Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 7 - August
- Date
- 1917-08-01
- Page
- Seite 93 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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" '* ""' o Berlin, August 1917. BERICHT Nummer 7. ingetragener Verein. wmm ijjjjjjjjjj B.B. Eigener Verlag der Grossloge. Bureau: W62, Kleiststr. 12. Telephon: Amt Lützow 4619. Postscheck: 16333. Nachdruck »»mtllcher Artikel au* dleeen Berichten verboten. Inhalt: Norbert Levy-Stiftung---Freiheit und Bindung im Judentum. — Hebung des Logenbesuches. — Aus dem Büro de/ Oroßloge. — Aus den Logen des VIII. Distrikts. — Aus dem Verbände der Frauenvereinigungen der U.O.B.B. Logen. — Oedachtnitbuch. von Norbert Levy-Stiftung. Bruder Komm.-Rat Norbert Levy von der Berthold Auerbach-Loge hat mit dem Kapital M. 10000.— bei der Oroßloge für Deutschland eine Stiftung für Kriegsbeschädigte errichtet. ' Die fälligen Zinsen gelangen demnächst zur Verteilung. Nach § 5 der Satzungen sind in erster Reihe Kriegsbeschädigte oder deren Angehörige aus den Reihen der Berliner Logen des U. O. B. B. zu berücksichtigen, sodann Kriegsbeschädigte oder deren Angehörige, welche Mitglieder anderer Logen des Deutschen Distrikts U. O. B. B. sind, und in 'letzter Reihe sonstige Kriegsbeschädigte und deren Angehörige jüdischer Konfession. ' Gesuche mit entsprechenden Ausweispapieren sind s o f o r t an uns zu richten. Großloge für Deutschland VIII U. O. B. B. Timendorfer. Finkel - Ideale Verhalten Freiheit und Bindung im Judentum. Von Rabbiner Dr. Lt'wkowitz-Berlin. Forderungen werden durch das tatsächliche der Menschen, das ihnen widerspricht, nicht widerlegt Das Gebot der Menschenliebe behält seine Gellung und seine heilige Schönheit, auch wenn die Völker sich in zügellosem Haß vernichten. Nur wenn das Leben der Nationen, ihre Erhaltung und ihr Wachstum undenkbar wäre ohne Kampf und Feindschaft, die brutale Ueberwältigung des Schwächeren die unvermeidliche Bedingung ihres Daseins bildete, müßte unsere religiöse Sehnsucht resignieren. Daher ist auch die Wahrheit der jüdischen Religion, die Gerechtigkeit und Liebe fordert, nicht erschüttert, solange nicht der. Beweis dafür erbracht ist, daß die Völker ihre natürliche Bestimmung nur dann erfüllen können, wenn sie ihre beste Kraft in haßerfülltem Kampf zerstören. Eins aber ist durch die tragischen Ereignisse unserer Tage noch deutlicher geworden, -«3 4 Forderung als es sonst schon war, daß die christliche der Feindesliebe unerfüllbar ist, ein Volk unmöglich selbstlos und demutsvoll das Unrecht tragen kann, das ihm die anderen zufügen, und hoch weniger imstande ist, ihre Feindschaft mit heroischen Werken überlegener Liebe zu vergelten- Der j Gegensatz zw sehen den realen Lebensbedingungen der Völker und den sittlichen Ansprüchen, die das Christentum an die Menschen stellt, klafft so weit- und tief, daß keine apologetische Kunst ihn überbrücken kann. Um so unbegreiflicher ist es, daß in der Broschüre Die Lösung der Judenfrage im Deutschen Reich" von christlicher Seite an uns die Aufforderung gerichtet wird, den christlichen Glauben anzunehmen. Düse eigentümliche Zumutung hat Walter Rathenau in seiner „Streitschrift vom Glauben" mit dem ruhigen Stolz des charaktervollen, glaubenstreuen Juden i.' '.