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Bericht der Großloge für Deutschland · 1916-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1916
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1916-01-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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zuspannen um, wenn auch nichl gleichartig, so doch gleichwertig mit unseren Männern und Söhnen draußen, für den Bestand unseres bedrohten' Vaterlandes zu arbeiten. In fast allen S'ädten Deutschlands trat der Nationale Frauendienst ins Leben; wir haben uns als deutsche Frauen jüdischen Glaubens sofort ihm angeschlossen, viele unserer Schwestern arbeiten in den verschiedenen Abteilungen Ber stadtischen Wohlfahrtspflege« i : i Als sich für die speziellen Aufgaben der jüdischen Kriegsfürsorge unter der Leitung des Vorstandes der Israelitischen Gemeinde eine „Vereinigung jüdischer Wohlfahrtspflege, 1914" bildete,, nahm auch die . Frauenverein'gunc: der Frankfurt-Loge an den Beratungen und Beschlüssen teil Hnd war durch mehrere Vorstandsmitglieder vertreten .Insbesondere arbeiteten wir in der ^Kommission Tür Familienfürsorge". Die Famtlierifirsorge mul5*e selbstverständlich auf eine viel breitere Grundläge gestellt werden al« in sonstigen Zeiten. ■ . . ' Alle Unterstützungsfälle würden in den regelmäßigem Sitzungen der „Weiblichen Fürsorge ', bei .denen wir stets anwesend waren, besprochen. — Um ■ den Armen,-sei es den hier Ansässigen, sei es ,den Flüchtlingen aus Feindesland,, die Wirtschaftsführung zu erleichtern, und um sicher zu sein, däiisie ihre Famili,en gesimdheifsmäßig* ernähren, wurfden durch eine Kommission, in der wir mitarbeiteten, Lebensmittel verteilt Aulierdenv'wurden ,der Frajen-Vereinigung de- Fratikfurt-Loge von einem „'mildtätigen Gönner täglich 50 Liter Milch zör Verfügung gestellt, die mehrere Wintermopäte hindurch nachmittags an arme Kinder verteilt' und ' zum Teil auch au das Flüchtling:heim abgegeb;u worden sind. Von einein Logenbruder bekamen wir 50 Pfund Strickwolle geschenkt, aus der wir von aimen jüdischen Frauen und Mädchen "Socken strickenTießen, die wir dem Lazarettzug der Großioge und dem Lazarettzug P. 1 der Jüdischen Krankenschwestern zut Verfügung' stellten. Diej Entlohnung der Frauen' und Mädchen erfolgjteduiich uns nach der Löhnlisie'des „Nationalen Frauendieostes". So konnte durch bliese Strickarbeit nach zwei Se :e:i geholfen werden.. . Unsere Juge.qdgruppe. hatte gleich naih Beginit des Krieges, unter Leitung unserer bewährten Damen, d.e Näharbeit für Flüchtlinge und Verwundete begonnen und eifrig fortgesetzt. An der Einrichtung eines Heims für Ausländer, für das die Frankfurt-Loge ihr'Nebenhaus zur Verfügung gestellt, beteiligten wir. uns,, indem wir die ganze innere Einrichtung beJ- FT » schafften und die Beaufsichtigung des Heins mit übernahmen. Nach der Internierung der Insass :n des Heims, meistens junge russische Studenten, dier «e" das Haus als Wohnung für zwei deutsche Flüertlingsfamilien* Auch im . Israelitischen Mädchenheim" hatten wir i 1* ■ I einige Ausländerinnen untergebracht, die hierher geflohen wären upd kamen für die Mehrkosten, die dem Mädchenheim dadurch entstanden, auf. In dem Flüchtlingsheim. Fischerfeldstr. \i, jetzt Fahrgasse 148, waren einige unserer Vorstands damen und Mitglieder unermüdlich tätig. N Um das entsetzliche Elend unserer armi n ver^ triebenen Glaubensgenossen, die aus Giliziei und dem Osten geflüchtet sind, lindern zu helfen, veranstaltete die Frauenvereinigung mit Billigung des osteuropäischen Komitees, des Komitees von 1911 eine Sammlung von getragenen Kleidern, Wäsche, Schuhwerk etc. Wir hatten die grolle Freude, daß .der Strom der Gab€n reichlich flpfi So konnten wir 16 sehr umfangreiche Kisten nach Böhmen an verschiedene Gemeinden und drei große'Kisten an das Gefangenenlager in Holzminden schicken. Zwei andere Sammlungen,, die wir einerseits gemeinsam mit der Frankfurt-Loge, andererseits nit der „Weiblichen Fürsorge" verarisjälteten, waren gleichfalls von schönstem Erfolg gekrön). Es waren'die LiebeSgabensammlungan für den LaWettzug der O'oßloge und den Lazarejttzug P. I. der „Jüdischen Krankenschwestern'. In den Erdgeschoßräumen derFrsnkfurt- Loge ging es ans Ordnen und Packen der täglich in reichster Fülle einlaufenden £ Liebesgaben, üiici die rührenden Dankkarten und -Briefe, die wir aus den Lazaretten und yon verschiedenen Soldaten eriielteni waren der schönste Lohn für diese Liebesarbe t. Die Notwendigkeit, in dieser schweren Zeit unsere häusliche Wirtschaftsführung mit den vorhandenen Vorräten in Einklang zu bringen und dabei doch für eine nahrhafte, gesunde urtd' billige Kost So ge zu tragen, veranlaßt^ uns, ein Kijiegsköchbuch für die rituelle Küche herauszugeben,;da die neu erschienenen Kriegskochbücher aus rituellen Gründen voi uns, als jüdische Frautnvereinigung, nicht empfohlen werden konnten. In der Kommission zur Abhaltung -von Vorträgen über die Lebensmittellrage | in kleineren Städten arbeiteten wir mit der Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes. — Gemeinschaftlich" mit der genannten Ortsgruppe und den anderen hiesigen jüdischen Frauen- Vereinen haben wir einen Vortragsabend ülier die

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