Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 1 - Januar
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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vergessen. Wer hätte daran gedacht, daß nach einer Kampf- und Opfergemeinschaft von zwei Jahren, an unerhö 1en Opfern der Juden an Out und Blut, nachdem die wehrfähigen jüdischen Männer mit ihren andersgläubigen Karheraden in Treue draußen zusammenge halten haben, die alten Vorurteile noch so stark gewesen sind, u m den jüdischen Soldaten durch die angeordnete Zählung ein nie verlöschendes Brandmal aufzudecken- Von der Brutalität dieser Verfügung gegen diejenigen, die Angehörige im Kriege verloren haben, will ich hierbei gar nicht reden» Grade weil wir Juden mit hingebender Begeisterung dem Rufe des Vaterlandes gefolgt sind, um unsere Liebe und Treue zu ihm uneigennützig zu zeigen» grade darum trifft uns der unerwartete Schlag ins Gesicht doppelt hart. Drum dürfen wir diesen Schlag nicht ruhig hinnehmen. WennBr.Dr. Nathan sagt! „Wir deutsche Juden sind gewiß nicht verpflichtet, in Demut antisemitische Angriffe über uns ergehen zu las en. Wir hatxn uns zu fragen, was sind wir uns!selbst schuldig; aber wir haben uns gleichzeitig zu fragen, was sind wir unserm deutschen Vaterlande schuldig und die Abwehr muß bedingt sein in besonnener Erwägung der Verpflichtungen gfgen unser Vaterland und gegen uns selbst. Wir können irr dieser schweren Zeit nichts unternehmen, was in vielleicht, noch so berechtigter Abwehr doch unser,Vaterland zu schädigen geeignet wäre," so stelle» ich einfach die Frage: „Wer schädigt das Vaterland, derjenige der durch eine solche ungerechtfertigte Maßregel das Vertrauen, das Zusammengehen, die Einigkeit des ganzen deutschen Volkes durch Verletzung eines ganzen Volksteiles schädigt oder der, der sich gegen eine solche MaßregeL.mit allen Kräften wehrt?-4 Die Antwort auf diese Frage kann niemandem zweifelhaft sein. Uebrigens möchte ich noch auf eins aufmerksam machen. Wenn wirklich bei der Anordnung der Zählung keine antisemitischen Erwägungen maßgebend gewesen sein sollen, so wird dies seitens des Kriegsmin'steriums bald gezeigt werden können. Es ist auffallend, daß seit längerer Zeit die Beförderung von Juden zu O f'- zieren fast aufgehört hat. Ob das auch auf einen Ei laß des früheren Krirgsministers zurückzuführen ist, der angeordnet haben soll, daß man mehr als bch»r im Kriege auf die persönlichen Verhältnisse der zu befördernden Mannschaften Rücksicht nehmen soll, weiß >ch nicht. Anzunehmen wäre es bei der bekannt gewordenen Oesinnungsart des früheren Kriegsministers schon. Wie dann diese persönlichen Verhä misse aus-, gelegt werden, weiß ja jeder, selbst wenn man nicht auf die aus den früheren Reichstags Verhandlungen sattsam bekannte „Eiertante" zu;ückgre;ft. Das Kn-gsministerium braucht also bloß in deutlicher Weise Juden zu befördern, vielleicht auch in Stellen, die ihnen bisher verschlossen waren, dann zeigt es durch die T a t besser als durch alle Wdrte, daß dort jetzt, wie wir alle hoffen, ein anderer Wird weht. |ust zrat Dr, Apfel, Köln Aus dem Büro 3. 4. 1 >r Dr.Je- Moritz Manheimer-Stiftung (Ergebnis des Preisausschreibens für das Jihr 1916). Die Preisträger für die Moritz Manheimer-Suftung bei der GroLSioge waren folgende Herren: 1. Herr Dr. Georg J. Plotke^ Frankfurt a. 2. Herr Geheimer Regierungsrat Professor ru«alem, Wien. Dr. Immanuel Lewy, Ratibor IE Eingegangen sind 47 Arbeiten. Das Preisrichterkollegium bildeten die Herren: Geh. Regierungsrat Prof. Dir. Wilhelm Forster Bornim b. Potsdam, Geheimer Justizrat Dr. Fuchs-Berlin, Ii der Großloge. Stadtverordnetenvorsteher Michelet-Berlin und 'TT ' - T Geheimer Justizrat Timendbrler- Berlin. Unter den Preisträgern befinden sich zwei B üder, einer aus Oesterreich und einer aus Deutschland. Der erste Preisträger ist der S>hn unseres unvergeßlichen Br. Expräsidenten Julius Pio ke. II. ■ ' . 11 Jaffa he im. Am 21 Dezember 1916 fand in den Räumen des Jaffa'schen Fürsorge- und Waisenheims der Großloge für Deutschland eine Chanukafeier statt. Tro z Krieg fehlten Geschenke nicht: Kleider, Schuhwerk uni sonstige Gaben, die ein Kinderherz erfreuen können. Aus der Ansprache des Leiters der Anstalt seien die Worte — 6 —