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Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-07-01 · Nr. 6 - Juli · p. Seite 91

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 6 - Juli
Date
1917-07-01
Page
Seite 91 (sequence 15)
Language
German
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beteiligte, ferner das Osljudenproblem, das ja alle Kreise kr Judenheit stark beschäftigt. j 't Nicnt unerwähnt bleibe die Liebestätigkeit unserer Ib. Schwestern und Ttö:htc, die sich im Dienste des Ganzen gemeinnützig, betätigten. Auch an unserer Loge ist jder Kne? nicht spurlos vorübergegangen. Von 14 unserer zum Heeresdienst unberufenen Brüder ist [einer, unser jüngster Brüder Br. L. Bachmann, deja Heldentod fürs Vaterland gestorben. Mehrerej unserer Brüder haben den Verlust van Söhnen zu beklagen. B|r. Expräs. Gutmann.- van So Feier des Stiftungsfestes. 10jährigen Das am 15. April 1917 gefeierte 10 jährige Jubiläumsfest trug den Stempel der Wörde und des Ernstes der Zeit. Unter Harmonium spiel zogen die sehr zahlreich erschienenen Brüder in den festlich ge-. schmückten Logentempel ein. Br. Expr. Sin.-Rat Stern als Beauftragter der hochw. Großloge installierte den neuen Beaatenraf und hielt eine längere Ansprache an die Beamten und Brüder, die in gehobener Stimmung seinen Worten folgten. Mit gemischten Gefühlen, so führte "er au?, begehen wir das Stiftungs-» fest, da es doch noch im Zeichen des grausigen Völkermordens stehe, inmitten der tosenden Brandung. Sein Wunsch jm vergangenen Jahre, daß^endlich der Frieden wieder seine versöhnenden Schwingen über die Erde brei'en werde, habe sich leider nicht erfüllt. Wie ein grollendes Gewitter, das sich mit elementarer Kraft über unseren' Häup'.ern entlädt, erscheint uns diesei* Krieg, alles Schöne mit fi:h fortreißend, dach nicht alles verheerend. Eine Umwertung aller Werte vollzieht sich vor unseren Augen. Widersinnigkeitetj werden beseitigt, Krebsschäden ausgemerzt. Der Krieg wird gemildert durch all dis' Erhabene und jroße, das wir erleben durften, als die Not des Vaterlandes mit einem Male nach Versöhnung schrie, die tiefsten Gegensätze, die uns trennten, überbrückte und ene wüchige Einheit schuf, in der sich unsere (■ ™ ,i beste Kraft vollauf bewährte. Es war derselbe Geist, der s ich in dem Wahlspruch unseres Ordens wiederspiegelte in W. B. u. E. — Wir Juden haben an dieser Selbstbesinnung vollen Anteil genommen. Wir fühlten " gera le in der Stunde der No*, daß wir eng verbunden waren mit dem Deutschtum, wir kämpften a's Juden nicht nur, sondern auch als Deutsche. \ Wird diese grofle Zeit den Schandfleck des Antisemitismus endgültig von der Bildfläche verschwinden lassen? Der jüngste pstererlaß wird iueh-ein Morgenrot für uns j|uden fcringer, ein gleiches ßeclit für uns alle. Ir diesem Vertrauen wolle i wir veiWr . arbeiten und kämpfer. Die beste Waffe aber gegen den Antise mitismus J ist j die ».Selbätachtunj des Judentums." Wir allt! müssen erfüllt s»in von der Kraft und da weltumlassenden Lehre, vir müssen freudig und stob: uns zu ihm bekennen Zu die» tr Tugend will aucli uns dei Orden erziehen. . Aha. iQjadari'gen.Siiflungs^ feste darf datauf. hinge wiesen, weriiert,"daß Unsere Loge n it Erfolg dahin gearbeitet.bat''und ein "kräftiges Feis am Zweige der Jüdinhe-it-'geworden ist. Darum Dank dem Bean tenrat, fder diese Ziele ver- ■' •] ' P I * * ■ ■ •» folgte. Bauen Wir weitein uns das Gute.fort, dann wird auch diese Zeit eins gröfere, festere Zukunft für uns herbeiführen un l ..uns leuchten zum Segen des Judentums und des Vatcrlar des.. - * f ■ l - r* ■ - *.*.*- Hie auf nimmt der Vertrete? der hochw. Großloge, B\ Expiäs Dr. Lewinsky^dii^ori'ur.dgijtseina- Fi'eude Ausdruck, in dieser vitei aeyolien Stunde reden zu dür en vor Brüdern, die il e bereit sind, mit arbeiten an den hohen.' Aufgiben der Brre- Bri Ausgehend von einer am Pessidh'fes'e' gelesenen Pi pheen;teile:, ..Der Heerführer des Ewigen sprach zu Josua : Ziehe! deine Schuhe;aüj vom neinen Füßen, denn cer Ort, aul dem du stellst,: isT Heiliger Boden," weist der Redner darauf hin, daif auch die Loge heiliger Boden sei, auf jwelchem mit Fdamraenwort eingeschrieben seien di<: Wö tj:: W. ß. u. E. Er übermittelt die Giückwü asefie. der -hochw. Großtoge und wünscht der J. P.-;Logj£>eib weiteres -Blühen uud Gedeihen. . '.. . . . .' . j Br. Expräs. Dr. Stein'hal übennittelt die Glückwünsche efer Berliner Lo^en. Der w; Präsident sprach allen Gratulanten herzlichen Dank aus für die guten Wünsche. Nai:h einem weihevqHen Gesangsvorirag gibt der .w. President in anschließender offener Loge einen ausfüh liehen Überblickt über die 10 jährige jltigkeit uaserer Loge undj zeichnet ein treffendes i Bild - von dir Entstehung uni|l Entwickelung<lerJ. P.-ljoge. Ernste Worte des Gedenkens weiht er" den j verstürbe aen Brüdern undj führte klar und. überzeugend aus, w ie die Loge gearbeitet und was sie geleistet hat. Er mächte die erfreuliche Mitteilung, daß die Brüder als Jubilaumsgabe einen Fond für durch den Krieg notleidende Brüder und 4hniicbe Zwecke gestifljet hät)ten. Mit dem Vorsatz, mit neuer Kraft unsere Atbeit fortzusetzen, schloß der 'w. Präsident seinen Bericht. - 91 -

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