und Beruhigung bringen. Dje Gattinnen und Kirjder unserer, Brüder, die des Ernährers und Beraters be- ' ■ " 1 : jf raubt wurden, sollen in ihrem Lebenskampfe nichtJ rat- und bilflos dastehen, vielmehr von uns in Liebe betreut und versorgt werden. Gehören sije doch alle unserer großen Ordensfamilie an! --' . . Diese Gedenktafel hat aber für uns als Juden noch eine besondere Bedeutung. Beim Leien dei- Namen unserer gefallenen Helden dünkt es uns, aus ihren frischen Gräbern folgenden Mahnruf zu vernehmen: „Wir haben für die Ehre und Sicherheit des geliebten Vaterlandes unser junges Leb:n hingegeben, aber auch zugleich für" Euch, unser; Glaubensbrüder, gekämpft Durch unsere Hingebung die haben wir die alten Vorurteile, unsere Bekenne rschaft herrschten, zerstreuen helfen. — Man pflegt dem Juden Feigheit und militärische Unfähigkeit vorzuwerfen; diese schmähliche Verleumdung wurde, weil von unseren Feinden und Widersachern immer und immer wieder wiederholt, von vielen auch geglaubt. Ja, selbst in unserer eigenen Mitte fanden sich manche, die durch diese Lügen beeinflußt, der Ansicht wären, daß der Jude für militärische Tugenden keine Fähigkeit besitze, daß uns Juden gewissermaßen der heroische Typ fehle. — — Unsere nichtjüdischen Kameraden und Vorgesetzten rufen wir daher auf, sie mögen auftreten und bezeugen, daß wir, die jüdischen Heeresangehörigen, mit gleichem Opfermute, mit derselben Standhaftigkeit und Todesverachtung gekämpft und geblutet haben, wie alle anderen Söhne unseres Vaterlandes. Trotz des judenfeindlichen Geistes, der bei manchen Regimentern und Truppenteilen herrschte, haben wir den uns seit Jahrzehnten verweigerten Offiziersrang errungen und uns zahlreiche Kriegsauszeichnungen erworben. — I Wir haben für unsere geliebte Heimat, aber auch für Eure Zukunft in dieser Heimat gekämpft Wenn Judenfeinde fürder es wagen sollten, Euch diese deutsche Heimat, auf deren Boden unsere Väter mindestens so früh wie viele andere deutschen Stämme gewohnt haben, streitig zu machen, so weist auf uns, die auf den Schlachtfeldern Gefallenen hin, die wir Euch diese Heimat von neuem mit unserem Blute erkauft haben. — — — Und wie wir gegen die äußeren Feinde Ües Vaterlandes unerschrocken gekämpft haben, so kämpfet Ihr mit derselben Unerschrockenheit gegen den inneren Feind, gegen Unduldsamkeit gegen Glaubens- und Rassenhaß, auch dadurch werdet Ihr unserem Heimatlande einen unschätzbaren Dienst erweisen. Bedroht nämlich der äußere Feind die Grenzen und Sicherheit unserer Heimat, so schädigt, wie der Weltkrieg zur Genüge bewiesen hat, der innere Feind den Ruf, die Ehre und das Ansehen des deutschen Volkes in der ganzen gesitteten Welt. Und wie wir Kameraden draußen im Felde ohne Rücksicht auf Abstammung, Bekenntnis, Herkunft uns zusammengeschlossen haben, alle von

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