Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 8 - September
- Date
- 1917-09-01
- Page
- Seite 121 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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in Unserem Distrikte wurde durch mehrere gediegene Auflätze aus der Feder hervorragender BBr, in der Festnummer unserer Monatsberichte vorbereitet.-. An eine i dieser Aufsitze mit der Ueberschr ift „Rückblick und Ausbück" von Br. B 1 a u-Frankfurt a. M. wurde ich bei der Fertigstellung meines diesmaligen Berichtes erinnert. In jenem schildert der verehrliche Verfasser den I Weg, auf dem wir im ersten Viertel Jahrhundert gewandelt, der unseren Orden aufwärts und vorwärts ' führte und ihn zu einem bedeutenden Faktor des jüdischen. Gemeinschaftslebens machte. „Heute" [— so schrieb Br. Blau — „ist wohl . {allgemein die Ueberzeugung durchgedrungen, daß der Orden den besten Resonanzboden für alle innerjüdischen Bestrebungen bildet, daß er in der Hand einsichtiger, auf der Höhe ihrer Aufgabe stehender Männer zurzeit das beste- Instrument ist, um die im Interesse des deutschen Judentums so unbedingt erforderliche soziale Arbeit zu leisten. Ob wir dieses Instrument uns in der Zukunft zu erhalten haben? Wahrlich eine müßige Frage angesichts der Lage, die der immer noch zunehmende Antisemitismus für luden und Judentum in Deutschland geschaffen hat. Manches ist geschaffen, aber jeder Kenner unserer Verbältnisse weiß!, daß wir erst im Beginn der Arbeit sind. Viel, sehr viel und für lange Zeit hinaus bleibt noch zu tun, um das deutsche Judentum auf die Höhe zu bringen, die jede gerechtfertigte Anfechtung ausschließt. Generationen werden an dieser im Interesse des Judentums und des Deutschtums gleich notwendigen Arbeit zu leisten haben, und alle bislang noch schlummernden Kräfte werden aufgerufen werden müssen. Nicht allein muß unsere Organisation weiter ausgebaut und bis in die kleinste Gemeinde hin verbreitet werden, auch die Frauen werden zu unserer Arbeit heranzuziehen sein — was bislang nur in geringem Maße geschehen ist —, weil sie die , vernehmlichsten Erzieher unserer Jugend, und die Jugend unsere Zukunft ist.., Es muß ferner danach gestrebt werden, daß die einzelnen Logen ihre Kreise immer weiter ziehen und, mehr wie bisher die sozial Höchststehenden für sich gewinnen, um nicht nur sie, sondern auch ihre Kinder und Kindeskinder für das Judentum sich präjudizieren zu lassen. Der Feind im eigenen Lager muß vor allen Dingen bekämpft werden. Wer dieser Feind ist, braucht angesichts der in erschreckendem Maße zunehmenden Taufe von nicht erst gesagt zu Erwachsenen und Kindern werden." Was Br. Blau damals so schön ausführte, hat noch jetzt, volle Geltung. Trotz 'der gewaltigen Opfer, die wir dem Vaterland in dieser harten, schweren Zeit gebracht haben, mehren sich von Tag zu Tag die Anzeichen, die ins befürchten lassen, daß der Judenhaß von neuen in erhöhter Stärke aufleben und unsere Gleichberech igung bekämpfen wird. Auch der innere Feind, die Mischehe und Taufe, ist leider im Abnehmen begriffen. Da gilt es nun alle um unserem Orden recht viele und Mitstreiter .zuzuführen, ihn zu einer unbezwinglaren Festung nach außen und zu einem unerschütterlichen Bollwerk nach i n n e n zu machen Für die äußere Logentätigkeit ergeben sich von selbst drei Gruppen von Aufgaben: che, geisti nicht Kräfte aufzubieten, wackere Mitarbeiter Wirtschaft! liehe Aufgaben: f ge f; ""• sollten und s i 11freilich bei Die wirtschaftlichen Aufgaben einem Bunde wie dem unsrigen, nicht als* vernehmlichste betrachtet werden. Aber da ist der Krieg gekommen und hat uns so recht zum Bewußtsein gebracht, daß in der realen Welt selbst ethische Errungenschaften eine materielle und sichere Grundlage haben müssen; ohne tägliches Brot in ausreichendem Maße gibt es keine, geistige Entfaltung, gibt es kein sittliches Streben. Wie viele, die draußen ihr Herzblut für uns dar- " lr zubieten bereit sind, werden bei ihrer Rückkehr „den Platz besetzt finden,1 an dem sie früher ihr Brot gefunden haben. Wieviele, denen eine geschickte Hand Gewerbe und Kunst erschlossen hätte, werden beruflos heimkehren müssen, weil sie diese Hand nicht mehr mit nach Hause bringen. Da .wollen wir schon heute gelsben, daß wir derer nicht vergessen wollen, namentlich derer ans unserer eigenen Gemeinschaft, die mit ihren Leibern einen Wall um uns errichtet haben, und daß wir für sie sorgen wollen. Kein Almosen soll es sän, sondern die Erfüllung einer heiligen Pflicht. Es wird für den Deutschen Distrikt ein dauerndes Ruhmesblatt bleiben!, daß er während des Krieges viel mehr Aufwendungen gemacht "hat für die Juden der verbündeten Lander und .für die .Juden der in den feindlicher! Ländern besetzten Gebiete als. für die Glaubensgenossen in Deutschland selbst. Auch nach dieser Richtung wird noch, manche Träne fließen, und 121 -