Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1915
- Issue
- Nr. 8 - Dezember
- Date
- 1915-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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zumal eine Anzahl Logen sich darüber beklagt hat, daß die Großloge sich nicht seJbst an die Spitze solcher Unternehmungen stellt. Der Geschäftsausschuß glaubt aber, das Richtige getroffen zu haben, wenn er bei all diesen Sammlungen sich nur als einen Teil des Ganzen betrachtet, j da nichts gefährlicher erscheint als Zersplitterung in dieser B«eiehung. Nur durch eine straffe Zentralisation eines Hilfswerkes kann Segensreiches geschaffen werden. Diese!Zentralisation schließt freilich den Wunsch der Großloge nicht aus, bei Veröffentlichungen dessen, was die Zentralstelle geleistet hat, zu erkennen zu geben, daß dies nicht von einer Institution allein, sondern von den in der Zentralstelle vereinigten Institutionen geleistet ist. Mü dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebund sind wir nach wie vor durch das G esa m t a r c h i y der deutschen Juden und durch die israelitische Erziehungsanstalt für geistig zurückgebliebene Kinder in B e e 1 i t z, verbunden. Die vorgeschlagene Zuweisung von 1000 Mark * für Religionsunterricht in kleinen Gemeinden für das Jahr 1916 wird dem D. J. G. B. sicherffch bewilligt werden. ' ' Es ist selbstverständlich, daß wir -auch'mit den anderen Institutionen, wie dem . Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, dem Verband der deutschen Juden freundschaftlich verkehren. D|e Großloge ist in den Ausschüssen aller'dieser Verbände vertreten. .• » l. . . Die Grtfßloge ist aber auch vertreten in dein Deutschen Zentral-Hilfskomitee für die Notleidenden in den von deutschen Truppen besetzten Teilen Russisch-Polens, welches Komitee einen interkonfessionellen Charakter hat. •t Sie ist vertreten im Ehren-Ausschuß der Abteilung 9 (Bäder- und Anstaltsfürsorge) beim Zentral- Komitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz. Sie ist ferner vertreten beim Komitee des Ostens, beim Komitee für Polen und bei der deutsch-israelitischen osmanischen Union. '■' Wenn die Grofeloge einen Wunsch nach dieser Richtung hat, so ist es derselbe, den sie wiederholt mahnend ausgesprochen hat, daß alle diese Institutionen in einer Zeit, wie der jetzigen, möglichst, unter einer gemeinsamen Spitze arbeiten sollten. Die Eintracht, wie wir sie im Orden erstreben, sie sollte auch von unseren Glaubensgenossen außerhalb der Logen gepflegt werden. Sie ist leider rioch immer nicht vorhanden.' Und doch werden wir* den \ Frieden und die Eintracht in der Mftte unserer Glaubensgenossen ganz besonders nötig haben, denn jschon sind die Judenfeinde von neuem am Werk,) um die Juden von neuem zu bekämpfen und . ihnen das durch den Krieg auf dem Gebiete der. bürgerlichen Gleichberechtigung Neuerworbene wieder ' zu entreißen. Wachsamkeit tut not. . H Der Geschäfts-Ausschuß hat sich vorbehalten, nach dem Kriege auch eigene Wege des Ordens auf dem ihm durch seine Tendenzen zuj;ewiesenen Gebiete zu gehen. Ob dies durch Gründung vpn Logen in außerdeutschen Ländern oder durch Einrichtungen, sonstiger Art, die das kulturelle Leben der. ausländischen Juden günstig beeinflussen sollen, geschehen, wird, ist eine spätere Sorge. * Als ein Idyll in der Kriegszejt muß hervorgehoben werden, daß auch in diesen schweren Tagen, in welchen fast die ganze Welt sich feindselig in blutigen Kämpfen gegenübersteht, die Großloge die hochherzige und hochgesinnte Stiftung des Br. M a n n - heim er nicht außer Kraft gesetzt hat. Vielmehr wurde auch für das Jahr 1915 eine Preisbewerbung zur Bearbeitung des Themas; „Inwieweit können Menschenliebe, Gerechtigkeit 1 und Duldsamkeit als Grundpfeiler der menschlichen Gesellschaft im Staate zur Verwirklichung gelangen" ausgeschrieben. Es ist bezeichnend, daß selbst in diesem Jahre fast ebenso viele Arbeiten eingegangen sind als im vorigen Jahre. Bemerken möchte ich hierbei, daß der Betrag von 130 000 Mk., welcher der Groliloge in Form einer eingetragenen Hypothek hierfür bewilligt ist, keinen Platz in der Aufstellung des Vermögens, welches unter der Verwaltung der Großloge steht, gefunden hat, scheinbar aus, .dem Grunde! weil; die Einkünfte für einen bestimmten Zweck verwendet werden müssen und verwendet werden. Ich halte dies nicht für richtig und hape gebeten, diesen Betrag, sowohl in Einnahmen als in Ausgaben später in Erscheinung treten zu lassen. Es ist bereits b(etor t, daß während der Kriegszeit die Haupttätigkeit den Geschäfts-Ausschuß vorbehalten war. Während im Jahre 1913 26 Sitzungen des Geschäfts-Ausschusses stattgefunden haben, haben 31 solcher Sitzungen im Jahre 1914 stattgefunden, und diese Zähl wird m noch überschritten werden. Nach anderer Richtung ihie 1915 voraussichtlich hin freilich mußte die Tätigkeit der Mitglieder des Geschäfts-Ausschusses — 120