Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 7 - August
- Date
- 1917-08-01
- Page
- Seite 98 (sequence 6)
- Language
- German
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; . OT^T^ und unbrüderlich, Schließlich ist der Schaden einer einmal ausnahmsweise ungeeigneten Wahl nicht so groß, da die Zeit eines Termine» sehr [schnell vorübergeht; die Vorteile für das Logenleben, die ihm indirekt zufließen; würden die kleinen etwaigen Nachteile bei weitern* überwiegen. Es ist vielleicht zu' erwägen — und hier wenden sich meine Worte an höhere Stellen — daß unserem VIII. Distrikt von Tag zu Tag mehr die Eigenschaft eines großen Wohltätigkeitsvereins zukommt, der nach außen kraftvoll wirkt und überall mit dabei ist, selbst wenn sein« Mittel dazu nicht ausreichen, der aber darum von dem Einzelleben in den Logen nur wenig erfahren kann. Sollte man es sich nicht daran genügen lassen, viele große Gedanken anzuregen, wie es bisher mit großem Erfolge geschehen ist, die Ausführung aber anderen Organisationen zu überlassen, die eine breitere Unterlage in der Bevölkerung haben, und mehr den Ton auf den Bruderbund zu legen? Aber auch vor dem Gegensatze müssen Wir uns hüten -. daß wir etwa unsere Logen zu bloßen geselligen Zirkeln und Ressourcen herabsinken lassen, die nur dann ins Leben treten, wenn es sich um die Feier von Festen handelt, daß nicht die Einteilung eines meiner Bekannten in Arbeitsbrüder, Eßbrüder und Skatbrüder zur Wahrheit werde. Soll durchaus, um Br. Fürth zu folgen, ein Komitee in Tätigkeit treten, so wäre es gut, wenn das Friedenskomitee mehr als jetzt tagen [würde, nicht nur, um entstandene Streitigkeiten zu schlichten, sondern um entstehende zu verhüten. Dieses Komitee müßte eine Art überwachender Tätigkeit ausüben, die es nicht ertragen kann, daß auch nur e in e Erkältung oder ein Mißverständnis zwischen Brüdern aufkomme. Es dürfte einem Beamtenrate nicht gleichgültig sein, daß versteckte Feindschaft zwischen Brüdern bestehe, ein sehr häufig sich ereignender Grund für die Logenentfrendung. Ein Wort des! Präsidenten, unter vier Augen an die Parteien gerichtet, müßte jedes ernstere Zerwürfnis aus der Welt schaffen, und erst recht das Aufkommen eines harmloseren verhindern, r Ein großer Schaden besteht darin, däß viele Brüder, wenn sie das Wort ergreifen, fürchten müssen, wegen ihrer Anschauungen sich Feindschaft! zu machen j deshalb verzichten sie lieber auf das Wort und ziehen stillschweigend ihre Folgerungen durch lauerndes Fernbleiben vom Logenleben. Objektiv denken, persönliche Motive nicht haben und nicht unterstellen; Friedensstätl en, Welt, Freudenstätten nicht darauf achten, wer etwas sagt, sondern bemerken, was gesagt wird, das ist das Mittel zur Besserung. f. Innere Mission nannte ich alle diese 1 :orderungen in einem Artikel vom Februar 1913; sie tut uns not,* Arbeit an uns - selbst. Unsere Tempel und Logenhäuser seien entrückt den Händeln der reinster Art. y Und tro'z aller Schäden und Fehler, die wir hier aneinander reihen mußten als Gründe für den abnehmenden Logenbesuch, können wir alle hoffnu lgsvoll in die Zukunft sehen. Ewigkeitsgedan ken propagiert der Orden, Ewigkeits w :rte kann und wird er schaffen. Der. Oden ist heute mehr als je notwendjg, und wir dürfen uns freuen, ihn zu haben. Er müßte heute gefunden werden, wenn er nicht da wäre; denn Wohltätigkeit, Bruderliebe und Eintracht werden zu ihrem höchsten Siege gelangen, wenn es im Frieden gelten wird, an dem großen Heilungswerke des bitteren Menschenelends teilzunehmen. Da wird es sich so recht zeigen, welche Lebenskräfte -dem unsterblichen jü dischen Herzen innewohnen,, welches köstliche Gut in unserem heiligen Gesetze uns bewahrt ist. Dann wird im Ernst, nicht wie heute manchmal in bitt< rem iranischem Tone von echter „Bruderliebe" gespro :hen werden können. Das gemeinsame Leid wird und muß uns näher zueinander führen und in allgemeiner Erkenntnis unserer Gegenwartsfehler werden wir loch allmählich zur Verwirklichung unserer hochgesteckten Ziele gelangen. Als ich vor 17 Jahren die Mitglieder meiner Gemeinde zur Besprechung der Frage zusammenrii f, ob in ihr eine Stätte für unseren Bruderbund errichtet werden solle, da war auf meine einleitenden Worte ein einziger großer, begeisterter Wille da, und wimige Wochen später war das Werk gelungen. 1 Der I ihalt meiner Worte aber war folgender: „Eine weite Ebene wird von einer verwüstenden Ueberschwenmun j getroffen; die Häuser des Dorfes stehen unter W isser, das Herrenbaus, auf einem Hügel errichtet, ragt hervor gleich einer rettenden Insel. Hier versammeln sich die Gefährdeten; in den Räumen, zu weichen sie sonst niemals Zutritt erlangt hätten, dürfen sie geduldig ausharren, bis die Gefahr vorüber ist. Der Gutsherr gibt von seinem Reichtum her, so viel nötig ist, um den augenblicklichen Hunger zu stillen. In den Zeiten der gemeinsamen Oefahr verschwinden alle Standesunterschiede; man ist nur noch Mensch, 98 -