Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 7 - August
- Date
- 1917-08-01
- Page
- Seite 104 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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eigener Erfahrung Mitteilungen über seine Bexbach tungen unserer östlichen Glaubensgenossen. Möge bald es die Zeit ermöglichen, daß wir wiederum inj Maientagen zu dem lieben alten Hirzstädtchen fahren können! Doch noch sind wir im Krieg« und des gedenken wir bei aller Arbeit, ihm gilt unser Sorgen, nur den Kriegsleiden unsere Hilfe, den Kriegern unsere Dankbarkeit und Treue. Unsere Gelder gaben wir, soweit es eben ging, in Höhe von M 9000.— als Kriegsanleihe dem Vaterlande. Regelmäßig und reichlich Rossen unsere Mittel für die edlen Zwecke des Nationalen Frauendienstes und für viele, die unter des grausen Krieges argen Nö;en leiden. Insgesamt haben wir bis jetzt rund M 10 000.— zur Linderung der Kriegsnof gespendet. An den alfehrwürdigen, jüdischen Festtagen sahen wir die jüdischen Soldaten in unseren Räumen hier als unsere Gäste versammelt, am Rausehhaschenoh wünschten wir uns mit ihnen ein „schon«-h tauwoh" am Chanukah gedachten wir mit ihnen, blätternd in der Ruhmesgeschichte der Juden, der Heldentaten, der Mafckabäer, am F urim freuten wir uns mit ihnen über des ewigen Hamanns vereitelte, ewige Anschläge, und am Pessach leerten wir die Becher mit der Hoffnung: Im künf igen Jahre im Lande der Freiheit. Auch der Arbeit unserer Schwestern sei hier gedacht Wie im Vorjahre versammelten iie sich zweimal im Monat und strickten für die Tar. fereri, die die Wacht halten gegen den Feind. Bei der Sorge für die, die die groß: Gegenwartsarbeit leisten, haben wir die, denen di: Zukunft gehört— unsere Kleinen — nicht vergessen. Wie in den Votjahren, halsen wir auch diese: Mal in den Ferien unsere Kinderkolonie — etwa 2( an der Zahl — unter Leitung des Kantors Gottlieb täglich in die benachbarten Wälder zu Spiel und Wanderung geschickt Ein besonders erholungsbedürftiger Knabe weilte im wesentlichen "auf unsere Kosten zu seiner vollen Gesundung in Bad Harzburg. All dies Wirken und Schaffen von Sch wester nnd Bruder, kurzum der Loge werktätige Leistungen, fanderi auch außerhalb unseres Kreises Anerkennung und Dank. Ein charakteristisches Zeugnis hierfür muß darin gefunden werden, daß Hot B. Meyersfeld in Braunschweig uns für unsere Bestrebungen zum Wohle unserer Mitmenschen eine jährliche Beihilfe krön M 400.— gewährt hat, eine Tat, die ihn und uns in gleichem Maße ehrt Doch lassen Sie mich, meine 1. Brüder, von dem, was hier und da nach außen sichtbar ist und dem Auge der Welt nicht verborgen bleiben kann, ji, leider nicht darf, zu uns selbst zurückkehren, zu unserem geistigen Innenleben, zum stillen Schaffen iti eigenen, trauten Heim. Geistiges Innenleben! Nicht ohne Bedacht habe ich die Wohltätigkeit, Brüderlichkeit und Einbach! an die erste Stelle gerückt; sini sie doch ein Labsal lür unser schmachtendes Gemüt. Denn die Wohltat beseligt der Geber, die Brüderlichkeit und Eintracht senkt den himmlischen Frieden in die Unrast unserer Tage, in das suchende Hetz» Aber unsere Arbeit wäre nur h; Ib [getan, wenn nid it auch unser Geistes leben bei ihr seine erquickenc e Nahrung fände. Weifen wir doch, wie es ir unserm Eingangsgebet heißt, „den geistigen und sittlichen Charakter unser :r Glaubensgenossen höher entwickeln und stärken" Das geschieht, wenn wir zunäch st unseren eigenen Geist nähren. . Als ich von der Brüderlichkeit und Eintracht sprach, mußte ich, als ich b nauszuspähen suchte, auf dem weiten Weg von unserem Heim in die große Welt, tastend, lehrend, mahnend vorgehen. Spreche ich aber von unserer Geisteskost, erfüllt mich dts Gefühl der Befriedigung. Unter schwierigen Verhältnissen haben wir—wie jede unserer Schwesterlogen— in dieser gewaltigen Zeit zu kämpfen: titkräftige Brüder stehen im Felde, der Tod hat grause Lücken in unsere Reihen gerissen, und Leid und Weh will gar oft die eigene Schaffenslust hemmen und erlahmen. Von Brüdern anderer Logen erklingt aus diesen urd aus anderen Gründen die Klage über den geistigen Niedergang, über Gleichgültigkeit und Logenmüdigkeit an unser Ghr. Bei uns herrscht der alte Eifer, frisch *wie am ersten Tage, trotz der herben Nöte der schweren Zeit. Das konnte ich auch der« hochw. Großloge berichten, und rühmend erwähnte sie es in ihren amtlichen Mitteilungen. Unsere Sitzungen waren du rchweg leidlich oc er gut besucht, 17 geschlossene Sitzungen haben wir abgehalten, die durchschnittliche Besuchsziffer bei ef sich auf 29, die höchste auf 44, die niedrigste auf 23 Brüder. Bedenkt man, daß e<wa rund 70 Brüc er unserer Loge angehören und zum erheblichen Teile nicht am Logenorte ihren Wohnsitz haben, so darf man mit dieser Besuchsziffer nicht unzufrieden sein. Aber als Ideal muß es doch g slten, daß kein Bruder ohne triftigen Grund fehlt, und um dieses zu erreich«, müssen die Saumseligen durch persönliche Einwirkung nachdrücklich an ihre Pflicht erinnert werden. In einer der ersten Sitzungen des verflossenen Jahres 104- 1