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Bericht der Großloge für Deutschland · 1915-10-01 · Nr. 6 - Oktober · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1915
Issue
Nr. 6 - Oktober
Date
1915-10-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Kriege zur Verletzung des Völkerrechts gezwungen werden. Als Knecht, des Wirtschafts-Materialismus hat England diesen Krieg heraufbeschworen. Im Gegensatz dazu muß unsere Sozialpolitik, geschützt durch das Heer, den Staatenbund und damit den ewigen Frieden vorbereiten. So sehen wir in diesem fernsten Punkt der Geschichte wiederum Deutschtum und Judentum innerlichst verbunden. Denn der Leitstern des ewigen Friedens ist die messianische Idee der israelitischen Propheten. Aus dem ewigen unerschöpflichen Gedanken des einzigen Gottes, der seinen heiligen Geist in den Menschen gepflanzt hat, haben sie diese unsterbliche Hoffnung geschöpft und der. Menschheit als Aufgabe hinterlassen. Zusammenf I Berührungen von Diuts Philosophie, Kunst und der Cohen'sehen Schrift.) 2. Die geschichtliche Verbindung der beiden Volkstypen. (Abs 18—24.) 3. Hurnanilät und Sozialsmus Grundideen und letzte Ziele des Judentums wie des Deutschtums. (Abs. 25-31; 34.) 4. Das deutsche Judentum geistiges Zentrum das Judentum überhaupt. (Abs. 32—37) 5 Das Deutschtum des Völkerlebens a s s u n g. rhtum und Judentum in Religion. (Abs. 1—17 und kunft. (Abs 381—45.);t Der jüdische Soldat im Os Von Br. Dr. T ä n z e r - Göppingen, Feldrabbiner der Bug geistig-politischer Mittelpunkt Während bei den -Kämpfen Im Westen für den Soldaten jüdischer Konfession nur sein treudeutsches Empf nden vorherrschend ist und er dem Feinde nur als Deutscher, nicht aber auch als Jude gegenüberritt, commt im Osten' auch der Jude in ihm zur Gtltu ig. Er bekämpft im Russenheere nicht nur der Feind des Deutschtumes, scndern auch den des Judentümer . Und zwar den grausamsten, rohesten, den das udentum jemals gehabt hat. Man muß, wie unser Transport, von der galizischen Grenze den Bug entlarg durch die vielen, vielen zum allergrößten Teile, ja oft fast ausschließlich von Juden bewohnten Dörfer über Cholm nach Brest-Lftowsk gezogen sein um e ne Vorstellung davon zu haben, wessen russische Hord :n fähig sind. Der schauerlichste Weg, den man. sich denken kann, durch zahllose zerstörte Dörfer, eind w"elt von Trümmern ' und . Ruinen. Auf allen Straß :n hungernde, frierende, um Brot bettelnde jüdische Flüchtlinge, die heimatlos •umherirren und ein Eild der Not bieten, das tiefes, tiefes Herzleid tyfu. veruracht. Als Rächer für das heimtückisch angegriffeie Deutschtum nicht nur, sondern auch für das in b:,spieIloser Weise verfolgte Judentum muß sicH der ceutsche Soldat jüdischen Glaubens fühlen,, wenn er tage- und wochenlang ah diesen grauenvollen Bildern der Verwüstung vorbeikommt. Und wohl manchem mag da der Gedanke kommen, daß es Gottes strafende Hand ist, die auf die schuldbeladene Regierung des Zarenreiches niedergesaust ist; so mancher deutsche Soldat jüdischen Glaubens mag y\ - ■ ' ■ en. Armee. für i Staatenbundes der Zusich hier im O.-ten unter Gottes besonderer Obhut fühlen, da er gegen Flußland kämpft, dessen Sündenmaß zum Ueberlaufen voll isrt. Und wie erst, wenn man nach Brest-Lito usk kommt! Noch vor wenigen Monaten eine große, jlühendle Stadt und in ihr eine altberühmte, auf 600 Jahre zurückblickende jüdische Gemeinde, eine hociungesehene Stätte der'Gelehrsamkeit mit ca*. 45 00( "üdisclien Mitgliedern, 50 Synagogen und Belhäu:ern, S:hulen, Waisenhäusern, Spitälern und Vereins nstitu'tipnen aller Art; eine Stadt in der in jedem Hause eifrig gelernt ward, und heute — nichts von alledem ist! mehr vorhanden, Ruinen und nur Ruinen. Lange, .breite, ganz modern in deutsch anmutendem Stile angelegte Straßen, mit Bäumen rechts und links bepflanzt, und hinter diesen [ allenthalben von einem Ende der Stadt bis zum andern ausgebrannte Tür- und Fensterhöhlen^ zusammengesunkene Häiserleichen, klaffende Lücken von in die Luft gesprengten! Häusern, herabhängende Balkonfetzen, ein Anblick der wahnsinnig machen könnte, wäre man nicht schon auf dem Wege bis nierher al'mählich an detartrge Bilder gewöhnt geworden . Und eine Spezialität dieses ungeheuren Trümmern leeres, bilden di: allenthalben' umherliegenden Bücier Und Blätter von solchen. Welches man dann auch aufheben mag, fast immer zeigt es hebräischen Druck, gibt Kunde vom gelehrten Treiben unglücklicher Juden, die einst hier ihre Wohnstatte hatten und jetzt, Gott weiß wo, heimatlos umherirren. Denn hier gibt's keine Juden mehr. Die — S6 — l!

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