Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 6 - Juli
- Date
- 1917-07-01
- Page
- Seite 78 (sequence 2)
- Language
- German
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fahrung kenn*. Es fordert und gibt und w4hlt cht. Um so mehr bedarf es der richtigen Nervenleitung, auf daß der Blutumlauf gleichmäßg sei, da keine Stockung, dort keine Leere eintrete. Es darf nicht vorkommen, daß nur aus gutem Herten N^eugründungen vorgeschlagen werden, "währen 1 bereits bestehende zum grcUen Teile unbesetz: sind jind reichliche Möglichkeit zur Aufnahme von Unglücklichen biete«. Ei muß'eine einheitliche Stelle geben, die die ungeheuren Erlahrunjen aufspeichert, die auf dem Gebiete der jüdischen WohFa^rkpfiege in Deutschland gema:hl wenden kennen und müssen. Der Rai, der aus so!chen|Erfi hrungen fließt, soll allen Teilen zugute kommen. Is muß eine einheitliche Stelle c e den Behörden, gegenüber die Vertretung der j dischen Wohlfahrtspflege Deutschlands darstellt. I ir bisheriges Fehlen ist von. cten Behörcen. s:Ibst «rmißt worden. Das Kultusministerium haf I sittlich in einem Schreiben an. die Gemeinden l edauem Ausdruck gegeben, daß die jüdiiehen^ i lefnden nicht wie die evangelischen oder kajholischen e ne ZentraJs'elle besässen, an die mm sien ge£ebei en'alls wenden könne. »•' . L Das Zeritralwobitährtsamt will, und soll nur A>us- 1 unftsstelle, Materia I sä m m e 1 s t «II e, p e - s aratvertretungsstel.ie sein. In ke ei s e s o i I. d i e Sclbsländig-keit der e 1 nen-G cm e i n d e'n, Körperschaften, iungen eingeschränkt werden. NurUefl Itck über da's G a n z e und R*a t, der i n z e 1 n e n für das Ganze fromm f.jsoll dieser teile zukommen. Bereits bestehen Vorbilder: grpßere üdische Gemeinden haben den örtlichen Zusarrimenchluß von Wohlfahrtsbestrebungen vollzogen. Zu ennen ist : Berlin, Muncher, Frankfjrt a. M., Darm- Stadt, Lübeck, Main2, Cisse1, Hannover. Alle -ersten vorbereitenden Besprechungen ertaben völlige Einmütigkeit (n der Auffassung dieser |hochjedeutsamen Frage. Am 16. M« 1917 fand die erste Zusammenkunft statt, an welcher außer dem Verfasser dieser Zeilen als Vertreter der Großloge die Herren Professor Kalischer und Dr. Neumann vom D. J. G. B., iFrau Sidonie Wronsky vom Jüdischen Frauenbund, Herr Eugen Caspary für die) Jüdische Gemeinde Berlin und Herr Dr. Segall vom Verein für jüdische Siaiistik teilnahmen. Njach mehrfachen vorbereitenden Sitzungen folgte im Sijtzurjgssaa^ der Jüdischen Gemeinde Berlin am 25. )\xn\ i9l7 eine erweiterte Versammlung unter zahlreicher Beteiligung der einzelnen Organisationen. Literatur liegt bereits vor. Als wertvolle; Material muß das Handbuch der jüdischen Gemeinde-Verwaltung (Statistisches Jahrbuch) bezeichnet werden. Eine zusammenfassende Darstellung der Jüdischen Wohlfahrtsbe^egu'ng, umfassend den Zeitraum 18S7 - 1911, wirej folgen. Ein Aufruf wird die prinzipiellen Gesichtspunkte der Gründung zusammenfassen. Das ganze Material wird später ein eigenes Örgän bedingen, mit dessen Hilfe die jüdische Presse mit Nachrichten versorgt, werden soll, j Der Herbst wird den- Gründungskörperschaften Gelegenheit geben, in ihren Kreisen Versammlungen zur Besprechung des Gegenstandes abzuha'ten, eine gemeinsame Zusammenkunft aller be.eiligten Organisationen soll den Abschluß des Werkes krönen. "Vftr zweifeln uicht, daß der Gedanke der Einheitlichkeit der jüdischen Wohlfahrtspflege, dieses ureigensten Oden »gebiete?, bei allen unseren Logen ein freudiges Echo finden wird. Unserem hochw. Großpräpidenten und allen Brüdern des Geschäftsausschusse-, jdia sich in vielfachen langen Sitzungen mit der Frage beschäftigt haben, wäre eine bereits jetzt einsetzende laute Zustimmung der Logen eine willkommene Anregung zu weiterem Wege. Dem Generalkomitee wird die Entscheidung in unserem Kreise zufallen. endgültige die Männer, die in ihm vertreten sind, werden den Geist der Zeit verstehen. Dr. Alfred Goldschmidt Entgegnungen zu dem Aufsatz von Br Raipmann „Eine Schicksalsfrage.' Zu dem in der April-Nummer 1917 der Monatsberichte erschienenen Artikel von Br. Baumann- Danzig „Eihe Schicksalsfrage" sind uns ve-schiedene Einsendungen zugegangen. Den wesentlichen Inhalt der Ausführungen des Br. Lichtwitz bringen wir in kurzem Auszuge. Ihm fü^en wir die Aufsätze einiger Brüderan. Wir bemerken, daß in d.m Biiumann'scben1- Artikel die rein persönliche Aurf assung cjes Verfassers zum Ausdruck kommt. Der Aufsatz war zunächst zurückbehalten worden und sollte nach d| em Wunsche des Br.rBaumann erst einem engeren Kreise zur Besprechung vorgelegt werden. Nun war Br. Maretzki in einem früheren Aufsa'ze „Das Vaterland und die deutschen Juden" (Be lage Januar 1917) in der irr- ' lümlichen A lftas^ung, daß bereits Bekanntes vorläge,