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Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. Seite 10

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1917-01-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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am 15. Oktober die feierliche Einweihung zu be geben. Mit dieser Feier verknüpft sich die wichtige Tatsache, daß die Leopold Zunz-Loge an diesem Tage ihre erste größere Stiftung, — 10CQ0 M — erhielt durch die Hochherzigkeit des Br. Hamburger, zur Erinnerung an den Heldentod seiner beiden Söhne. Die Zinsen dieser Stiftung sind für Kriegsbeschädigte, in erster Linie jüdische, des Herzogtums Braunschweig bestimmt Die alte jüdische Sitte, traurige wie freudige Ereignisse zum Anlaß zu nehmen, Wohltätigkeit zu üben, brachte uns außerdem im Laufe des Jahres aus dem Kreise der Biüier, ja sogar von Söhnen der Brüder im Felde, insgesamt 1430 M , die dem Kriegsfond zugute kamen. Trotz der großen Aufwendungen für unser eignes Heim konnten wir in reichstem Maße allen anderen Verpflichtungen, die an uns durch den Krieg gestellt Wuiden, entsprechen: De Möglichkeit dazu bpt uns vor allem unser Kriegsfond, der, aus freiwilligen Spenden der Brü 1er unterhalten, im Laufe des j ihres die Höne von 4000 M. ^erreichte. Durch diesen Kriegs fond wurde auch der Kriegsausschurß finanziell gesicnert und konnte seine segensreicheTä igkeit im zweiten Knegvjahre nicht nui fortsetzen, sondern bedeutend erweitern. Neben mannigfacher ande. er Arbeit setzte er es durch, daß ein Teil unserer Rä.ime als Soldatenheim an den bonntag-nachmittagen Verwendung fand. Besondere Feiern zu Ehren unserer jüdischen Kr egtr veranstalteten -wir am Chanukkn, am |Purim und am S derabend unter großer Beteiligung auch seitens der B.üJer und S h gestern. Mit besonderer Anerkennung muß der Tätigkeit unserer Schwestern gedacht wtrden. Niemals versagte auci bei den bedeutenden Aufwendungen,« die wir zu .machen hatten, ein Appell an unsere Brüder und Schwestern. - Neben den zahlreichen Sitzungen und Besprechung», die die Arbeit der. Kriegsfürsorge mit sich brachte, ruhte das geislige Ltben der Loge nicht. Ea wurde in,Referaten nnd Vorträgen den Brüdern, mannigfache Anregung geboten* Es sprachen in geschlossener Loge: 1. Br. Dr. Grunewald: Ein Schlußwort zu unserer Sommerlogenarbeit, . 2. Br. Dr. Wollsdorf: U ber die Tä igkeit der Großtoge und des Ordens wänrend dei Kriegssommers 1915, - 3. Br. Professor Giä.z s. A.: Ueber Englands linanz.eile Kriegslasten, 4. Br. Levy: Einiges über die finanzielle Rü .tung Deutschlands, , . 5. Br. Eichengiün: Ueber die Ziele der Knegs- Mteratur, 6. Br Albert Cohn: Ueber die Sitzung der Deutsch - Israelitisch - Oimanischen Union in Berlin, 7. Br. Dr. Wolfsdorf: Ueber den Amerika. In of enrr Loge sprach: 1. Br. Eichengrün: U ber Jakob Lovenb?rgs Roman „Aus zwei Qjellen", -V 2. derselbe: Ueber Meynnki „Oolem". Das geistige Leben unserer Loge erlitt e nen K '^1 . schweren Verlust durch den allzu früh», tragischen Tod unseres Expr. Br. Rabb. Dr. Rülf. Die Loge enrte sein Andenken durch einen Nichruf seitens des Präsidenten am Gr^be nid durch eine offene, feierliche Trauerloge, bei der der P<ä>ident die Gedenkrede auf den Dahingeschied :nen hielt. Die Brüder der L. Z L werden seiner immer in dankbarer Verehrung eingedenk bleiben Wenn wir zum Schlüsse dieses Berichtes; die Trage aufwerfen, inwieweit die Schaffung eines eigenen Heimes die Entwickelung unserer Loge geö-dert hit, so können wir mit 'Freuden le.ts eilen, daß diese Föderung gtößer gewesen ist als wir vorher amt.n. Unser Lugenheim ist ein Segen geworden lür unsere Aroeit. Di Sitzungen sind feierlicher, das Beisammensein gemületer, die Arbeitslreudi^keit giöiJer geworden. Das Heim ist zum M.ttelpunkt unseres geselligen Lebens geworden, zu den. jeder gern nach des Tages Last und Münen seine Schritte lenkt Es ist nur eine natürliche Folge aller d eter M i.utn e. daß die Btü-ier sich bes er kennen und schäzm lernen und das Ge'ühl der Brüderlichkeit sich immer fester in uns verankert. Ist doch niemals der Bruder so sehr auf die Liebe des Bruders angewiesen gewesen, wie in dieser stürmischen Zeit, die in nannigf-achem Wechsel bald Leid, bald Freude in Unsere Häuser bringt. v" i * l ' Im Anschluß an den Bericht der w. Leopold- Zunz Loge geben wir aus der warm herz gen Gedächtnisrede des Präsidenten Br. Dr. Wolfsdorf einige Wesenszüge wieder, die uns noch e nmal das Bild eines wahren, Mentors der Loge in die Erinnerung zu-ücktütiren: des am 17. Dezember 191$ dahingeschiedenen Br. Expräsidenten Dr. Ruf. - 10 r

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