Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 5 - Mai
- Date
- 1917-05-01
- Page
- Seite 67 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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jener Ursachen, durch welche sie hervorgerufen wurden, des sozialen Verfalls und wirtschaftlichen Bankerotts der polnischen Juden. Wie entsetzlich muß doch die Notlage sein, wenn die Grenzen der für die Juden geradezu sprichwörtlich gewordenen Sittenreinheit in dieser schrankenlosen Weise durchbrochen werden, dal Jüdinnen in so großer Zahl auf die Straße getrieben werden und sich der Prostitution in die Arme Werfen. Wollen wir jedoch gerecht sein, so darf sich unser* Vorwurf weniger gegen die unglücklichen Opfer richten als gegen diejenigen, welche diese Opfer verschuldet^haben, vor allem grgen das brutale alte ' Regiefurtgssystem, welches jede Entwickeiungs-röglichkeit der polnischen Juden mit allen Mitteln unterdrückte/und sie zu Parins der menschlichen Gesell- \ / t schaft erniedigte. Und in dieser Tragik des polnischen Judentums liegt auch seine Größe und Schönheit. „Ich bin ■\ r schwarz und dech schön, gleich den Zelten Kedars" diese Worte des königlichen Sängers im'Hehelied gelten auch von ihm. jWie Polen einst als die Heimstätte rabbinisetier. Gelehrsamkeit galt, so ist noch heute in jenen Landen das ursprünglichste und am stärksten prononzierte Judentum der Welt anzutreffen. Noch Müht dort eifriges Talmudstudium, noch lebt dort innige Frömmigkeit und Gottesfurcht, .vereint Imitr wahrer Seelengröße und stillem Märtyrerlum, noch pulsiert dort ein reges jüdisches Leben, das (sein Wesen und seine Eigerjart treu bewahr». Und wenn, wie sicher zu erwarten, bei der endgültigen Gestaltung des polnischen Staatswesens <^ie Morgenröte derFrei-1 heit und Gleichheit auch , den polnischen Judentum aufgehen wird, dann »(erden die in ihm wohnenden Kräfte sich rasch zu neuer, h:rrlicher Blüte entfalten. Noch isjt das polnische] Judentum nicht vertoren. 1 Aus dem Büro der Großloge. Propaganda während der Ferien.. Der Pro- Wandaaufruf zu Beginn dieses Jahres ist dank den Bemühungen der Ib. BBr. und w. Logen-nicht ohne _rfelg geblieben. Während in den ersten beiden Kriegsjahren vertiällraäßig wenig neue BBr. gewonnen wurden, haben seit Januar 1917 bis jetzt in 22 Logen Neueinführungen stattgefunden, die uns einen Zuwachs Von 128 Mitgliedern brachten. Da aber die?e Zahl von der Verlustziffer (durch Tod und Austritt) noch immer übertroffen wird, bitten wir unsere BBr, die.Propagandatätigkeit auch während der Ferien energisch fortzusetzen. In den Bade- und Kurorten treten die Menschen bekanntlich leichter als sonst einander näher und knüpfen Bekanntschaften fürs Leben, Man unterhält sich in zwangloser Weise legenheit könnten die Brüder erfolgreich auch für unseren Orden wirken. Haben sie ideal gesinnte, für unsere Logen geeignete Persönlichkeiten gefunden, so wollen sie diese mit unseren Aufgaben und Zielen Eekannt machen und die in Betracht kommenden ogen davon unterrichten, damit sie alles weitere veranlassen. -- Die Propagandaschrift „Wesen und Leistungen des Ordens" stehen den Brüdern in beliebiger Anzahl zur Verfügung. Auch würde es sich empfehlen, wie in den früheren Jahren so auch in' diesem Jahre die beliebten und bewährten Logen: kannten „A rrange zu veranstalten. m (En geplantes Juden Deutschland?). u s a m ents Zentral fand int Besprechung stat', an der als Vertreter Deutsch-Israelitischer« Gemeindebundes 'dessen Vorsitzern ler Herr Professor Dr der Großloge der Grbßiekrejlär Herr Sani'ätsratj Dr Goldichrriidt, als Vertreterin bundi:s die Vorsitzende Frau Herr Eugen Caspary und teilnahmen. Den Gegenstand die Zusammenfassung der jüdischen Wohlfabrtsbestrebi «gen, die als eine dr ngende Forderung der Zeit bezeichnet werden muß. Kinigung über die prinzipielle Seite der Frage erzielt. Weitere vorbereitende Schritte werden folgen Näherer Bericht wird in der nächsten Nummer der Menatsbericbte erschein (Sitzung des Gesamtvorstandes des Verbandes jüdischen Jugendvereine am 17. Mai menkünfte, die an Badepliltz * .. '■ / * - \* . v. ■V.. '! ' Wohlfahrtsamt beeir" Am Mittwoch, dem 16. Mai 1917 Kalischer, als Verireter der des des Jüdischen Fratien- Sjdonie Wrchski, ferner Herr Dr. W.' Neumann der Besprechung bildete Ber 67 - der (Himmelfahrtstag) im in.) Hotel „Friedrichsbahuhef 1917 zu