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Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-10-01 · Nr. 9 - Oktober/November · p. Seite 139

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 9 - Oktober/November
Date
1917-10-01
Page
Seite 139 (sequence 15)
Language
German
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stark empfundene Mängel zu beseitigen und vor allein auch die noch vielfach bestehende körperliche Unzulänglichkeit zu beheben, die ich als Führer draußen leider oft festzustellen genötigt war, und die auch der beste Wille nicht überwand. Wer jemals als Jude im Felde Seite an Seite mit seinen christlichen Kameraden der Gefahr in's Auge sah, wem jemals das Kommando „Helm ab "zum Gebet" in ernster Stunde in's Ohr drang, der weiß, was die schluchzende Sehnsucht nach Heimat und freiwillig dargebotener Gleichberechtigung bedeutet, viel mehr als derjenige, der im Gleichmaß des Alltags sein Leben verbrachte. Damit diese Sehnsucht der Erfüllung näher ge- ' führt wird, damit der große Schritt auf der Bahn wirklicher, nicht papierener Gleichberechtigung in diesem Sinne getan wird, darum ■kann garnicht laut genug der Ruf erlönen: Aufwärts von .der Stufe mittleren Händlertums, hinauf zu Mitarbeit und wirklicher Gleichheit mit i den christlichen Brüdern, heraus mit den alten, jüdischen, heroischen Idealen! Aber freilich: anders, als im Sinne des Br. Bau- . mann ist dieser Ruf zu verstehen. Wir wollen keine Lebensauffassung annehmen, welche nicht die unsrige wollen nicht nach J 41 Ii» ist, um etwas zu erreichen.; Wir wo dem Zugang zu den höchsten Aemtern im Staate trachten, weil durch sie erat unsere wirkliche Oleichberechtigung dargetan, werden könnte, sondern wir wollen diese im Herzen unserer Mitbürger zu erringen suchen, dadurch, daß wir uns der Ideale unserer Vorfahren erinnern. Wenn der Oedanke für die jüdische Jugend unerreichbar erscheinen kann, daß es ihr gelingt, sich ,-n Wesen und Leben der Mehrheit völlig anzupassen, sich von ihr durch nichts mehr zu unterscheiden als durch den Glauben, von den christlichen Brüdern nach Proben auf Herz und Nieren als gleichberechtigt willig in ihren Kreis aufgenommen zu werden, dann nü'zen weder angenommene Lebensauffassung noch Staatsämler! Dann wird auf viele—und nicht die Schlechtesten — das Gefühl der Mutlosigkeit herabsinken, die aus der Lage mißgünstig geduldeter Halbbürger heraufzukommen streben; Wer das verhüten will, für den gilt es als hehre Pflicht, dieses S'reben aufzunehmen und zu fördern, dessen schimmerndes; Endziel der selbstbewußte und doch bescheidene, werktätige, deutsch denkende und mit vaterländischen Idealen erfüllte Jude ist. Ausbildung jüdischer Krankenschwestern Jüdische Frauen und Mädchen mit höherer Schulbildung, im Alter von 20 bis 30 J ihren, die sich dem Krankenpflegeberuf widmen wollen, werden durch uns ausgebildet Unentgeltliche Ausbildung. —- F r e i e Station schon während der Ausbildung. - -Lebenslängliche Versorgung. — Prospekte stehen zur Verfügung. Großloge für Deutschland VIII. U. O B. B. Ber.ljn W„ Kleiststraße 12. 4- * ■. .1 »' »<, '-jv Für die uns zu der Feier des zehnjährigen Bestehens unserer Loge übermittelten Glückwünshce statten wir der Hochw. Graßloge, den würdigen Logen und den lieben Brüdern unsern inn;gen Dank ab. Leopold-Zunz-Loge LXVIU Nr. 629, Bratilnschweig Etchengriin, Präsi dent. ms Aus dem Gedächtnisbuch der Großloge, Seit unseren letzten Angaben hatten wir den Tod folgender Brüder zu beklagen. Es starben: 99. Am 26. August 1917 Br. Samuel Reith, Mitglied der Deutschen Reichs - Loge in Berlin seit dem 29. Dezember 1884, geb. den 1. Mai 1849 in Meseritz. Am 10. Juni 1917 Br. Robert Liebesschütz, Mitglied der Berthold Auerbach - Loge in Berlin seit dem 21. März 19Q4, geb. den 28. August 1857. 100. Am 17. Juli 1917 Br.: Isidor Besthof, Mitglied der Zion-Loge in Hannover seit dem 3. Dezember 1911, geb. den 4. März 1879 in Weinsheim.

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