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Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-02-01 · Nr. 2 - Februar · p. Seite 25

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 2 - Februar
Date
1917-02-01
Page
Seite 25 (sequence 13)
Language
German
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zur Erweiterung des Fonds spendete. Soll jedoch die Darlehnskasse für dir Zukunft weiter lebenskräftig erhalten bleiben, so muß sie in ebenio wirksamer Weite von den übrigen deutschen Logen und andei en jüd. Institutionen unterstützt und gefördert werden. An der levten am 21. Januar sttttgefundenen Sitzung der Darlehnskasse nahmen auch, die Bbr. Dr. faul Nathan und Dr. Kahn vom Hilfsverein der deutschen Juden teil und gaben ihren Beifall für die ijä igkeit der Kasse dadurch zu erkennen, daß sie die in Warschau and Lodz, noch ausstehenden Beiträge des Hilfsverems (ca. Mk. 700.—) dem Fond der Darlehnskasse überwiesen An diese Sitzung schleiß sich des Abends ein Bindet mahl an, das durch vortreffliche Ansprachen der anwesenden Brüder gewürzt war. Zu meinem Bedauern war ich an. i ler Teilnahme verhindert, da r». icn an diesem Tag« die Trauerborachart von dem Hlnscneiden meines vortrefflichen Bruoers Dr. Wilhelm Münz in Oleiwitz ereil e. r leben der Erledigung dieser werktätigen Aufgabe der Darlehnskasse soll vom 1. Mittwoch des Monat» Februar in den regelmäßig stattfindenden Zusammenkünften der Brüder v"r alle« das Ostjudenproblem in den Mittelpunkt der Beratungen gezogen werden. In Warschau sein und dieses Problem unbeachtet lassen, heißt in Rom gewesen, ohne d n Papst ge sehen zu haben Es ist interessant zu beobach<en, welcne geradezu faszinierende Anziehungskralt auf diejenigen Westeuropäer, welche das Schicksal nach Warschau brachte, diese jetzt so aktuell gewordene Frage ausübt. So venanmeln sich unter meinem Vorsitz hier allwöchentlich jüdische Kameraden ausschließlich zu dem Zwecke, das O ludet tu n zu best rechen und kennen zu lernen. Icn habe Iiier deujsche Juden ke rnen gelernt, die bislang dem Judo tum und allen jüJischen Fragen fernstanden und durch die Os'judenlrage so angezogen^ wurden, daß sie sich mit ihr beschäftig en und dadurch dem Judintum näher gerückt wurden. Mit oer Wieder aufr chtung des Königreichs Palen zumal hat dieses gan :« "Problem mit allen selten Schwierigkeiten und Verworrenheiten eine neue Oeitalt angenommen und aktue \ an aktuellem Interesse gewonnen. Auch das polnische Judentum verlangt nach Wiedergeburt und Wiederaufrichtung Es cibt wohl kein Qebiet menschlicher Betätigung, auf dem nicht für dir poini ch> n Juden diese Abhilfe und Besserung zur Notwerdigkeit geworden, politisch und wirtschaftlich kulturell und sticht zu allerletzt moralisch. Von den Russen bisher politisch geächtet und geknechtet und von den Polen, von denen man nach \ ■ l " 1 * i ■ ' I - * der Vergangenheit ihrer auch den JuJen bewiesenen oletanz u d der Oegenwart ihrer gleichfalls von rn K assen unterdrückten und nach Freiheit dürstenden Minor tä' ein besseres Ver»tä dms für die Läget der Juden erwartet rätfe, mißächiet und wirtsena tiich boykoiticrt, befai den sich die Ju ien -durch viele Generatioi en bis zu dem Einz ige der Deutschen zwischen z«ei Mü dtt-men, z vischen' denen sie allmä ihch zermürbt und z Trieben wurden/ Wenn das p > n'sche Judentu n nicr.t völlig zu Orunde ging so Ol : dankt es und dem aucn der Brnlc Kul'ui b in dies nur der ihm innewohnenden Zäh^kirt td-.ente.ten, nie wankenden Q wvertrauen, das in ihm sotchcLebensene'gie,~solche Willenskraft, diesem doppelten! Kimpfe nicht zu unter- - liegen e z-u^en kmnte bewiß Stockei trotz aller Bedrückungen und Wandlungen noch heute im polnischen Juden um gar viele ideelle Werte, vor ailem kuliurilic und moralisch ethische Werte, die fre lieh leiz en Eues ihre Wurzeln im jüJi.cnen Glauben, in der.' jjisc >en Religion finden. Und das M die Quelle seiner bisherige i Kraft und—»igen wir e< aa:i—spiner Wiedtrgeturt. Wer freilich'die Ö-ijudcnrra.ge mit d s Wenteuropäers und der westeuropäischen ■jraenret, unJ von d esem Standpunkt irgend einer jüdischen Partei in Deutschland, mag es sich da um Zionismen, Liberale oder Orthodoxe, hand-ln, diese Frage lösen will, der Verwirrt nicht nur die an sich schür, verworrene Lage der Juden sindern au h die Absichten der deutschen Regierung. Mai muß polnischen Juden auch in ihren eigentümlichen Schicksalen und Lebensbedingungen, auch in ihrem Oemü'S- und Geisteileoen verstehen , lernen lind die O».jaden rage auch im Sinne Oeisie der Os jaden zu lösen versuchen. 8f — .-: fy- '? ii v ".!.-'■ ■*' '•- •f. - ' «. r

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