Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1916
- Issue
- Nr. 7 - September
- Date
- 1916-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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£> Beilin, Sefltember 1916. i, Sept BERICHT der r t Eigener Verlag der Grossloge. Bureau: W62. Kleiststr. 12. Telephon: Amt Lützow 4619. Postscheck: 163» i ■ 1 i [' . - •'*['••' .i Nachdruck •amtlicher Artikel au* dieten Berichten verboten. :==^==R==^=^=^ Inhalt: Neujahrs wünsche. — Der doch zettgcmäite Mahnung. Inn« DEUTSCHLAND VIII Nummer 7. tili Eingetragener Yerei n. #■ i ■ » ■ Logtngcdanke während' des Krieges. — Kriegltätigkeit kies <-teu. Distrikts re Mission. — KriegswaisenpüegeJ — Aus dem Verbände der FraueDvereiiiigt^ngen Logen »erzeichuiv U. O. 6. B, '— Eitte-älie und .. —• Veränderungen im Neujahrswünsche. Von Br. Professor Dr. M. B r a n n - Breslau. stetig wachsende Anzahl vorkurzem uns alle für Oer Gedanke an die unserer Feinde ringsum hat einen Augenblick mit Entsetzen erfüllt. Mit Unrecht. Unsere feldgrauen Väter, Sohne und Brüder werden; draußen an der Front in Nord und Süd, in Ost und! West an der Seite ihrer Kameraden die Anschläge unserer Hasser zunichte machen. Als der Kaiser sie zu den Waffen rief, ahnte niemand, daß das Völkermorden sich so endlos hinziehen werde. In diesen Tagen zum dritten Mal werden sie draußen in der Nähe ihrer Schützengräben wie wir daheim in den Synagogen den Ton der Pclsaune beim Gottesdienste hören. Wie in der güldenen Jugendzeit unseres Volkes werden die Fanfaren des Lärmblasens ein Zeichen sein,, daß der Gott unserer Väter unser gedenken und uns gegen unsere Feinde helfen wird. Wer von uns hätte nicht in diesen Zeiten des j Schreckens und der Erhebung, die über die Welt hereingebrochen sind, mehrfach die in der Geschichte Israels tausendfällig bewährte; Erfahrung lebendig werden sehen, daß die Wahrheit allein durch ihre innere Kraft mächtig genug ist, ohne Anmaßung und Unrecht über die Anmaßung und das Unrecht den Sieg davonzutragen. So haben unsere heldenhaften Führer unsere tapfere Mannschaft durch die Gnade der Vorsehung von Sieg zu Sieg geführt. So werden wir, will's Gott, die Sieger bleiben. 'Mit inniger Herzenssehnsucht warten wir alle auf den glorreichen Frieden für das geliebte Vaterland. t Im Hinblick darauf müssen wir schon jetzt mit dem Aufbau unseres endgültigen Inneren Friedens in unserer engeren . Gesamtheit beginnen. Denn auch hier gilt, freilich in etwas anderem als im gewöhnlichen Sinne, der Satz: „si vis pacem, para bellum." Kraftvoll Und; unerschrocken müssen wir der Zerklüftung entgegentreten, die uns in den letzten Jahren mit ernster Spaltung bedroht; hat. Wir müssen Antwort suchen auf die Frage.: |Wie machen wir am zweckmäßigsten und dauerhaftesten unser deutsches Judentum einigt und stark und zur. freien Entwicklung seiner Kräfte unangreifbar? Die Schäden liegen auf der Hand, die Heilmittel nicht minder. Wir müssen nur den festen Willen haben, Hand anzulegen und durchzugreifen. Zunächst die Schäden. Mit Recht sagte erst jüngst Herr Direktor Dr. R o t h o 1 z in einem Höchst beachtenswerten Aufsatz : „Wenn es die Pflicht und die Aufgabe des deutschen Volkesist, die Gefahr des Bevölkerungsniederganges von j den Toren des Vaterlandes fernzuhalten, so haben die deutschen Juden eine! umso dringendere Verpflichtung, der Ueberhandnahme von Mischehen, dem reißenden Niedergang der reinjüdischen Ehen und dem-andauernden Geburtenrückgang mit allen. Abwehrmtiteln entgegenzutreten." Wir dürfen unmöglich die, Augen verschließen vor der Tatsache, dasunsere deutschen Glaubensbrüder in ihrer Mehrheit zu physchem Selbstmord! entschlossen sind, indem sie das erste