Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 3 - März
- Date
- 1917-03-01
- Page
- Seite 29 (sequence 1)
- Language
- German
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Berlin, Marz 1917. BERICHT GROSSLOGE FCR der ■©£ Numcr 3 Eigener Inhalt, Ir. Rahb. Cr. Wilhelm Münz. — Zur Frage der Berufsberatung. — Oedanken über Ursachen und Bekämpfungder Mischehen. - den Loten des VIII. Distrikt? — Aus Amerika. — Aus dem Verband« der Franonvere.uijpngen — Mitteilungen. Eingetragener V erein II B. B Verkuj dar Grossloge. Bureau: W62, Kleiststr. 12. Telephon: Amt LQtzew 4819. Poststheck: 163». Nachdruck •amtlicher Artikel au* diesen Berichten verboten] . Br. Rabbiner Dr. Wilhelm Münz geh 4. Februar 1856 gest. 20. Jaaucr -1917; In i er Nackt zam 20 Januar ist Br. Wilhelm Münz ms dem Leben geschieden. Er bat ein,Alter l" von kann 61 Jahren erreicht. Der Heimgegangene war ei te Zierde des deutschen Rabbinerstandes. Scho« in früher Jagend werde er von seinem gelehrten Vater, dem frfi eren Rabbiner in Kempen, in die . ta'mudische Literatur eingeführt. Er eignete sich ein tiefes, gründliches rabbiniiches Wissen an.. Mit dem Zeugnisse der Reife ausgestaltet, trat er in das jüdischtheologische Seminar in Breslau ein und erlangte im Jahre 1884 das R.bbinatsdiplom von dem damaligen Direktor Dr. L Lazarus. In . demselben Jahre berief ihn die jüdische Gemeinde in Oleiwii/, die zu den größten und geachtetsten in Schlesien gehört, zu ihrem Rabbiner. Br. Wilhelm Münz war als glänzender Redner über die Grenzen Schlesiens bekannt. Mit hinreißen- 'der Gewalt flössen die Worte aus seinem beredten Munde, und niemand, ob jung, ob alt, konnte sich der Wirkung seiner zündenden Rede entziehen. „Es galt," wie er sagte, „die angestammten Ideale tnd Heiligtümer des Judentums* in die neuere Zelt hineinzutragen uad den Kampf gegen die anstürmenden Gewalten das Materialismus und der Irreligiosität, die das Leben in den jfidisehen Gemeinden bedrohen, siegreich zu bestehen." Münz hat in seiner 32 jäh-; iff^ ' Äfi 779 rigen Tätigkeit diese Aufgabe mit-Hingabe seiner ganzen Persönlichkeit zu erfüllen gesucht. Mit den hohen geUigen Gaben, die ihm eigen waren, verband Br. Wilhelm Münz einen festen, starken Willen, ein organisatorisches Talent. Im Jahre 1890 hat er, er ganz allein, die Israelitische Kinderheilstätte im Solbade Königsderf Jastrzemb begründet. Wie ein Vater seine Kinder, so liebte er-die Schüblinge, die in dieser Heilstätte in' immer größerer Anzahl Aufnahme fandenT) Unermüdlich war er bestrebt, die gedeihliche Entwicklung dieser Anstalt auch materiell zu sichern; immer vön neuem rief er in seiner herzinnigen Weise die Hilfe edler Menschen an, : und mit tieftr Freudigkeit sah er sein Werk wachsen und gedeihen. . Ja, Wohltun, war ihm eine Lebensaufgabe, ein Bedürfnis des Herzens. Bald für einen notleidenden Talmudgelehrtenr bald für eine atme Braut, bald für unsere unglücklichen Glaubensgenossen in Rußland oder Palältina, überall war er unermüdlich im Diente edler Menschenliebe tätig. Sein warmherziges Gefühl, sein iiefes soziales Empfinden machten ihn auch zu einem echten Bruder, : zu einem mustergültigen Mitglied unseres Ordens B. B. Br. Münz war auch, wie bekannt, ein Vot kämpfe r für die Ehre des Judentums. Mit Mannesmut, mit der ganzen Glut seiner Begeisterung trat er in Wort und : . f- - t T