Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1916
- Issue
- Nr. 7 - September
- Date
- 1916-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4864325-6029084-6074378--2099-4866202- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
warten, daß die Brüder und" Schwestern Kriege ihr Interesse der randwirtschaftlicht|n dung jüdischer Mädchen zuwenden. Fitut Zeit geht gerade unsere weibliche Jugend Die Heiratsmöglichkeiten sind so gering, wie seit Menschengedenken nicht waren T t ch dem Ausbilscliweren ntgegen. sie wbhl Abtir Arbeitskraft und Wille, eifriges Wicken und Streben sind im reichsten Maße unter den" jüdischen Frauen vorhanden. tt. 1 - : '« -. -» f i Mögeii sie ausgenutzt werden, mögen \ eiiünftigp Eltern, weise Lehrer die richtigen Bahn« n zeigen. Mögt? nicht wiedereine' Epoche für unsere Töchter kommen, wie sie zur Zeit des sog, Gründer ti ms naclj dem deutsch-französischen Kriege über uns-In n-inbrach. Ist es nicht, als hatte der Prophet Jesaias epne solche Zeit und solche Frauen Vor Augen .gehabt! nenn er eeine Stimme erhebt und warnend sprichl: „W«il die Frauen Zions jrochfahrig. sind, im Geben den Hals hochrecken und freche Blicke werfeji, immerfort tänzelnd einhergehen und mit den Ful Spangen klirren, . ... wird der Herr abreiben die prächtigen Fußspangen und die Stirnbänder und die Habmonde und die Riechfläsehchen und die Amulette und die Feierkleiderund die Spiegel und die feiner Linnen und die Turbane und die Ueberwürfe Und dann: Statt des Balsams gibt's Moder und statt der Schärpe den Strick, statt des Gekräuseis die> Glatze uid statt des Prachtmäntels Günding mit dem Sack! 1 Deine Mannen sollen durchs Schwert m l-deinet junge Mannschaft im'Kampfe fallen! Und deine Städte werden seufzen und Iranern. -Und sieben Weiber werden an jenen Tage einen Mann festhalten und sprechen: Wir wollen unser eigenes Brot essen und mit unseren eigenen Gewändern uns kleiden, nur lab uns Deinen Na mm tragen I" Ii., 1: •" ■ * . t I * I " ** [• ■ .'*.•■.*', i ' J Frauenhilfe in der Heimat. Der Zeitung „Der Champagne - Kamerad", Feldzeitung der III. Armee, vom 25. Juni 1916, entnehmen wir auf Grund eines Briefes von Frau ü. Gold stein, der Frau! unseres Bruders Prof. Julius Goldstein - Darmstadt, in welch' außerordentlicher Weise für die Frauen und! Kinder unserer an der Frcnt kämpfenden Krieger irj Darmstadt gesorgt wird. Frau Goldstern beteiligt J sich in führender Stellung dabei. Wir lesen, daß! täglich* mehrfach mehr als 700 Kinder in Schulen Speisung finden. Etwa vier Fünf el davon erhalten unentgeltlich Nahrung, während von dem Rest die geringfügige Summe vin 6—IQ II Krifgskinderhorten werden die Kinder von Müttern, die dem Hause fernbleiben müssen, behütet Kinderlesehallen wurden eingerichtet, im Winter Wärme-, Stuben, im Sommer Spielplätze, weiterhin Ferienkolonien in gesunder Waldluft in der Nähe der Stafi In Braunshardt wurde ein 'Kinderheim eröffnet wachsene Mädchen erhielten Kurse im Kochen, Nähen, Flicken, Bügeln. Für Verkäuferinnen, Kontorislinnen, wurden Handelskurse [eingerichtet. Den Frauen' wurden Ratschläge jeglicher Art bei -Gesuchen an Behörden und dergl. erteilt. Im Bedarfs falle wurden ihnen Nähmaschinen übergeben, so daß sie in der Lage waren, verdlenstbringtende Arbeit zu verrichten. Weiterhin wurden die Kriegerfrauen in Familien gespeist oder ihnen in Suppenküchen für billiges Geld Nahrung gewährt. Gegebenenfalls wurde ihnen auch Haushilfe gewährt. An dieser umfangreichen sozialen Arb:it beteiligten sich Hunderte voq freiwilligen Helferinn tn — Frauen und Mädchen. T Man kann aus dem von Frau'Goldslei i gegebenen Bericht, der als Brief an die Front gerietitet ist, wohl nachempfinden, welche Beruhigung es für Jie kämpfenden Krieger sein mag, zu wissen, daß ir so vorbildlicher Weise für ihre Frauen und Kit|der in der Heimat geborgt wird." *) Anm. d. Schriftl. Nicht nur in Darmlsladt wird in dieser vorbildlichen Weise gearbeitet. Aus fast allen deutschen Städten und' aus vielen Orten Oesterreich- Ungarns - hören wir von der gut organis erten Arbeit unserer Hennkrieger und-Kriegerinnen. Un i fast überall sind jüdische Frauen und Mädchen, besonders Logenschwestern in erster Reihe und in lüheende n Stellungen, so daß man | wohl zu der Annahme berechtigt sein kann, daß es der hohe ethische Wert des Logengedankens, gewesen ist, der auch zum Zusammenschluß der Schwesternvereinigung geführt und der die Richtlinien für alles Tun gegeben hat r Veränderungen im Logemerzeiclinis Leipzig-Löge, Leipzig. Unsere Sitzungen finden bis aut weiteres nicht Dienstag; sondern jeden Montag im Kaufmännischen haus, Schulstr. 5, statt. . Leopold Zunz-Loge, Bramischweig. Sitzungen weiden nicht in Schräders Hotel Vere fr/s- Unsere sondern in unserem Logenhei m, S t e i n s t r. 2, abgehalten. Richtigstellung: In den "Bericht des Großpräsidenten" (M.-B. Nr. 6, August 1916, Seite 82) hat sich ein Irrtum eingeschlichen. Die Besucherzahl in der w. J.ulius Plotke-Loge, Kaiserslautern, betrug im Termin 1915/16 durchschnittl ch nicht 8 sondern 18 Btüder. Dementsprechend verändert sich auch die Prozentzahl. , J Mitteilung. Im Schwesternheim der Großloge, Berlin N, ßrunnenstr. 41, Telefon Amt Norden 3144, halten sich einige Großlogenschwestern auf, die für Privatpflegen im Kreise der Brüder zur Veriügur g stehen. -' J - " •■ Verantwortlich fOr den Inhalt: ' Beiliegend „Inhaltsverzeichnis 1916". Dr. E. Fintel Berlin, KJciststraße IJ.— Druck! Max Cohn, Berlin SW. 68, Hollmanniu. 10. Ic IJ. — Druck! Max T.