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Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-01-01 · Nr. 9 - Oktober/November · p. Seite 9

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 9 - Oktober/November
Article
Beilage zu Nr. 9
Date
1917-01-01
Page
Seite 9 (sequence 1)
Language
German
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M 111 -mV* Beilag e^m Bericht der Grossloge fü ü. O. B. B. Oktober November m».w*>i Ii. in;? w '■ .1 : M ' €§ 18 ür Deutschland!?' ' r 1917. Inhalt i Vortrag des Br. Ollendorlf und Leitsätze. - H-rieht über die Zusammenkunft Der Deutsch-Israelitische Uemelnd ibund der Logenprätidtnten (Lofen- und OroRlogenprobleme) Welche Aufgaben hat der Beamtenrat der einzelnen Lögen nach dem , Kriege nach innen und außen zu erfüllen? Vortrag von Br. Expräs. Dr. O 11 e n d o r f f - Barmen anläßlich der Präsidentenkonferenz am 9. September 1917. Am Schlüsse jeder Arbeitssitzung richtet der Br. Vizepräsident an die Versammelten die Mahnung: Lasset uns wirken und wachen. In den beiden Worten „wirken und wachen" liegt ein Programm, eine Zusammenfassung der Eigenart unserer Arbeit, die sich nicht nur mit dem vor Augen liegenden, an uns herantretenden beschäftigen, sondern stetige Ausschau halten soll nach Personen und Dingen, geeignet den Kreis unserer Tätigkeit zu erweitern. Wenn in diesem Sinne die Aufgaben des Beamtenrates nach dem Kriege einer Betrachtung unterzogen werden, dürfte die Umkehrung der beiden Merkworte die Richtung unserer Tätigkeit vielleicht noch bezeichnender ausdrücken. Wachen müssen wir mehr als je um wirken zu können, aufmerken auf die Zeichen der Zeit, horchen auf den Herzschlag unseres schwergeprüften geliebten Heimatlande?, prüfend und entschlossen der Lebensäußerungen und der Nöte unserer jüdischen Gemeinschaft achten. Wie Wächter auf der Zinne im Angesicht des drohenden Feindes, so müssen wir Brüder des Ordens vor allem beteitstehen, jedem Hindernis für unsere Festigung und Entwicklung entgegenzutreten, alles zu fördern, was auf die Vervollkommnung nicht nur unseres engeren Kreises, sondern des gesamten Judentums, des Vaterlandes und der Menschheit abzielt Niemals war es nötiger, klar und deutlich das Wesen unserer Arbeit hinzustellen, niemals auch dringender auf das unentwegteste festzuhalten an hohen Idealen als in diesen Jahren sinnloser Vernichtung, zerstörten Olaubens, geknickter Hoffnung- Ohnmächtig steht der einzelne dem nichts Verschonenden Unheilssturm gegenüber, sieht die Blüte der Menschheit dahinsinken, schwinden, was wir wert gehalten und in heißem Streben erworben an geistigem und stofflichem Oute, und frech in hellem Licht sich spreizen, was sonst im Dunkel sich barg vor der Verachtung der Mitmenschen. In dieser Götterdämmerung einer einst so gepriesenen Kultur den Glauben ah > den Bestand und den Sieg der Gerechtigkeit, des Guten und Sittlichen aufrechtzuhalten, mag. schwer sein; denn glir zu zahlreich und zu hart sind die Zeugnisse für die noch unumschränkte Herrschaft der rohen Gewalt ±die Mißachtung von Ehre,. Recht und Treue — dem och fehlen nicht die Zeichen, daß auch dieser Weltenbrand nicht alle Keime der Zukunftssaat vernichten wird, daß auch an seiner Asche dereinst sich!wieder eine Flamme entzünden wird, die nicht genährt, ist vom Q'alme der Ländergier und Selbstsucht, sondern von dem Hauch einer reinen Sehnsucht, eines Verlangens, die Erde aus einem Kampfplatz persönlichen Ehrgeizes und völkischen Machtkilzels zu einer Ställe friedlichen Wetteifers der Nationen zu machen. Wer aber den Mut zu dieser Hoffnung in sich findet - und ich vertraue, daß es d e große Mehrzahl von uns ist - der darf da - 9 -

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