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Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-08-01 · Nr. 7 - August · p. Seite 101

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 7 - August
Date
1917-08-01
Page
Seite 101 (sequence 9)
Language
German
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425. einwintere manchen Br. vom Besuch .der' Loge zurück. Wir dürfen daneben nicht verschweigen, daß in vielen 'Fällen auch Teilnahmlosigkeit mitspricht, die kaum zu überwinden möglich erscheint. Aber dessenungeachtet hat die Loge ihre Aufgaben nicht unerfüllt gelassen, und diejenigen Bruder, die wirklich mitgearbeitet haben, blicken mit Befriedigung auf ihre Tätigkeit zurück. Im einzelnen sei darüber Folgendes berichtet. T Die Anregungen von B»"- Dr. Maretzki (vergl, Ausschuß-Sitzung der Gr. L.) gaben Anlaß -zu gehenden Besprechungen und einem Briefwechsel mit Br. Maretzki. Wir legten Wert auf eine gemeinschaftliche Beratung mit den Logen des Niedersächsischen L.-Verbandes; die erste Verbands Sitzung fand bei uns statt, zwei weitere in Braunschweig bei der Leopold Zunz Loge. Um dem allgemeinen Wunsche der Brüder entgegenzukommen, suchte der unterzeichnete Präsident die Sitzungen auf eine Dauer von 1 1/4—1 1/2 Stunden zu beschränken und berichtete über den Inhalt der Gr.-L. - Ausschuß - Berichte nur auszugsweise, wobei mehrere Berichte zusammengefaßt wurden. Dadurch wurde vor allem die Zeit gewonnen, nach den Sitzungen ein Stündchen gemütlich im Bruderkreise zu verbringen. Die Schwestern, die an den Silzungsabenden ebenfalls arbeiteten, leisteten uns dabei in der Regel Oesellschaft. Auf dem Gebiete der Kriegs-Wohlfah p f 1 e g ei hat die Loge sich, außer der bereits wähnten Errichtung einer Kriegspatenkasse, weiter in mehrfacher Alt betätigt — Es wurde Ausschuß gewählt, der unter Mitwirkung einiger Schwestern den Besuch von jüdischen Verwundeten in den hiesigen Lazaretten in d e Hin J nahm. Wir machten dabei die Erfahrung, daß einmalige Bitte bei den Lazarett-Verwaltungen Mitteilung, ob jüdische Soldaten vorhanden seien, nicht genügte; das Versprechen, die Bitte gern zu erlüllen, geriet in Vergessenheit und von Zeit zu Zeit mußte erneut angefragt werden. Die' besuchten Soldaten'waren über die Fürsorge oft in außerordentlich hohem Maße ertreut—Wie schon im vorigen Winter haben wir auch dieses Jahr wieder die jüdischen Soldaten der hiesigenOarnisonfür den S onntag nachm, 5-7 Uhr zum Kaffee in die Räume der Loge eingeladen. Je nach dem Wetter und den militärischen Verhältnissen waren die Zusammenkünfte mehr oder weniger gut besucht Die Veranstaltung war daneben wichtig für das innere Logenleben, da r tsernoch ein eine um — 1QI -; die Brüder und Schwestern, die. als Gastgeber erschienen waren, dadurch in einen sonst nicht zu erreich enden regelmäßigen Verkehr mit einander treten konnten. — Der Ausschuß zur Fürsorge für kur- und pflegebedürftige Kinder —der, nebenbei bemerkt, seine Hauptarbeit während des Sommers leistet, wo keine L.-Sitzungen stattfinden — konnte 5b Kinder auf vier Wochen in das Solbad Salzhemmendorf schicken und 29 Kindern in der Stadt Hannover selbst seine Fürsorge in der Form angedeihen lassen, daß die Kinder je 8 Solbäder erhielten, spazieren geführt und mit einen) Milchfrühstück sovie 'mit Mittagessen versorgt wurden; letzteres wurde in der während des Krieges errichteten jüdischen Volksküche verabreicht, an deren Leitung mehrere Bbr. beteiligt sind. -Die Arbeit des Ausschusses wurde in. reichem Maße] durch mehrere Töchter von Brüdern unterstützt, deren Mitwirkung außerordentlich zum Erfolg beitrugt—Unser Kinderheim auf Norderney konnte wegen seiner Lage innerhalbdes Kriegsgebiets auch im Jahre 1016 nicht benutzt werden. Die Heeresverwaltung hatte das Haus für kurze Zeit gemietet, um es als Lazarett zu verwenden; es stellte sich aber bald heraus, daß es dafür nicht recht geeignet war. Möge es recht bald wieder seinem eigentlichen Zwecke dienstbar gemacht werden können! Zum Bau des Hauses auf'Norderney hatte unser Br. Joseph Berliner seinerzeit M.' 35,000.— darlehnsweise hergegeben und die Zinsen (2 0) jährlich der Loge für den Betrieb des Hauses schenkungsweise überlassen; er hat diese Darlehns-Forderung nunmehr als „Joseph Berliner-Siiftung" an die hochw. Großloge abgetreten mit der Bedingung, daß die Groliloge das Darlehn' bis zum Jahre 2000 nicht kündigen dürfe und die Zinsen, sd wie er selbst es getan, der Z.-L. für den Betrieb des Kinderheims überlassen müsse,. Weitere Zuwendungen zu dieser hochherzigen Stiftung sollen im gleichen Sinne Verwendung finden. Die Großloge hat die Stiftung in dankenswerter Weise übernommen j sie ist nur Trägeriii derselben, ohne selbst über die Einkünfte verfügen zu können. Die Finanzen der Loge sind in guter Ordnung. Das Vermögen hat — abgesehen von dem auf Norderney investierten Kapital —[ um M. 2350.— zugenommen. Auf die Norderneyer Anlagen wurden erhebliche Abschreibungen für wünschenswert erachtet, da die Gebäude naturgemäß stark .unter Wind und Wetter zu leiden haben; auch erforderte die Unter-;

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